Klein Labenz : Ein Jahr Städtische Musikschule in Klein Labenz

Michel Pöschl und Musikschullehrer  Bertram Grafendorff.
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Michel Pöschl und Musikschullehrer Bertram Grafendorff.

Schüler haben in einem kleinen Konzert ihr Können vorgestellt.

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27. Dezember 2013, 16:09 Uhr

Vor einem knappen Jahr haben sich die Türen der Städtischen Musikschule Warin im ehemaligen Gemeindehaus in Klein Labenz geöffnet. Mit einem Programm stellten Musikschüler nun ihren Familien und weiteren Gästen das Erlernte auf der Gitarre und am Klavier, begleitet von Musiklehrer Bertram Grafendorff, vor.

Wenn Kinder und Jugendliche ein Instrument erlernen wollten, mussten sie immer nach Neukloster oder Wismar fahren, erklärte Bürgermeister Michael Ankermann, der auch von dem Wunsch der Bevölkerung nach einer Musikschule wusste. In Klein Labenz habe sich dann die Möglichkeit ergeben, so eine Einrichtung zu schaffen. Das Haus war vor 20 Jahren erbaut worden und beherbergte in diesem Teil der jetzigen Musikschule einen Kindergarten. Nach und nach werden die Räumlichkeiten für Übungszwecke eingerichtet, so der Bürgermeister. Die Stadt unterstütze die Musikschule und hole somit ein kulturelles Angebot zurück.

Das kleine Konzert war recht gut besucht. Mit ihrer Omi Christine Griese schaute Marlene vorbei. Die Siebenjährige möchte vielleicht auch das Klavier spielen erlernen, denn ihre gleichaltrige Cousine in Rostock übt bereits auf dem Instrument und ihr Klassenkamerad zeigte an diesem Tag auch sein Können auf den Tasten. „Für Warin ist es schön, dass es eine Musikschule gibt“, so Christine Griese. „Wir wollten es uns einfach nur einmal anhören und vielleicht möchte Laura-Leni auch einmal ein Instrument erlernen. Triola, ein Kinderklavier und eine Mundharmonika hat sie jedenfalls“, so Regine Dietrich, die mit ihrer vierjährigen Enkelin zum Konzert gekommen war.

Seit Anbeginn ist Bertram Grafendorff (49) als Musikschullehrer tätig. Der studierte Musiker unterrichtet zurzeit die Schüler am Klavier und an der Gitarre. „Geplant sind auch Blechblasinstrumente wie Horn, Trompete, Posaune, Holzblasinstrumente, Percussions und Schlagzeug. Bedingt durch die Unterrichtszeit wurden die Kursangebote zweimal wöchentlich nachmittags und samstagvormittags geschaffen“, so der 49-Jährige.

Erik Dargel begann im Alter von sechs Jahren mit dem Gitarrenunterricht. „Ein halbes Jahr hat Erik pausiert. Er fuhr immer zur Musikschule bis nach Wismar. Dann haben wir gehört, dass hier eine Musikschule öffnet und ihn angemeldet. Ich finde, er macht hier mehr Fortschritte. Hier ist das Lernen individueller und Spaß macht es ihm auch“, erklärte Mary Dargel, Mutter des 13-Jährigen. Im November 2012 begann Imke Kniest mit dem Klavierspielen. „Wir haben zuhause ein Klavier. Es hat einen schönen Klang und ich wollte es einfach versuchen. Noten kannte ich noch vom Blockflötespielen. Aber Klaviernoten sind anders, beide Hände werden gleichzeitig bewegt. Jeden Donnerstag komme ich nun zum Üben“, sagte sie. Zu Hause nimmt sich die 46-Jährige außerdem an vier Tagen in der Woche Zeit, um 30 bis 60 Minuten Klavier zu spielen. Ihre Familie finde es gut, dass sie diesen Schritt gewagt habe. Als Erwachsener gehe man aber nicht so unbekümmert an die Dinge heran, wie Kinder es tun. Imke Kniest möchte anderen Leuten Mut machen, auch ein Musikinstrument zu erlernen und sich so vielleicht einen verborgenen Wunsch erfüllen.

Michel Pöschl spielt erst seit diesem Februar Klavier. Sein Bruder Kalle lernt Gitarre. Die Eltern gaben dem Siebenjährigen den Anstoß. „Zuerst hat er auch die Gitarre genommen, dann ging er ans Klavier. Musiklehrer Grafendorff meint, dass Michel Talent am Klavier hat. Nun gefällt es dem Jungen und er bleibt dabei“, erzählte Cornelia Pöschl. „Erwachsene wollen das Musikstück von der intellektuellen Seite erfassen, teilweise erzwingen. Sie haben sich bewusst für diesen Weg zum Erlernen entschieden. Oftmals erfüllen sie sich damit einen Wunsch, der schon aus der Kinderzeit herrührt. Kinder hingegen gehen völlig ungezwungen an die Sache heran. Sie wollen sich ausprobieren, haben Spaß am Instrument, am Klang. Es macht mir aber auch Spaß mit Erwachsenen zu arbeiten. Ich würde mich freuen, wenn sich zu den drei erwachsenen Musikschülern noch mehr hinzu gesellen“, so Bertram Grafendorff. Die Städtische Musikschule Warin in Klein Labenz hat wieder ab dem 6. Januar geöffnet.

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