Landtagswahl 2016 : Ein Junger mit anderer Perspektive

Marcel Eggert am Parchimer Schuhmarkt.
Foto:
1 von 1
Marcel Eggert am Parchimer Schuhmarkt.

Marcel Eggert tritt im Wahlkreis 32 für Die Linke an: Er ist für mehr Investitionen in Bildung, Pflege und Breitbandausbau.

von
23. August 2016, 05:54 Uhr

Am 4. September sind Landtagswahlen. Im Wahlkreis 32 Ludwigslust-Parchim V, der die Ämter Crivitz, Goldberg-Mildenitz und Sternberger Seenlandschaft umfasst, wollen acht Direktkandidaten die meisten Stimmen erringen und so direkt in den neuen Landtag einziehen (siehe nebenstehende Liste).

SVZ stellt sie vor – heute Marcel Eggert, der für Die Linke in den Landtag einziehen will.

„Jung sein ist kein Verdienst, aber es ist ein entscheidender Vorteil. Man hat eine andere Perspektive“, meint Marcel Eggert. Der 26-Jährige kandidiert bei den Landtagswahlen am 4. September für die Partei Die Linke. Und er ist damit einer der Jüngsten in seiner Riege. Eggert: „Wenn man Jahrzehnte in der Politik ist, hat man vielleicht nicht die Ideen, um bestimmte Probleme zu lösen.“

Ein solches Problem sieht Marcel Eggert beispielsweise im unzureichenden schnellen Internet. In Skandinavien sei es „bis in die letzte Hütte verfügbar.“ Deutschland und Mecklenburg-Vorpommern habe die Entwicklung verschlafen, findet der junge Mann. Der jetzt durch Bund und Land in Angriff genommene Glasfaserausbau ist für Eggert ein erster Schritt, die Basis.

Der junge Mann, der auf Rügen sein Abitur gemacht und in Rostock Soziologie studiert hat, ist seit 2014 als Geschäftsführer des Linksfraktion im Kreistag Ludwigslust-Parchim tätig. Durch ein Praktikum in Rostock während seines Studiums hatte er die Arbeit im Parteibüro kennengelernt. Heute arbeitet er in Parchim. Er engagiert sich seit dem vergangenen Jahr in der Landespartei als Sprecher der Gruppe „Moderne Linke.“

Auf die Frage, warum er jetzt für den Landtag kandidiert, sagt Eggert: „In den letzten Jahren wurden von SPD und CDU wichtige Zukunftsentscheidungen verschlafen, Bevölkerungsgruppen abgehangen und Mecklenburg-Vorpommern mehr verwaltet, als tatsächlich mit den Menschen gestaltet. Wer in die Zukunft will, muss aber eine Vision haben und wissen, in was für einer Gesellschaft man leben will und sich für diese engagieren.“

Er wolle eine aufgeklärte moderne, gerechte und freiheitliche Gesellschaft für alle Menschen, so Eggert. „Ich glaube, dass dafür nicht die ewig gleichen oder mittlerweile wieder aufkommenden rückwärtsgewandten Lösungen sondern neue und junge Ideen gebraucht werden.“ Mecklenburg-Vorpommern ist nach Auffassung des 26-Jährigen ein gespaltenes Land – regional, sozial und digital. „Mir geht es darum, gegen Verrohung und Auseinanderdriften der Gesellschaft zu kämpfen und gleiche, gute Lebens- und Einkommensbedingungen in allen Landesteilen anzustreben. Dabei ist mir wichtig, stärker als bisher die Potenziale der Digitalisierung zu nutzen und darauf zu achten, dass soziale Gerechtigkeit und Bürgerbeteiligung in allen politischen Handlungsfeldern ein höheres Gewicht erhalten“, erklärt er.

Wenn er in den Landtag gewählt wird, werde er sich dafür einsetzen, dass nicht alles – wie er sagt, „auf dem Altar der Schwarzen Null geopfert“ werde. Nach seiner Meinung solle stärker in Bildung, Pflege und den Breitbandausbau investiert werden. „Denn diese Investitionen machen das Land zukunftsfähig und rechnen sich doppelt. Bildung und Digitalisierung bieten unglaubliches Potenzial, denke ich an die Schaffung von innovativen Arbeitsplätzen, die Unterstützung in der Pflege, länger selbstständiges Leben älterer Menschen oder an Fragen der ärztlichen Versorgung durch Telemedizin oder der Bürgerbeteiligung.“

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen