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Naturparkzentrum Warin : Durch Babypause unerwartet in der Klemme

vom
Aus der Redaktion des Anzeiger für Sternberg – Brüel – Warin

Werdende Mutter will Bundesfreiwilligendienst im Naturpark Sternberger Seenland nach Elternjahr wieder aufnehmen. Doch es gibt Probleme

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erstellt am 19.Apr.2016 | 12:00 Uhr

Eine freudige Nachricht bringt den Naturpark Sternberger Seenland unerwartet in die Klemme: Birgit Jost, die hier seit Oktober 2015 einen Bundesfreiwilligendienst (Bufdi) leistet, erwartet ihr drittes Kind. Wenn alles gut geht, arbeitet sie noch bis Sommer, Anfang September soll der Geburtstermin sein.

Nach einem Jahr Babypause würde die Warinerin die für anderthalb Jahre bewilligte Bufdi-Stelle gern wieder einnehmen. „Wir hätten überhaupt nichts dagegen, wir sind mit Birgit sehr zufrieden. Sie hatte schon mit Ein-Euro-Jobs bei uns reingeschnuppert“, sagt der stellvertretende Naturparkleiter Jan Lippke. „Doch für das Jahr, in dem sie ausfällt, wollten wir die Stelle unbedingt wieder besetzen.“

Und hier liegt die Krux. Das Regionalbüro vom Jugendwerk Aufbau Ost (JAO) in Waren/Müritz als Träger der Maßnahme hatte so einen Fall, dass eine Frau während der befristeten Tätigkeit schwanger wird, bislang nicht, erklärt Lippke. Ginge Birgit Jost auf einen gütlichen Aufhebungsvertrag ein, um sich nach der vorgesehenen Pause neu zu bewerben, würde sie eine zeitweilige Sperre des ohnehin geringen Entgelts durch die Agentur für Arbeit riskieren. Aber eine Kündigung, um einer möglichen Leistungssperre zu entgehen, komme erst recht nicht in Frage. Als Schwangere sei sie nicht kündbar, weiß auch die Warinerin. „Nun ist der Träger gemeinsam mit der Arbeitsagentur beim Prüfen, was für alle die beste Lösung ist, die auch gesetzlich standhält“, erklärt der stellvertretende Naturparkchef.

Die werdende Mutter sieht die verzwickte Situation mehr mit einem lachendem Auge. Sie freue sich natürlich auf das Kind. Ihre Tochter sei 14 und der Sohn zehn Jahre alt, erzählt die 36-Jährige. Außerdem habe ihr Mann noch zwei Kinder. Mit ihnen ergebe sich ein Abstand von jeweils zwei Jahren. „Wenn alle da sind, ist das Haus voll und richtig was los“, sagt die Warinerin lächelnd. „Schade finde ich es für den Naturpark.“ Sie besetzt überwiegend die Information im Naturparkzentrum und entlastet somit die Ranger, hat aber auch schon bei Veranstaltungen geholfen. Sie habe eine freundliche Art und gehe auf die Besucher zu, das sei an dem Platz ganz wichtig, bescheinigt Lippke. „Es ist ein schönes Taschengeld, und man kommt unter Leute“, so sieht die junge Frau ihre Tätigkeit.

Im Naturpark wird seit Frühjahr 2014 eine Bufdi-Stelle über das Schweriner Umweltministerium besetzt. Eingeführt wurde der Freiwilligendienst 2011, als die Wehrpflicht ausgesetzt wurde und damit der dazu alternative Zivildienst wegfiel. Angesprochen sind Frauen und Männer in jedem Alter, um sich in sozialen, ökologischen und kulturellen Bereichen oder auf dem Gebiet des Sports, der Integration sowie im Zivil- und Katastrophenschutz für das Allgemeinwohl einzusetzen.

Der Naturpark sucht nun Interessenten für ein Jahr, möglichst aus Warin und Umgebung. Fachwissen werde nicht verlangt, sagt Jan Lippke. Viel mehr komme es darauf an, dass die- oder derjenige „offen und aufgeschlossen ist“. Denn Besucher kämen selten mit Fachfragen ins Naturparkzentrum, sondern wollten eher was zu der Region wissen, von Ausflugszielen über Gaststätten bis hin zu Einkaufsmöglichkeiten. Und stelle doch mal jemand eine Fachfrage, könnte ein Ranger helfen.

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