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Anzeiger für Sternberg, Brüel, Warin

17. Dezember 2017 | 22:19 Uhr

Warin : Ein Haus für die Gesundheit

vom
Aus der Redaktion des Anzeiger für Sternberg – Brüel – Warin

Mühlenbruchsche Schenkung in Warin soll Zentrum für Naturheilkunde werden. Künftige Eigentümer hoffen auf Umbau bis Jahresende

von
erstellt am 06.Jan.2017 | 21:00 Uhr

Einst als Armenhaus gebaut, später über Jahrzehnte Altenheim, zuletzt lange Zeit leer stehend und ungenutzt: Nun soll in diesem Jahr wieder Leben in die Mühlenbruchsche Schenkung einziehen. Die Wariner Stadtvertretung gab grünes Licht für den Verkauf des stattlichen Backsteinbaus mitten in der Stadt an Elfi und Norbert König aus Blankenberg. Sie wollen dort eine Art Naturheilzentrum einrichten. Ob es bei dieser Bezeichnung bleibt, hänge vor allem davon ab, wer alles mit einzieht. Angedacht seien eine bereits interessierte Naturheilpraktikerin, auch eine Praxis für Osteopathie. „Wir sind offen für alle, die auf unserer Welle schwimmen“, sagt Elfi König, zeitlebens Blankenbergerin, geboren in Warin.

„Es gibt auch Ärzte, die Naturheilpraktiken anwenden. Wir könnten uns vorstellen, eng mit ihnen und anderen zusammenzuarbeiten, ihre Therapien zu unterstützen. Wir sehen manches anders als die Schulmedizin, wollen aber keine Konkurrenz dazu. Im Gegenteil, unsere Arbeit könnte eine Ergänzung sein“, so Elfi König. Sein Credo sei, fügt Ehemann Norbert an, „nicht Krankheit zu lindern, sondern Gesundheit zu fördern“.

So ein Naturheilzentrum passe gut nach Warin, meint Bürgermeister Michael Ankermann. Das Haus sei es „wert, endlich wieder mit Leben erfüllt zu werden“, so Elfi König. „Ich finde es schade genug, dass es so lange leer stand.“

Ehemann Norbert hat einen Abschluss als Heilberater, in Wochenendseminaren ein Jahr lang in Lindau am Bodensee erworben. Diese biete die Akademie nun auch in Berlin an, so dass Elfi König ab April nachziehen will. Noch als Bezirksleiterin einer Krankenversicherung tätig, sei ihr „durch unsere Umweltmedizinerin, die nur auf Naturheilbasis arbeitet, die Thematik vertraut“ geworden.

Die Prüfungen im November vorigen Jahres habe er alle mit Eins bestanden, erzählt König stolz, ein waschechter Rheinländer, der hier die Frau fürs Leben fand und nicht mehr weg möchte. Bereits seit Juli sei er Reiki-Meister. Der Blankenberger sieht darin „keine Behandlung, sondern einen Lebensweg“. Wer den für sich gefunden habe und
bewusst gehe, sei kaum noch anfällig für Krankheiten, ist er überzeugt. Mit Schmerzen drücke der Körper aus, dass innerlich etwas nicht stimme, die Energie des Menschen blockiert sei. Löse sich die innere Blockade, gingen die Schmerzen weg. König nennt gern den Spruch, der in seinem kleinen Behandlungszimmer hängt: Da sprach die Seele zum Körper, sag du es ihm, auf mich hört er nicht.

Wieder zur Mühlenbruchschen Schenkung: Ein Architekt sei beauftragt, ein Konzept zur Sanierung und deren Kosten zu erarbeiten. Die Elektrik müsse auf jeden Fall erneuert werden, „beim Dach sind wir noch am Überlegen“, sagt König. Stehe die Finanzierung, „wollen wir gleich richtig loslegen“. Dass das Gebäude unter Denkmalschutz steht, habe ihn nicht abgeschreckt. Er sehe darin eine Herausforderung. Und: „Wir haben bei der Sanierung des Wariner Bahnhofs und der Villa vorn an der Straße einschlägige Erfahrungen mit der Denkmalpflege gesammelt. Es gab auch Reibereien, doch wir haben gemeinsam immer eine Lösung gefunden, mit der beide Seiten gut leben konnten.“ So sei das Bahnhofsgebäude, das nun drei moderne, schöne Wohnungen enthält, mit Naturmaterialien saniert worden. Ebenso soll es bei der Mühlenbruchschen Schenkung sein.

Dort sind in den beiden oberen Etagen drei Mietwohnungen vorgesehen, in der Mitte zudem möglicherweise Pensionszimmer oder Ferienunterkünfte, etwa für Teilnehmer an Seminaren. Das Erdgeschoss bleibe Behandlungen vorbehalten. Einen Bioladen können sich Königs ebenso gut vorstellen wie eine kleine Bibliothek mit überwiegend spirituellen Büchern. Das Gebäude mit drei Etagen, 30 mal 15 Meter groß, biete reichlich Platz. Ende dieses Jahres, so das
erklärte Ziel der künftigen Eigentümer, soll der Umbau abgeschlossen sein. Wenn die ersten Räume hergerichtet sind, will Norbert König schon parallel zu weiteren Bauarbeiten die Behandlung von Kunden dorthin verlegen. Ein Gewerbe als Heilberater habe er zum 1. Dezember angemeldet, die Gerüstbaufirma in Blankenberg, in der er Geschäftsführer ist, „aber nur noch beratend“, schon zuvor an die beiden Söhne als Gesellschafter übergeben. Sie sollten Schritt für Schritt in ihre neue Aufgabe hineinwachsen.

Für ihn habe es vor drei Jahren einen regelrechten Bruch im Leben gegeben. Nach einem „schlimmen Unfall“ sollte das linke Bein operiert werden. Sein späterer Reiki-Lehrmeister habe ihm gesagt, der Unfall sei ein Zeichen gewesen, „dass die Seele zeigen will, über den Lebensweg nachzudenken“. Seine Ärztin habe von einer OP abgeraten, auf sein Drängen aber zugestimmt, wenn er im Krankenhaus das Buch „Gespräche mit Gott“ von Neale Donald Walsch lese. Wenige Tage vor der geplanten OP teilte das Krankenhaus mit, das diese
abgesetzt wurde, weil der operierende Oberarzt krank sei. „Das war für mich das Zeichen, mein Leben zu verändern“, sagt Norbert König. Und sein Fuß werde wieder völlig geheilt sein, wenn er seinen Lebensweg gefunden habe.

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