Sternberg : Ein Jahr nach dem Hochzeitskrimi

Das weiße Hochzeitskleid, mit Hilfe der SVZ in letzter Minute erhalten, findet die Sternbergerin Anne-Katrin Kisch immer noch schön. Übermorgen hat sie mit Ehemann Mathias den ersten Hochzeitstag. Zur EM trägt der Fußballer natürlich das Nationaltrikot.

Das weiße Hochzeitskleid, mit Hilfe der SVZ in letzter Minute erhalten, findet die Sternbergerin Anne-Katrin Kisch immer noch schön. Übermorgen hat sie mit Ehemann Mathias den ersten Hochzeitstag. Zur EM trägt der Fußballer natürlich das Nationaltrikot.

Das bestellte Brautkleid steckte fest, weil die Post streikte – mit Hilfe der SVZ fand sich in letzter Minute Ersatz. Am Montag feiert das Sternberger Paar seinen ersten Hochzeitstag.

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25. Juni 2016, 05:00 Uhr

An diese aufregenden Tage denkt sie wohl ewig: Anne-Katrin Grabert aus Sternberg wollte heiraten – natürlich im weißen Kleid. Das war rechtzeitig bestellt und auch zu ihr unterwegs. Aus drei Musterkleidern, die ein Internet-Händler zugesandt hatte, hatte sie eines ausgewählt, das nach Maß angefertigt wurde.

Aber dann passierte es – die Post streikte schon die dritte Woche, die Sendung mit dem Brautkleid steckte im Paketzentrum Neustrelitz fest und der Logistikriese war nicht im Stande zu helfen. Es sei zwar noch kurz vor dem Hochzeitstermin zugesichert worden, das Paket per Express zu schicken, erzählt Ehemann Mathias Kisch, aber das sollte möglicherweise eine Beruhigungspille sein. Und auch sein ganzes Mitfiebern half nicht.

Die junge Frau, die jetzt Kisch heißt, bekam Hilfe von SVZ. Unsere Zeitung gewann den Brautmodensalon am Schweriner Dom, ihr kurzfristig ein Wunschkleid zur Verfügung zu stellen. Nach einem wahren Krimi war die Hochzeit in Weiß am geplanten Termin im Sternberger Standesamt gerettet. Übermorgen, am 27. Juni, hat das Paar seinen ersten Hochzeitstag. Eine Feier wird es nicht geben; für den 37-Jährigen beginnt nach kurzem Urlaub schon an diesem Wochenende wieder die Arbeit als Altenpfleger im Kloster Dobbertin. Doch schön essen gehen, das würden sie, und sich gegenseitig etwas schenken. Was, verraten beide nicht.

Vielleicht schauen sie auch noch mal die Bilder an, als sich die Sternbergerin mit Mutter Anette das Kleid in dem Brautmodensalon aussuchen durfte. Natürlich ohne Bräutigam, er bekam es erst bei der Trauung zu sehen. „Ich wollte eigentlich ein Kleid mit Trägern, aber im Geschäft wurde mir gesagt, ich könnte auch eines ohne gut tragen. Es gab eine richtig große Auswahl, viele schöne Kleider“, so die 25-Jährige. Sie entschied sich für eines mit Korsage zum Schnüren, „ganz fein mit Perlen bestickt“. Und es hatte im Unterschied zu dem, was bestellt war, sogar einen langen Schleier. „Den haben wir erst in der Gaststätte aufgemacht“, erzählt Anne-Katrin.

Das Hochzeitskleid hängt gut verwahrt im Schrank der Mutter, die wie die Oma im gleichen Haus wohnt. Die junge Frau könnte sich vorstellen, dass es für einen guten Zweck versteigert wird, „vielleicht für einen Tierschutzverein“, weil sie Tiere sehr möge, doch es könnte ebenso eine
soziale Einrichtung sein. „Uns wurde Gutes getan, wir haben es geschenkt bekommen und würden gern was zurückgeben.“ Wenn sich dafür jemand melden würde...

Das Jahr sei „so schnell vergangen“, die gemeinsame Tochter Theresia inzwischen zweieinhalb Jahre alt. Im August geht es mit ihr für eine Woche auf einen Bauernhof in Nordwestmecklenburg, in der zweiten Urlaubswoche mal an die Ostsee und in den Zoo.

Kennen gelernt hat sich das Paar auf Facebook, obwohl beide von Kind an in Sternberg leben und sich gelegentlich über den Weg gelaufen sein müssen – Mathias Kisch arbeitete vor seinem beruflichen Wechsel nach Dobbertin mit Anne-Katrins Mutter zusammen. Doch selbst als sie nach ein paar Tagen Austausch im Netz den ersten Treff verabredeten, habe sie überhaupt kein Bild von ihrem künftigen Angetrauten gehabt, erzählt die junge Frau schmunzelnd. „Sternberg ist dann doch groß.“ Nur seinen Bruder kannte sie „so vom Sehen“.

Beide haben sich das Rauchen abgewöhnt

Jetzt sind beide glücklich, sich gefunden zu haben und mit der Kleinen als Familie zu leben. Sie haben es aber auch gemeinsam geschafft, sich das Rauchen abzugewöhnen, erzählen die jungen Leute stolz. „Ich habe aufgehört, als ich schwanger war“, erklärt Anne-Katrin. Beim Ehemann liegt das nun zwei Monate zurück – durch Hypnose. „Ich hätte das nicht gedacht, hat aber geklappt. Es ist gut für die Geldbörse und die Gesundheit.“ Es mache ihm auch nichts mehr aus, wenn jemand neben ihm rauche oder er eine Zigarette angeboten bekomme. Mit der Kondition als aktiver Fußballer – jetzt bei den Alten Herren von Aufbau Sternberg – habe es allerdings weniger zu tun.

Das bestellte Kleid kam vier Wochen später

Zurück noch einmal zum Brautkleid: Was ursprünglich bestellt war, brachte die Post etwa vier Wochen nach der Hochzeit. Sie hätte es sich zu gern angesehen, sagt die junge Frau, doch sie habe das Paket gar nicht aufmachen dürfen. Eine Sternberger Anwältin schickte es ungeöffnet zurück und kümmerte sich darum, dass das frisch verheiratete Paar nicht dafür bezahlen musste.

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