Ein Franzose der mit dem Golf tanzt

Der C4 hat äußerlich das gewisse Extra und auch die Ausstattung braucht den Vergleich nicht zu scheuen.Citroen
Der C4 hat äußerlich das gewisse Extra und auch die Ausstattung braucht den Vergleich nicht zu scheuen.Citroen

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30. Oktober 2010, 01:57 Uhr

Gerade in der Heimat der Gölfe haben Autobauer aus der Fremde Probleme damit, mal so richtig gegen den ewigen Leit-Golf anzustänkern. Was will man auch einem nahezu perfekten Kompaktwagen entgegensetzen? Etwas mehr Esprit vielleicht? Avantgardistischen Auftritt? Technische Schmankerl? Einen günstigen Preis? Alles schon mal versucht, nichts davon wirklich hilfreich. Citroën kombiniert daher jetzt gleich mehrere Komponenten.

Das beginnt beim Design. Der neue C4 wirkt nicht übertrieben extravagant, verfügt aber über ein gewisses Extra. Und er ist gewachsen, vornehmlich in der Länge, wo der ausschließlich lieferbare Fünftürer nun 4,33 Meter misst. Was ihm großzügige Platzverhältnisse und vor allem endlich auch einen anständigen Kofferraum beschert: 408 Liter passen unter die Heckklappe, da sieht der Golfer mit seinen 350 Litern schon eher ärmlich aus.

Die neue Linie setzt sich im Innenraum fort, wo spleenige Spielereien keinen Platz mehr finden. Nicht mal die feststehende Lenkradnabe aus dem Vorgänger blieb erhalten: Jetzt drehen sich die Knöpfchen des Multifunktionslenkers endlich wieder mit, alles andere liegt übersichtlich zur Hand und die Materialien wirken deutlich hochwertiger.

Vor allen Dingen aber bewegt sich die Ausstattung auf höchstem Niveau. Schon im Basismodell sind Klimaanlage, Tempomat und Berganfahrhilfe an Bord. Darüber hinaus werden in den höheren Ausstattungen bzw. gegen Aufpreis Massagesitz, Toter-Winkel-Warner, Spurhalteassistent sowie das Notfall-Ortungssystem e-Touch angeboten - in der Golf-Klasse wahrlich keine Selbstverständlichkeiten.

Gut gefallen konnten auf ersten Touren in Dänemark auch die Motoren. Der von uns gefahrene 156-PS-Benziner als Spitzenmotorisierung entwickelt mächtig Biss (0-100 km/h in 8,7 Sekunden, Spitze 214 km/h, Normverbrauch 6,4 Liter, CO2 148 g/km), ist aber leider verbandelt mit einer Sechsgangautomatik, von der man besser die Finger lässt: Ob manuell oder im Automodus, die Gangwechsel erfolgen derart träge, dass die ganze Fuhre jedesmal in Nickbewegungen gerät.

Ein echter Leckerbissen ist der Zweiliter-Diesel mit seinem bulligen Durchzug (150 PS, 8,6 Sekunden, 207 km/h, 5,2 Liter, 136 g/km). Erst etwas später kommt dann der 1,6-Liter-Diesel mit 110 PS zusätzlich auch als microhybrider e-HDi: Der trumpft mit einer Start-Stopp-Automatik auf, die bereits beim Ausrollen den Motor stoppt, ihn beim Starten blitzschnell wieder anwirft und zudem mit Bremsenergie-Rückgewinnung gekoppelt ist.

Der C4 startet im Land des Golf-Stroms noch im Laufe des November. Dann stehen je drei Benziner (ab 95 PS) und Diesel (ab 92 PS) sowie drei Ausstattungspakete bereit. Die Preise reichen von 15 950 bis 25 750 Euro - auch das ist ein Wort im Vergleich zu Gölfie.

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