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Anzeiger für Sternberg, Brüel, Warin

23. November 2017 | 14:23 Uhr

Dabel : Ein Herz für krebskranke Kinder

vom
Aus der Redaktion des Anzeiger für Sternberg – Brüel – Warin

Handwerksmeister Joachim Hecht übergibt 2000-Euro-Spende vom Firmenjubiläum an einen Rostocker Verein.

von
erstellt am 09.Nov.2017 | 12:00 Uhr

Mitte August dieses Jahres feierte „Metallbau & Schmiede Joachim Hecht“ sein 20-jähriges Firmenjubiläum (SVZ berichtete). Bei der Gelegenheit bat der Firmeninhaber die Gratulanten – Freunde, Nachbarn, Handwerkskollegen etc. – statt Blumen („Ich mag so was sowieso nicht“) um eine Spende für einen sozialen Zweck. „1535 Euro kamen zusammen. Beträge von 10 bis 200 Euro wurden gegeben. Doch die Höhe ist mir nicht wichtig, jeder Spender ist mir gleich viel wert“, verkündete der 55-Jährige bei der jetzigen Spendenübergabe an den „Verein zur Förderung krebskranker Kinder Rostock“. 465 Euro gab der Schmiedemeister persönlich hinzu, so dass es eine runde Summe von 2000 Euro wurde. Versehen mit der Bitte, das Geld „für Exkursionen, Unternehmungen der Kinder“ zu verwenden.


Von betroffenen Eltern vor 25 Jahren gegründet

Prof. Gudrun Eggers, die Vereinsvorsitzende und bis 2006 Leiterin der Onkologie-Abteilung an der Rostocker Universitäts Kinder- und Jugendklinik (UKJ), will dem Wunsch „sehr gerne folgen“. Zur Spendenübergabe hatte sie Silke Strümper, Sozialarbeiterin im Verein, mitgebracht.

Der Kontakt zwischen Dabel und der Hansestadt war bereits 2007 entstanden. Zum zehnjährigen Betriebsjubiläum hatte Joachim Hecht bereits um Spenden gebeten, ohne freilich „genau zu wissen wofür“. Da schlug Hechts Nachbarin die Rostocker Kinderkrebsstation vor, wo deren Schwester arbeitete. „Also fuhr ich nach Rostock, um die 1000 Euro persönlich zu überbringen“, erzählte Hecht. Und so war es nur folgerichtig, beim 20-Jährigen so eine Aktion erneut zu machen. Diesmal kam der Verein zur Spendenübergabe der 2000 Euro in die Dabeler Schmiedestraße.

Bei der Gelegenheit informierten Eggers und Strümper über die Tätigkeit des vor 25 Jahren seinerzeit von betroffenen Eltern gegründeten Vereins. Dessen Hauptaufgabe ist es seitdem, den erkranken Kindern und ihren Familien in der schweren Zeit der Krebsbehandlung, in den Therapiepausen sowie auch im Anschluss an den stationären Aufenthalt zu unterstützen. „Dabei geht es, wenn nötig, um finanzielle Unterstützung von Familien, wenn ein Kind etwa einen kleinen Wunsch hat, Angehörige nicht das Fahrgeld für Besuche haben oder nicht in Urlaub fahren können, den das Kind braucht und für die Eltern eine Verschnaufspause in schwerer Zeit wäre“, so Prof. Eggers. Zugleich gehe es, fügt Sozialarbeiterin Silke Strümper hinzu, „um die Familienbetreuung im UKJ und in der Häuslichkeit.“ In den Familien herrsche, wenn sie die Schocknachricht Krebs bei ihrem Liebsten, dem Kind, erhalten „Sprachlosigkeit, Eltern seien dann häufig so hilflos“, benötigten professionelle Hilfe. Darum bietet der Rostocker Verein einmal monatlich die Treffen von zwei Elterngruppen an: für Kinder, die gerade in der Klinik weilen, sowie für verwaiste Familien. „Alle zwei Monate treffen sich die beiden Gruppen gemeinsam, denn man kennt sich durch die lange Zeit im Krankenhaus“, so Strümper.

Ganz wichtig – auch für die Gesundung – sind Freizeitaktivitäten. Es werden Fahrten organisiert, so u.a. in den Wildpark Güstrow. „Einmal im Jahr kommen wir hier umsonst rein. Dann wird auch gegrillt“, so die Vereinsvorsitzende.

Der Verein plant als nächstes großes Vorhaben den Bau eines Eltern-Kind-Hauses. „Die Finanzierung des Hauses für eine Million Euro steht. Wir brauchen noch die Einrichtung“, so Prof. Eggert. So wolle eine Versicherung ein Zimmer einrichten. Die Spender sollen dann jeweils auf einer Plakette öffentlich genannt werden. „Die Metallschilder, mit den Namen, wer gesponsert hat, mache ich kostenlos“, bietet Joachim Hecht an. Und der Handwerksmeister hat noch eine Idee: Der Motorradfan will mit seinem älteren Beiwagen, Marke Dnepr MT 16, nach Rostock kommen, „um mit den Kinder eine Runde zu drehen“.

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