Ein flotter Jazz - da steckt Musik drin

Für einen Kleinwagen ist der Honda Jazz ziemlich groß.honda
Für einen Kleinwagen ist der Honda Jazz ziemlich groß.honda

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30. Oktober 2010, 01:57 Uhr

Der Kleinwagen von Honda macht fast schon auf Van und leistet sich trotzdem kaum Schwächen. Mit einer Höhe von 1525 Millimetern überragt der Honda Jazz die meisten Konkurrenten im Kleinwagen-Segment mehr oder minder deutlich. Das hat im Prinzip nur Vorteile. Zunächst natürlich die erhöhte Sitzposition und damit eine bessere Übersicht - weil der Jazzer sich trotzdem schicklich unterm Viermeter-Längenmaß hält, gibt es auch keine Parkplatzprobleme. Außerdem passt hier der Tank unter die Vordersitze. Damit reitet der Kutscher zwar sozusagen auf dem Pulverfass, aber erstens ist das nicht gefährlicher als wenn er sonstwo platziert wäre, und zweitens bedeutet das hinten freie Bahn für Praktiker.

Und die kommen wahrlich auf ihre Kosten: Entweder gibt es im Fond für Passagiere ordentliche Sitzgelegenheiten mit reichlich Beinfreiheit - drei Erwachsene in Reihe geraten allerdings mit den Schultern ein wenig auf Kuschelkurs - und dahinter noch einmal einen Kofferraum mit 399 Liter Schluckvermögen. Alternativ lassen sich die Rücksitze aber auch hochklappen oder komplett flach legen, womit bis zu 1396 Liter Stauraum für den Transport sperriger Heimwerkerware entsteht. Egal wie, vorne fühlt man sich wohl. Das Instrumentarium wirkt hier und dort vielleicht etwas verspielt, ist aber trotzdem übersichtlich und praktisch veranlagt.

Als Pilot hat man jedenfalls seine Freude am kleinen Großen. Die 100 munteren Pferdchen des 1,4-Liter-Benziners stehen schon unten herum gut genug im Saft, um auch ohne große Schalterei im exakten Fünfganggetriebe mitschwimmen zu können. So richtig Wumms gibt´s dann VTEC-gemäß aber noch mal zwischen 3500 und 4000 Umdrehungen. Bei hohen Drehzahlen hört man das Maschinchen deutlich werkeln, ohne dass es einem auf die Nerven gehen würde. Besonders erfreulich: Mit einem Testschnitt von 6,7 Litern driftete unser Musiker nicht ins Feld der grenzenlos saufenden Freejazz-Szene ab.

Auch ansonsten hält sich der Honda an die Spielregeln. Der rollende Untersatz federt zwar eher straff, aber nicht ungehobelt über Unebenheiten hinweg. Das Kurvenverhalten entspricht dem eines braven Fronttrieblers, im Grenzbereich wienert der dann leicht über die Vorderräder weg, was das ESP zu ebenso sanftem, aber bestimmtem Eingriff bewegt wie die Lastwechselreaktionen beim Gaswegnehmen.

Fazit: Keine Frage, Honda hat hier so ziemlich alles richtig gemacht. Und der Kunde macht mit einiger Sicherheit nichts verkehrt.

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