Groß Raden : Ein Ferientag bei den Slawen

Während der Kinderführung gestern ab 11 Uhr auf dem Freigelände des Slawenmuseums in Groß Raden.
Während der Kinderführung gestern ab 11 Uhr auf dem Freigelände des Slawenmuseums in Groß Raden.

Viel Wissenswertes für Groß und Klein gab es bei der Kinderführung im Rahmen des Winterferienprogramms im Groß-Radener Museum.

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15. Februar 2018, 05:04 Uhr

Vor allem Oma und Opa mit Enkel bzw Enkelin kamen gestern um 11 Uhr zur Kinderführung übers Freigelände des Archäologischen Freilichtmuseums Groß Raden. Im Rahmen des Winterferien-Angebots gibt es diese abschließend auch noch heute und morgen.

Im und am Ausstellungsgebäude können die kleinen und großen Besucher zudem Seil drehen, schnitzen, Korb flechten, töpfern, Lederbeutel herstellen oder auch am Feuer eine mittelalterliche Kerze gießen.

Doch so ein Ferientag bei den Slawen beginnt stets mit der Kinderführung. Gestern begrüßte Museumsmitarbeiterin Carina Sabahn 16 Gäste, „so viel wie noch nie“. Weitere Besucher, bis Mittag waren es bereits um die 30, erkundeten auf eigene Faust das Freilichtgelände mit dem Burgwall, den Blockhütten und dem Wassergraben drumherum.

Der achtjährige Hannes aus Zaschendorf war mit Oma und Opa Renate und Karl-Heinz Hofmann aus Retgendorf gekommen. Als Kindergartenkind weilte er schon mal in Groß Raden, „da haben wir hier getöpfert, Kugeln aus Ton geformt“, erzählt der Steppke am Rande der Führung. Und später war er auch noch mal hier.

Familie Grosse aus Blankenhagen bei Gelbensande war gleich zu Fünft angereist. Und Peter Pochert aus Plau am See hatte Enkel Elias (7) aus Charlottenthal bei Güstrow mitgebracht. „Im Sommer war ich bereits zu einem Flechtlehrgang mit meiner Frau hier. Und ab und zu fahr ich auch zu Vorträgen“, sagt der Plauer, für den der Anfahrtsweg von gut einer Stunde allerdings ein bisschen groß ist. Da müsse man schon ganz genau überlegen herzufahren. Doch mit Ferienkind Elias habe er es gerne gemacht. „So viel ist im Winter in Mecklenburg nicht los, da muss man alles mitnehmen, was angeboten wird“, ist die Devise von Peter Pochert.

Weitere Teilnehmer der Kinderführung kamen aus Rostock und Neustadt-Glewe. Rainer und Christina Behnke aus Vorbeck vor den Toren Schwerins hatten Enkelin Leevke (9) aus Kobrow bei Laage dabei. Und diese passte ganz genau auf, als die Museumsmitarbeiterin auf den slawischen Ursprung der Ortsnamen-Endungen -ow, -in und -itz verwies. „Wie bei Kobrow“, sagte sie.

Vor 1000 Jahren lebten die Slawen hier. „Nach zwei Jahrhunderten sind die Menschen wieder weggezogen. Warum, das weiß man nicht so genau“, erklärte Carina Sabahn. Die Ferienkinder waren ganz erstaunt, als sie erfuhren: „Die Nachfahren sind immer noch da. Das sind wir! Denn jeder dritte Europäer hat slawische Wurzeln.“ Beim Gang übers Gelände gab es noch mehr Wissenswertes: So schrieben die Slawen runenhafte Zeichen in Bienenwachstafeln. Und natürlich durfte bei der Führung ein Besuch auf der Burganlage nicht fehlen.

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