VS schließt Kita in Witzin : Dunkle Wolken über Haus Regenbogen

<fettakgl>Beschäftigung in der Witziner Kindertagesstätte</fettakgl>.   Die Mädchen und Jungen singen und tanzen mit Erzieherin Gudrun Schmidt. Nur noch bis Mitte Juli hat die Einrichtung im Dorf geöffnet.  <foto>Foto: Michael Beitien</foto>
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Beschäftigung in der Witziner Kindertagesstätte. Die Mädchen und Jungen singen und tanzen mit Erzieherin Gudrun Schmidt. Nur noch bis Mitte Juli hat die Einrichtung im Dorf geöffnet. Foto: Michael Beitien

Dunkle Wolken über dem "Haus Regenbogen" in Witzin. Die Volkssolidarität (VS) schließt im nächsten Monat die Kindertagesstätte im Dorf. Die Gemeinde bemühte sich bisher vergeblich, einen neuen Interessenten zu finden.

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08. Juni 2012, 10:54 Uhr

Witzin | Dunkle Wolken über dem "Haus Regenbogen" in Witzin. Die Volkssolidarität (VS) schließt im nächsten Monat die Kindertagesstätte im Dorf. Die Gemeinde bemühte sich bisher vergeblich, einen neuen Interessenten zu finden, der die Räume mietet und hier eine Kinderbetreuung organisiert.

"Ende Juli wird geschlossen", bestätigte gestern Gudrun Schmidt, die neben ihrer Tätigkeit als Leiterin der Kita der Volkssolidarität in Dabel seit Mitte letzten Jahres auch für die Kinderbetreuung in Witzin den Hut auf hat. Sogar schon vor diesem offiziellen Termin ist Schluss in Witzin, denn ab 16. Juli beginnen die vom Träger schon lange beim Jugendamt angezeigten geplanten Betriebsferien.

"Derzeit sind noch zwölf Kinder angemeldet", erklärt Schmidt das Dilemma in Witzin. Zwei davon kommen im Sommer in die Schule, eins in eine integrative Einrichtung nach Sternberg. Bleiben neun Sprösslinge. "Eine Kindereinrichtung ist mit einer so geringen Anzahl nicht haltbar", sagt Schmidt. Zumal zur Absicherung der Öffnungszeiten von 6.30 Uhr bis 17 Uhr zwei Kollegen notwendig sind. Diese Betreuung übernehmen derzeit vorrangig Gudrun Schmidt und Elke Kauer aus einer Güstrower VS-Kindereinrichtung.

"Es tut uns für die Kinder leid", erklärt die Kita-Leiterin. Einige der Mädchen und Jungen werden ab dem Sommer in der Kita Dabel betreut, einige in Sternberger Einrichtungen. Dafür haben sich insbesondere Eltern entschieden, die im Einzugsbereich der Sternberger Schule wohnen

Der Träger, der Volkssolidarität-Kreisverband Mecklenburg-Mitte, habe sich die Entscheidung nicht leicht gemacht, sagt Gudrun Schmidt. Man hatte die Hoffnung, dass auch in dieser Region wieder mehr Kinder geboren werden. Das hat sich nicht erfüllt.

"Ich finde diese Einrichtung persönlich sehr schön", sagt Schmidt. Auch der Träger habe sich entsprechend geäußert: Solche schöne Einrichtung habe man nicht überall. "Das stimmen die Bedingungen für die Kinder", so Schmidt. Die Kolleginnen, die in der vergangenen Zeit hier tätig waren, haben sich sehr eingebracht", schätzt Gudrun Schmidt ein. "Es war fachlich sehr gut." Die personelle Besetzung musste neu geregelt werden, nachdem eine Erzieherin aus Altersgründen ausschied und eine andere erkrankte.

Die Volkssolidarität hat die Räume im Dorfgemeinschaftshaus von der Kommune gemietet. Die Kommune hatte in den vergangenen Jahren viel Geld investiert, um die Kindertagesstätte herzurichten.

Seitdem die Rückzugspläne der Volkssolidarität bekannt sind, bemühen sich die Witziner um eine Nachnutzung.

Wenn die Kita verschwindet, sterbe ein Stück vom Dorf, so die erst kürzlich zurück getretene Sozialausschussvorsitzende Heidrun Schmidt. Eine Kindertagesstätte sei immer auch ein Kriterium, wenn es darum geht, neue Familien anzusiedeln.

In Witzin gibt es eine Tagesmutter, die ihr Haus hergerichtet hat für die Betreuung von Kindern. Die Witziner versuchten, weitere Eltern zu gewinnen, die sich möglicherweise für diese Tätigkeit entscheiden und für die Betreuung die Räume des jetzigen Kindergartens nutzen. Erst Anfang Mai begann ein neuer Lehrgang für Tagesmütter, erklärt Heidrun Schmidt. Auf einer Elternversammlung des Kindergartens wurde der Versuch gestartet, dafür unter den Müttern Interessenten zu finden. Das ist nicht gelungen.

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