zur Navigation springen

Wariner Tafel packt zwei Mal in der Woche Körbe : Ein Herz für bedürftige Menschen

vom

Zwei Mal in der Woche, dienstags und freitags von 13.30 bis 15 Uhr, ist Ausgabetag. Dazu packen die fleißigen Helfer von der Wariner Tafel unterschiedlich große Körbe mit gespendeten Lebensmitteln.

svz.de von
erstellt am 12.Aug.2013 | 02:29 Uhr

Warin | Zwei Mal in der Woche, dienstags und freitags von 13.30 bis 15 Uhr, ist Ausgabetag. Dazu packen die fleißigen Helfer von der Wariner Tafel unterschiedlich große Körbe mit gespendeten Lebensmitteln. Es geht nach der Anzahl der Familienmitglieder, die diese Unterstützung erhalten. Der größte Korb, eine ehemalige Bäckerkiste, ist für zwei Erwach sene und neun Kinder bestimmt. Insgesamt versorgt der gemeinnützige Verein 300 bedürftige Menschen, ein Drittel davon sind Kinder. Tendenz weiter steigend. Ob das ein Grund zur Freude sei, stehe im Raum, überlegt Martina Brandenburg, seit zwei Jahren Vorsitzende der Wariner Tafel. Dass die Zahl derer wächst, die zu den Ausgabetagen kommen, sei noch kein Beleg, dass die Bedürftigkeit zugenommen habe. "Ich denke, es trauen sich inzwischen auch mehr, diese Unterstützung in Anspruch zu nehmen", so die Vorsitzende. Manchem koste es anfangs Überwindung, sich bei den Armen einzureihen. Bei einem Tag der offenen Tür am vergangenen Sonnabend stellte sich die Tafel vor und half damit vielleicht manchem, der zu wenig Geld zum Leben hat, über seine Hemmschwelle zu kommen.

"Zu fünft haben wir im Oktober 2009 die Tafel ins Leben gerufen. Wir sagten uns, Sternberg hat eine, warum sollten wir das nicht auch in Warin hinbekommen", blickt Martina Brandenburg knapp vier Jahre zurück. Seitdem werden auf ca. 75 Quadratmetern, im gleichen Haus wie die Wäscherei, gleich neben der Feuerwehr Am Kirchtor, gespendete Lebensmittel gelagert, sortiert und ausgegeben. Diese kommen vorwiegend von großen Märkten in Warin, Wismar und Grevesmühlen, aber beispielsweise auch von Hansano oder dem Bäcker in Neukloster. Überwiegend füllen Gemüse, Obst, Brot, Butter, Milch, Joghurt oder Fisch die Körbe, in der Regel noch ein, zwei Tage haltbar. Alles sei zum sofortigen Verzehr bestimmt; dafür unterschreibe jeder, der sich bei der Tafel Lebensmittel abholt, erklärt Brandenburg. Und auch zu Hause werfe man nicht gleich weg, was gerade über das Mindesthaltbarkeitsdatum hinaus sei.

16 Mitglieder - und damit mehr als drei Mal so viele wie bei der Gründung - umfasst die Wariner Tafel heute, acht von ihnen sind immer aktiv, wie die Vorsitzende sagt. "Alle Achtung, was sie leisten." Die ältesten der fleißigen Helfer seien Mitte 60 bis 70. Hinzu kämen über das Amt Neukloster-Warin zwei Ein-
Euro-Jobber. Weniger dürften es auch nicht sein, um das enorme Pensum zu bewältigen. "Im Durchschnitt müssen wir jede Woche etwa 1,3 Tonnen Lebensmittel hochschleppen", so Brandenburg. Sie meint damit, eine Etage nach oben, wo sich der Kühlraum befindet. Einen Lastenaufzug gibt es nicht. Es sei schon daran gedacht worden, außen einen anzubringen wie ihn etwa Bauhandwerker benutzen, doch das sei nicht gestattet. Deshalb halte die Tafel nach anderen Räumlichkeiten Ausschau.

"Die meisten, die zu uns kommen, sind sehr dankbar, und das gibt immer wieder Auftrieb", sagt die Vorsitzende. "Andere meckern, wenn mal was nicht dabei ist, das sie gern hätten. Aber das von uns kann nur eine Zugabe sein, nicht der gesamte Lebensmitteleinkauf der Familie. Dafür gibt es staatliche Unterstützung." Das tue manchmal weh, aber einmal geschluckt - und dann gehe es weiter. Die Mitglieder der Tafel, die das alles ehrenamtlich machen, seien mit ganzem Herzen dabei.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen