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Anzeiger für Sternberg, Brüel, Warin

22. November 2017 | 02:57 Uhr

Sternberg : Ein kleiner Pieks rettet Leben

vom
Aus der Redaktion des Anzeiger für Sternberg – Brüel – Warin

Insgesamt 110 Blutspender kamen an zwei Tagen zur Blutspende nach Sternberg. Doch die Spendenbereitschaft lässt nach, bedauert das DRK.

svz.de von
erstellt am 27.Okt.2017 | 20:45 Uhr

Marianne Behrens ist Blutspenderin aus Überzeugung. „Ich tue Gutes für andere, aber habe auch selbst etwas davon, weil eine Untersuchung voraus geht und das Blut regelmäßig kontrolliert wird“, sagt die Loizerin. Sie ist eine von 44 Frauen und Männern, die an diesem Donnerstag ins DRK-Seniorenzentrum in Sternberg kommen, um einen halben Liter roten Lebenssaft zu geben.

Doch zuerst der Vorab-Check. Personal- und Spenderausweis werden vorgelegt. Marianne Behrens kennt das Prozedere. Sie ist bereits zum 18. Mal dabei. Vor der Blutspende selbst habe sie keine Angst. Der Pieks im Finger ist unerlässlich – dabei wird der Hämoglobin-Wert kontrolliert. Das heißt, es wird gemessen, ob für eine Blutspende auch genügend roter Blutfarbstoff (Hämoglobin) vorhanden ist.

Erst Untersuchung, dann Spende

Mit einem Klemmbrett geht es zum Arzt. Er kontrolliert den ausgefüllten Fragebogen, entscheidet, wer an diesem Tag spenden darf, wer nicht. Marianne Behrens darf. Bei Sandra Lübken ist eine Liege frei. Routiniert greift die Vollblutabnahmeschwester vom Schweriner Blutspendedienst des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) zu ihren Utensilien – zum Scanner. Ohne Technik geht heute auch hier nichts mehr. „Name und Geburtsdatum?“ Marianne Behrens antwortet. Dann geht es los. Die 63-Jährige liegt ruhig auf der Liege, drückt regelmäßig einen weichen Gummiball in ihrer rechten Hand zusammen, was die Venen anschwellen lässt und den Zugang der Zapfnadel erleichtert. Der Beutel füllt sich.

Insgesamt 110 Spender kommen an den zwei Terminen nach Sternberg, darunter fünf zum ersten Mal.

„Trotz der Herbstferien und der Erkältungszeit ist das ein beachtliches Ergebnis“, sagt Sandra Lübken. Sie wünscht sich, dass es noch mehr Freiwillige gibt. Schließlich könne jeder einmal in die Situation kommen, eine Blutkonserve zu brauchen. „Doch die Bereitschaft hat in den vergangenen Jahren sehr nachgelassen. Die Spender werden immer älter und junge Menschen kommen nicht nach, da sie wegziehen oder dort hingehen, wo es Geld gibt“, berichtet sie und nennt als Beispiel den Haema Blutspendedienst in Schwerin.

Hier wird aber nur Plasma gespendet, das dann zur Medikamentenherstellung verwendet wird. Viele sind von dort wieder zu uns zurückgekommen“, weiß Lübken aus  Gesprächen.

Beim DRK  sitzt während des Aderlassens immer ein Mitarbeiter an der Seite des Spenders. „Mit ihm  zu sprechen lockert oft die Angst und macht die Spende angenehmer“, so Lübken.

Marianne Behrens  fühlt sich gut. Wenn sie nach kurzer Zeit fertig ist – etwa sechs bis acht Minuten dauert eine Spende –  gibt es  einen kleinen Imbiss.

Den lässt sich auch Egon Schwarzkopf schmecken. Der Wendorfer hat zum 125. Mal gespendet und als Dank eine Flasche Wein überreicht bekommen. „Ich habe früher häufig Nasenbluten gehabt und mein Arzt hat mir geraten, Blut zu spenden. Dadurch ist es besser geworden“, erzählt er.

Gefragt sind  die Blutgruppen A und Null positiv. „Aber für mich ist jede Blutgruppe wichtig, egal ob sie in der Bevölkerung selten oder häufig vorkommt“, sagt Sandra Lübken. Besonders freue man sich über Spender mit der Blutgruppe Null negativ. „Das sind Universalspender. Die Konserven werden im Krankenhaus eingelagert und bei Unfällen kann schnell reagiert werden“, sagt sie.

 

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