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Anzeiger für Sternberg, Brüel, Warin

13. Dezember 2017 | 23:18 Uhr

Sternberg : Ein Hund für Familie und Büro

vom
Aus der Redaktion des Anzeiger für Sternberg – Brüel – Warin

Die Halter von Kromfohrländern, einer jungen und noch wenig verbreiteten Hunderasse, haben sich in Sternberg getroffen.

von
erstellt am 17.Okt.2015 | 16:00 Uhr

Warum gerade diese Hunderasse, kommt von jedem Halter als erste Antwort: Kromfohrländer haben keinen Jagdtrieb, sie laufen auch ohne Leine nicht weg. Dann zählen mittlere Größe, Lernfreude und Anhänglichkeit. Etwa ein Dutzend Halter dieser jungen, noch wenig verbreiteten Hunderasse aus ganz Deutschland, die sich überwiegend über das Internet verständigen und nun einmal persönlich kennen lernen wollten, kamen auf dem Campingplatz in Sternberg zusammen, in dieser Form zum ersten Mal. Anett und Winfried Lohse aus Brüel hatten das Treffen organisiert. Sie züchten seit 2012 Kromfohrländer und planen zur Zeit den so genannten D-Wurf – was zum vierten Mal Nachwuchs bei dieser Rasse bedeutet.

Lohses besaßen schon verschiedenste Hunde, vom Dackel über Schäferhund bis zum Briard, einer anerkannten französischen Rasse mit recht langem Haar, ähnlich dem von Ziegen und in mehreren Farben. „Wir haben dann mal alle Hunde, die es so gibt, durchgeguckt, was unser haben sollte und was auf keinen Fall. So sind wir beim Kromfohrländer gelandet und bleiben dabei“, sagt Anett Lohse entschieden und mit leicht sächsischem Akzent, obwohl das Ehepaar seit 1980 in Brüel lebt. Sie stamme aus Sachsen-Anhalt, ihr Mann aus Sachsen. „Wenn meine Schwester da ist, kommt dies wieder viel mehr durch“, meint sie schmunzelnd.

Den kürzesten Weg zu dem Treffen hatte Hella Stein aus Kobrow mit Tochter Frieda (8) und Sohn Fritz ( 11). Letzterer bekam vor zwei Jahren aus einem Wurf von Lohses Bella mit neun Wochen als Geburtstagsgeschenk. Fritz hatte das erste Mal in einem Fernsehbericht von Kromfohrländern gehört, dann in Büchern nachgesehen und im Internet, erzählt der Junge. „Er hat sich richtig mit der Rasse beschäftigt“, bestätigt die Mama. „Das ist ein Familienhund, der viel Bewegung braucht. Wir haben herumtelefoniert und hatten Glück, dass das mit der Abgabe der Welpen genau zur richtigen Zeit klappte. Und Fritzi
erfüllt seine Aufgaben. Ein Hund ist eben nicht nur zum Kuscheln da.“ Der Junge wurde in dieser Woche elf und hat Bella danach genau zwei Jahre. Seine Schwester kümmert sich derweil um den Dackel. „Wir sind unser Leben lang von Hunden umgeben“, fügt die Kobrowerin lächelnd an.

Für Heimke Thiel aus Kiekindemark bei Parchim war neben den genannten Eigenschaften noch ganz wichtig, dass sich der Hund mit anderen Tierarten verträgt. Davon ließen es sich gleich mehrere auf dem Hof gut gehen, etwa Lewitz-Schecken, zu denen Kromfohrländer sogar farblich bestens passten, Katze, Hühner „und anderes Bodenpersonal“, wie Thiel lachend sagt. Diese Rasse passe sich ideal an die Familienverhältnisse an, sei aber nicht geeignet, wenn der Hund lange allein bleiben müsse. Als das einmal der Fall war, habe sie von ihrem Recht zur Rücknahme Gebrauch gemacht, denn sie wolle, dass die Hunde, die sie abgebe, sich wohl fühlen. 14 Würfe seien es auf ihrem Hof bislang gewesen. „Wenn der Kromfohrländer sich an eine Bezugsperson bindet, gehorcht er aufs Wort und geht überall mit hin. Der läuft nicht weg. Deshalb ist das auch ein toller Bürohund, und ich habe schon Welpen an Handwerker abgegeben.“ Der Hund weiche ihnen nicht von der Seite. Und für sie selbst sei „die praktische Größe“ vorteilhaft, meint Heimke Thiel. Dadurch bleibe ihr Platz auf dem Sofa.

Kromfohrländer feiern 2015 ihr 60-jähriges Jubiläum, erklärt Gesche Blankenagel aus der Nähe von Duisburg. Sie hält diese seit 1975, begann 1986 zu züchten, bereitete schon mehrere Generationen für Ausstellungen vor und ist im bundesweiten Rassezuchtverein der Kromfohrländer aktiv. Die Expertin hatte gleich fünf davon mit nach Sternberg gebracht. Das erwies sich allerdings bei aller Anhänglichkeit dieser Art von Vierbeinern als echte Herausforderung.

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