Ventschow/Sternberg : Eigene Ernte und zum Wohlfühlen

Der Kleingarten ist für Sandra und Renaldo Kremp ein Wohlfühl-Ort. Sohn Richard (6) hat auch genug Gelegenheit zum Toben. Der Baumstumpf, auf dem er steht, ist von einer Sauerkirsche, deren Stamm von innen zu faulen begann. Hier soll eine Tischplatte drauf.
Der Kleingarten ist für Sandra und Renaldo Kremp ein Wohlfühl-Ort. Sohn Richard (6) hat auch genug Gelegenheit zum Toben. Der Baumstumpf, auf dem er steht, ist von einer Sauerkirsche, deren Stamm von innen zu faulen begann. Hier soll eine Tischplatte drauf.

Vom Beet und aus dem Gewächshaus kommt alles frisch in die Küche oder wird zum Naschen genommen. Doch auch den Kleingärtnern bereitet der nasse Sommer Probleme.

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11. September 2017, 05:00 Uhr

Gartenwetter war das am Sonnabend wahrlich nicht. Doch Sven Grebin blieb nichts anderes übrig, als sich auf den Weg dorthin zu machen. Er hatte am Tag zuvor Steine und Platten gekauft, die ihm ein Bekannter mit Transporter zum Garten bringen wollte. Sohn Tom (12) ist mit zur Stelle, um beim Abladen zu helfen. Mit dem Material soll im nächsten Jahr ein neuer Geräteschuppen entstehen, der die jetzige Unterstellmöglichkeit ersetzt.

Grebins sind vor neun Jahren von Hohen Viecheln nach Ventschow umgezogen. Ein Jahr darauf übernahmen sie im Kleingartenverein „Sonnenschein“ die frei gewordene Parzelle von zwei älteren Damen, die die Arbeit nicht mehr bewältigen konnten. Er wolle nicht nur „in der Bude sitzen“, sagt Sven Grebin. Und Gartenarbeit kenne er von zu Hause. Sein Vater habe auch ein kleines Gewächshaus. „Wir bekommen Tomaten und Gurken von ihm. Die schmecken ganz anders als aus dem
Laden. Und man weiß genau, dass die keine Chemie bekommen haben.“

Andere Obstgehölze und neu angelegte Beete

So wie jetzt habe der Garten anfangs nicht ausgesehen. Ein riesiger Kirschbaum musste heraus. Der Mann formt mit beiden Armen einen Kreis. Solchen Durchmesser habe der Stamm gehabt. Dafür stünden nun Obstgehölze an anderer Stelle. Auch die Beete hätten sie nach und nach neu angelegt, mit Steinen als Umrandung, „damit es ordentlicher aussieht“, erzählt der 45-Jährige. Erdbeeren, Kartoffeln, Rote Bete, Salat und Zwiebeln kommen aus dem eigenen Garten auf den Tisch. Blumen bringen weitere Farben hinein.

„Es ist auch schön, hier am Wochenende und im Urlaub gemütlich mit der Familie zu sitzen und zu grillen, manchmal mit Freunden und Bekannten“, sagt der Ventschower. „Der Nachbar ist auch immer da.“ Man helfe sich gegenseitig. „Das hat man früher gemacht und heute auch.“ Für Sven Grebin ist das selbstverständlich.

Alles auf einmal gehe freilich nicht, da er die ganze Woche über nicht zu Hause sei, sondern als Monteur ausliege. „Jetzt bin ich schon eine ganze Weile im Ruhrgebiet.“ Somit bleibe nur das Wochenende. Und da sei ein Wetter wie an diesem Sonnabend besonders ärgerlich.

Abgesägter Stamm wird zum Tisch

Sandra und Renaldo Kremp aus Sternberg warteten ab, bis es am Nachmittag trocken wurde. Dann ging es mit Sohn Richard (6), der gerade zur Schule gekommen ist, hinaus auf die Scholle, während ihr Großer, der 15-jährige Paul, mit dem Fahrrad unterwegs war. Kremps haben ihre Parzelle in der Sternberger Kleingartenanlage „Seeblick“. Die jetzige hätten sie erst vor Kurzem erworben. Die sei frei geworden, „und weil hier alles größer ist, sind wir vom Garten schräge gegenüber umgezogen“, erklärt der Familienvater. Nun hätten die Kinder auch mehr Platz zum Toben.

Die Arbeit würden sie sich teilen, seine Frau kümmere sich um die Beete und die Blumen, „ich bin mehr für die groben Sachen zuständig, wie
Hecke oder Bäume schneiden“, sagt der Gartenfreund lachend. Einen Sauerkirschbaum habe er ganz abnehmen müssen, der sei krank gewesen, wie auch der Stamm innen zeigt. Kremp hat den in der
Höhe abgesägt, dass mit einer Platte darauf ein Tisch entsteht. Hier könnten sie dann zusammen sitzen, am Abend sorge eine Feuerschale daneben für wohlige Wärme.

Jetzt muss er aber erst einmal faulige Äpfel zusammenharken. Der nasse Sommer habe auch im Kleingarten Probleme bereitet. Nicht nur die Äpfel hätten gelitten, Stachel- und Schwarze Johannisbeere seien von einem Pilz befallen, wahrscheinlich durch die Feuchtigkeit, vermutet der Sternberger. Er hoffe, dass die Büsche sich wieder erholen.

Zwischenfrüchte zur Bodenverbesserung

Die Kartoffeln habe er schon ungewöhnlich früh herausgenommen, weil denen der ständig nasse Boden sicher auch nicht bekommen wäre. Dort wächst jetzt sattgrüner Rasen. Der sei vor gut zwei Wochen
aufgelaufen und habe sich schnell entwickelt. Dafür sei der Regen gut gewesen. Kartoffeln bekämen im nächsten Jahr einen anderen Platz, wo jetzt zur Bodenverbesserung Zwischenfrüchte stehen.

Daneben gedeihen noch vier Köpfe Rotkohl. Zwiebeln, Möhren und Erbsen, Letztere vor allem zum Naschen für die Kinder, vervollständigen den Gemüseanbau in dem Kleingarten. Das alles mache viel Spaß, solle aber „pflegeleicht“ bleiben, wie Renaldo Kremp sagt, denn sie könnten nur nach der Arbeit oder „größtenteils am Wochenende“ in den Garten und wollten sich hier wohlfühlen.

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