Brüel : Ein Brunnen außer Betrieb

Torsten Hinrichs, Geschäftsführer der mea
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Torsten Hinrichs, Geschäftsführer der mea

Eine Energieagentur testet zusammen mit dem Fraunhofer-Institut technisches Verfahren zur Beseitigung von Bentazon.

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01. Dezember 2017, 23:30 Uhr

Um das Trinkwassereinzugsgebiet für Brüel feststellen zu können, hatten im September im Auftrag der mea Energieagentur Mecklenburg-Vorpommern GmbH drei Erkundungsbohrungen stattgefunden (SVZ berichtete). 907 Hausanschlüsse beliefert die mea, ein Unternehmen der Wemag-Gruppe, vom Brüeler Wasserwerk aus mit Trinkwasser – in Brüel, Keez, Thurow, Golchen sowie in der Gemeinde Weitendorf.

Nun liegen die Ergebnisse der Erkundungsbohrungen vor, die von der Hydro-Geologie-Nord GbR mit Sitz in Schwerin begleitet wurden. „Das bisherige bekannte Einzugsgebiet bestätigt, es gibt keine wesentlichen Änderungen im Grenzverlauf“, erklärt Gerald Streit, Meister für Wasserversorgung in Brüel, gegenüber SVZ.

Die Auswertung bestätige auch den punktuellen Eintrag des Pflanzenschutzmittels Bentazon, der den Trinkwasserbrunnen 8 belastet. Der war im Herbst 2014 außer Betrieb genommen worden, weil - wie berichtet - im Roh-/Grundwasser eine Grenzwertüberschreitung bei Bentazon festgestellt wurde.

„Nach wie vor verwenden wir dieses Wasser nicht, der Brunnen ist weiter außer Betrieb. Der Brunnen 8 wird als Sanierungsbrunnen eingesetzt, damit wird das Grundwasser ausgespült und der Grundwasserleiter umweltschonend vom Bentazon gereinigt“, erklärt Streit. Aktuelle Proben vom November 2017 zeigen für den Brunnen 8 einen Messwert von 0,00045 Milligramm Bentazon je Liter. Damit liege der Wert weiter über dem zulässigen Höchstwert von 0,00010 Milligramm Bentazon je Liter. Die Analyseergebnisse können online unter https://www.wemag.com/unternehmen/wemag-gruppe/pruefberichte-zur-trinkwasserqualitaet eingesehen werden.

Torsten Hinrichs, Geschäftsführer der mea, verweist zudem auf eine Zusammenarbeit mit dem Fraunhofer-Institut für Keramische Technologien und Systeme IKTS in Dresden. Dabei gehe es um eine Versuchsreihe, in der Bentazon auf oxidativem Wege vollständig zerstört werden soll. „Nach der Frostperiode beginnt das technische Verfahren für die Zerstörung von Bentazon im Frühjahr 2018“, kündigt Hinrichs an. „Die Versorgung der Stadt Brüel und ihrer Anrainergemeinden ist über die Brunnen 7 und 9 sichergestellt, die reines Wasser liefern. Das Rohwasser aus diesen beiden Brunnen entspricht den Anforderungen der Trinkwasserverordnung. Es kann daher ohne Sorge verwendet werden“, versichert Hinrichs gegenüber SVZ.


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