zur Navigation springen

Ungewöhnliches Konzert zum Erhalt der Jesendorfer Kirche : Ein Jodel-Fox unterm Christus-Kreuz

vom

Zu einem Konzert der ungewöhnlichen Art wurde am Sonnabend in die Kirche des Ortes Jesendorf durch den bereits vor 20 Jahren ins Leben gerufenen "Förderverein zur Rettung der Kirche Jesendorf" eingeladen.

svz.de von
erstellt am 27.Aug.2013 | 10:49 Uhr

Jesendorf | Zu einem Konzert der ungewöhnlichen Art wurde am Sonnabend in die Kirche des Ortes durch den bereits vor 20 Jahren ins Leben gerufenen "Förderverein zur Rettung der Kirche Jesendorf" eingeladen. "Jesendorfer für Jesendorfer" lautete das musikalische Motto. Dies gab es schon einmal vor drei Jahren zur 775-Jahr-Feier des Dorfes. "An einer Kirche gibt es immer was zu tun", meinte Martin Maercker aus Büschow - einer der Mitwirkenden.

Das 45-minütige Programm war so bunt zusammengestellt wie die kleinen und großen Musikanten selbst. Seine Auftrittspremiere hatte der achtjährige Jannik Ehlers aus Neperstorf, der, erst seit Februar Blockflöte übend, das "Summ, summ, summ…" vortrug. Der kleine Stolperer zwischendurch änderte nichts am Beifall der Anwesenden. Früh übt sich eben, wer ein Meister werden will.

Auch andere Stücke vermutet man nicht unbedingt in einer Kirche zu hören. So den Soundtrack aus "König der Löwen", dargeboten am Klavier von Julia Dannehl oder den Celine-Dion-Hit "When a need you", von Eva Bauer von der Orgel-Empore aus gesungen. Sie kommt ebenso wie Julia Dannehl oder die Maerckers aus Büschow. Einem Ort, wo die Musikbegeisterung zu Hause ist…

Auch aus anderer Hinsicht war es ein besonderes Musikerlebnis. Bei jedem der insgesamt ein Dutzend Programmpunkte kamen die Vortragenden entweder aus der Gemeinde, oder es war zumindest ein "einheimisches" Mitglied im Trio bzw. Quintett vertreten. So gehörten dem Flötentrio "Ritardando" neben Birga Boje-Wegener aus Nevers bei Neukloster und Elisabeth Jabs aus Bibow auch die Büschowerin Renate Maerker an. Deren Mann Martin gehört seit Jahren zur Folkband "Saitenspinner". Und diese vier Herren und eine Dame, zur Gruppe gehört auch Volker Brandt - im beruflichen Leben ist er der Leiter des Naturparks Sternberger Seenland in Warin -, sorgten mit Pepp und Witz für den krönenden Abschluss eines wahrlich gelungenen Konzertnachmittags. Wann hört man unterm Kreuz Christi schon mal einen Jodel-Fox - im Original von den Loisachtalern aus Österreich? Dem folgten ein irisches Sauflied sowie etwas für die "russische Seele" (Martin Maerker). Den Abschluss bildete "Aber der Novak" - jenes deutsche Chanson, das 1960 in München noch zu einer Polizeidurchsuchung wegen der "schamverletzenden und unzüchtigen Textstellen" führte. Klarinettistin Sylvia Schubert aus Schwerin verkleidete sich denn auch in eine singende Diva. Und auch sonst gaben die fünf "Saitenspinner" dem Affen Zucker - mit der verblüffenden eigenen Schluss-Pointe "Reih dich ein in die Arbeitereinheitsfront, wenn du auch ein Arbeiter bist!"

Der Leiter der Wariner Musikschule, Bertram Grafendorff, der fast die gesamte Zeit schon über das Dargebotene anerkennend schmunzelte, konnte sich kaum einkriegen vor Lachen. "Solch ein buntes Programm ist nur sehr zu begrüßen. So lockt man Leute mal wieder in die Kirche. Es ist eine tolle Sache, wenn man zusammenkommt, um zu musizieren."

Er selbst begleitete in Jesendorf Jonas Klaffki mit der Trompete. Der Büschower nimmt bei Grafendorff Privatunterricht wie dessen jüngere Schwester Mara (Blockflöte).

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen