Sternberg : Ein Bild wie einst im Mittelalter

Ein Ausschnitt aus dem Freskogemälde  in der Sternberger Stadtkirche: Das Original, das der im Lande geborene Historienmaler Fritz Greve (1863-1931) im Jahre 1896 fertig gestellt hat, ist neun Meter hoch und fünfeinhalb Meter breit. Es zeigt den Landtag von 1549 an der Sagsdorfer Brücke, der die Reformation für Mecklenburg beschloss. Das Ereignis wird nun für ein Foto nachgestellt.
Ein Ausschnitt aus dem Freskogemälde in der Sternberger Stadtkirche: Das Original, das der im Lande geborene Historienmaler Fritz Greve (1863-1931) im Jahre 1896 fertig gestellt hat, ist neun Meter hoch und fünfeinhalb Meter breit. Es zeigt den Landtag von 1549 an der Sagsdorfer Brücke, der die Reformation für Mecklenburg beschloss. Das Ereignis wird nun für ein Foto nachgestellt.

Der Landtag von 1549 an der Sagsdorfer Brücke, der die Reformation für Mecklenburg beschloss, wird am Sonntag mit historischen Kostümen nachgestellt.

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13. Juni 2017, 21:00 Uhr

Mit dem Ereignis vom 20. Juni 1549 behält Sternberg für ewig einen Platz in der Geschichte Mecklenburgs: An dem Tag beschloss der Landtag an der Sagsdorfer Brücke die Reformation für das Land. Herzog Johann Albrecht hatte sich mutig gegen Kaiser Karl V. gestellt, der die alten kirchlichen Verhältnisse beibehalten wollte, und die Vertreter der Städte sowie des Landadels entscheiden lassen. Dieses bedeutsame Treffen soll am kommenden Sonntag, 18. Juni, am gleichen Schauplatz aufleben und mit Jugendlichen in historischen Kostümen für ein Foto nachgestellt werden, um damit den 500. Jahrestag der Reformation durch Martin Luther zu würdigen.

Die Idee zu dem Projekt hatte die Fotografenmeisterin und Künstlerin Christine Jörss-Munzlinger aus Klein Görnow. Als Partner gewann sie den Heimatverein Sternberg, mit dem es schon zuvor gemeinsame Projekte gab (wir berichteten), die Stadt, die Gemeinde Weitendorf und viele andere, die das Vorhaben unterstützen, wie das Mecklenburgische Staatstheater in Schwerin und die Verbundene Regionale Schule und Gymnasium „David Frank“ in Sternberg. Federführend bei der Organisation ist die Evangelische Kirchengemeinde.

Als fröhliche Mitmacher werden 30 bis 50 Jungs und Mädchen zwischen 12 und 19 Jahren gebraucht, um Herzog, Kanzler Lucas, Klerus,
Adlige, Bürger der Städte, Landmänner, Bürgermeister, Universitätsprofessoren und Ritter darzustellen, die auf Greves riesigem Gemälde zu sehen sind. Es sei allerdings „schwieriger als gedacht, ausreichend Jugendliche zusammenzubekommen“, sagt Pastorin Katrin Teuber und ermuntert, sich bei Interesse noch bei ihr oder Christine Jörss-Munzlinger zu melden (Telefon 03847 / 2919 bzw. 03847 / 2594).

„Wir freuen uns über jeden, der mitmacht“, bekräftigt Jörss-Munzlinger, die das Projekt künstlerisch leitet. Es wird gefördert durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung im Rahmen von „Kultur macht stark – Bündnisse für Bildung“. Kostüme für 50 Darsteller, die für ihre Rollen keinen Text lernen müssen, stelle das Schweriner Staatstheater zur Verfügung; ausnahmsweise, weil es sich um ein Kunstprojekt handle, so Jörss-Munzlinger, die auch unter ihrem Künstlernamen Christine de Boom arbeitet. Am schwierigsten sei es gewesen, Rüstungen für die Ritter auf dem Gemälde aufzutreiben. Dabei habe schließlich „jemand aus der Verwandtschaft“ geholfen, der einer Gruppe angehöre, die in der Freizeit an Ritterspielen teilnehme.

Eingebettet in das Lutherjahr, soll auf diese Weise die Beziehung von jungen Leuten zu ihrer Umgebung und zur Kunst gefördert werden. Jörss-Munzlinger: „In eine historische Identität kann man nicht alle Tage schlüpfen, und nicht zuletzt macht Verkleiden einfach Freude.“ Die außergewöhnliche Aktion beginnt am Sonntag um 14 Uhr an der Sagsdorfer Brücke und endet gegen 16 Uhr. Die Aufnahme werde auf ein Format etwa ein mal zwei Meter vergrößert. Zusammen mit einem reproduzierten Ausschnitt des Originalgemäldes und einer weiteren Aufnahme, die den gleichen Aufbau hat, aber die heutige Zeit mit Straßenbekleidung und Utensilien von 2017 darstellt, soll eine Ausstellung entstehen, die bis zum Reformationsjubiläum am 31. Oktober ihren Platz in der Stadtkirche St. Maria und St. Nikolaus erhält, dann aber auch wandern soll. Denn Sternberg habe mit dem Ort der Verkündung der Reformation in Mecklenburg ein Alleinstellungsmerkmal, sagt Jörss-Munzlinger.


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