Kaarzer Holz : Eidechsen und Silbergras schützen

Hier bleibt der Beton im Boden, weil die Kiefer sonst umkippen würde.
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Hier bleibt der Beton im Boden, weil die Kiefer sonst umkippen würde.

Auf Naturerbefläche Kaarzer Holz sind naturnaher Wald und Offenland-Flächen kein Widerspruch

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03. März 2016, 12:00 Uhr

Mit schwerer Technik werden im Kaarzer Holz noch bis Ende April Objekte des militärisch genutzten Übungsgeländes (NVA und bis vor zehn Jahren Bundeswehr) zurückgebaut: Bunker, Schießbahn, alte Motoranlagen, meterhoher Stacheldraht... Insgesamt über 120 an der Zahl.

Das 2788 Hektar große Kaarzer Holz übernahm Mitte November 2013 die gemeinnützige Tochter der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU), die DBU Naturerbe GmbH, vom Bund, um es für zukünftige Generationen zu schützen (SVZ berichtete).

Der Abriss ist Teil der laufenden Arbeiten in den dazugehörenden Revieren Kaarz, Kobrow und Venzkow. „Die Kartierung ist abgeschlossen“, sagt Katja Behrendt von der DBU-Pressestelle. Alle Lebensräume wurden aufgenommen, die Ergebnisse in Artenlisten eingetragen. Damit kenne man nun den Ist-Zustand des Waldgebietes. Weil dies durch ein externes Unternehmen erfolgt ist, wird jetzt stichprobenartig geprüft und gegebenenfalls nachkartiert, so Behrendt. Auf dieser Kartierung basieren der Naturerbe-Entwicklungsplan, der die Vorhaben der folgenden zehn Jahre festschreibt, Jahreswirtschaftspläne und ein folgendes Monitoring, macht sie deutlich. Ziel sei es, dass Naturerbe zu erhalten und wo notwendig, zu optimierten.

„Wir freuen uns, dass wir jetzt viel Raum entsiegeln und der Natur zurückgeben können“, sagt Revierleiterin Verena Bastian, zuständig für das Revier Venzkow, in dem der ehemalige Schießplatz nördlich von Demen liegt. Die hier vorhandenen sieben Hektar Offenland sollen nur gemäht und das Mähgut abgefahren werden. „Eidechsen und Silbergras beispielsweise brauchen eine offene Landschaft“, weiß die Revierförsterin. Um Lebensräume etwa für Eidechsen zu erhalten, bleiben nach dem Rückbau der Objekte kleine Steinhaufen auf der Fläche liegen. „Es gibt zu wenig Offenland“, sagt Verena Bastian.

Zu dem Ziel, den Wald so naturnah wie möglich umzubauen, um ihn dann in Ruhe zu lassen, sei Offenland kein Widerspruch, erklärt Katja Behrendt. „Offenland-Flächen sind selten. Auf ihnen erleben wir eine große Artenvielfalt“. Deshalb würden beide Strategien parallel gefahren werden – die Naturentwicklung (Wildnis) und die bestehende Naturbewahrung (Offenland).

Was vor Ort passiert, dafür interessieren sich Menschen. Revierleiterin Bastian hat eine Demener Gruppe schon einmal durch ihr Revier geführt und angeboten, dies zu wiederholen. Wer allein unterwegs ist, soll künftig an den Hauptwegen im Kaarzer Holz auf fünf Infotafeln Fotos und Fakten zu Geschichte, Fläche und dem DBU-Naturerbe finden. Und ebenso eine Karte mit Wegempfehlung. „Wir würden uns freuen, wenn Leute das nutzen“, erklärt Behrendt. Denn im Kaarzer Holz sind Besucher weiterhin willkommen.

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