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Anzeiger für Sternberg, Brüel, Warin

17. August 2017 | 10:06 Uhr

Zurow : Ehemaliger Bunker als Kunstraum

vom
Aus der Redaktion des Anzeiger für Sternberg – Brüel – Warin

Hinterlassenschaft des Kalten Krieges im Wald von Zurow öffnete für drei Tage

Es war der ungewöhnlichste Ort, der über die Festtage „Kunst:Offen“ präsentierte: der alte Hochbunker von Zurow. Erbaut in den Jahren 1964/66, zu Hochzeiten des Kalten Krieges, war das Objekt bis zur Wendezeit in Betrieb. Er sollte im Erstfall, so die Überlegungen der DDR-Oberen, für die Sicherheit der Kreiseinsatzleitung Wismar-Land sorgen.

Nach der Einheit gab es hier einen Jugendclub-Versuch, dann wurde das Ganze aus Sicherheitsgründen zugeschüttet. Yves Müller, der als Selbstständiger arbeitet und mittlerweile in Frauenmark bei Parchim lebt, erwarb 2004 das kriegerische Zeugnis. Eines von insgesamt gleich vieren! Weitere Müllersche Ex-Bunker stehen in Frankfurt/Oder, Erfurt und Merseburg.

2008 wurde der Bunker im Zurower Wald, beim Ravensruher Weg, wieder ausgegraben. „Von Studenten der Universität der Künste in Berlin“, berichtet Müller. Von 2009 bis 2013 öffnete er sein Relikt aus alter Zeit jedes Jahr zu „Kunst: Offen“. Unter dem Motto „Bunker zu Kunsträumen“.

Seitdem war Pause bis zum diesjährigen Pfingsten. Müller will den „toten, leeren Räumen damit wieder einen Sinn geben“. Wer den Bunker „mit uns begeht, der erlebt und begreift, was für ’ne Angst die Leute damals gehabt haben müssen“, meint der Bunkerliebhaber.

Diesmal stellten in den Untertageräumen, der Bunker hat eine Größe von 150 m2, seine Mutter Karin-Müller-Grunewald aus Kleinmachnow sowie der Stahnsdorfer Egon Wrobel aus. Zu sehen waren Fotomontagen, eine Leihgabe Lichtmauer ans Berliner Rathaus sowie Öl- und Acrylmalerei und von Wrobel Keramik-Skulpturen auf AIDA-Schiffen, Glasreliefs, Schmuck und Zeichnungen. Pfingstmontag-Abend schloss sich wieder die Alarm gesicherte Bunkertür.

Wer dennoch abseits von „Kunst: Offen“ hier reingehen möchte, kann sich bei Yves Müller melden (0174/9828972).

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erstellt am 18.Mai.2016 | 12:00 Uhr

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