Borkow : „Du blickst wie auf eine Wand“

Von der Seestraße (r.) in Borkow auf die B 192 abzubiegen; für die Bewohner ist das nicht ohne Gefahr. Fotos: Roland Güttler
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Von der Seestraße (r.) in Borkow auf die B 192 abzubiegen; für die Bewohner ist das nicht ohne Gefahr. Fotos: Roland Güttler

Einmündung der Borkower Seestraße auf die B 192 entwickelt sich zum Unfallschwerpunkt - vier Fälle in den vergangenen zwei Jahren.

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11. Juni 2016, 12:15 Uhr

Gestern wurde wieder einmal auf der B 192 in Dabel geblitzt – vermeldete das Radio per Blitzeransage. Auch die B 104 in Witzin ist da häufig vertreten. „Borkow hört man hingegen nie“, sagt Heike Lorenz auf der Einwohnerfragestunde der Gemeindevertretersitzung. Im Auftrag von Mitbewohnern der Borkower Seestraße verweist sie auf ein Problem an der Einmündung auf die Bundesstraße 192 hin. „Da sind schon etliche Unfälle passiert“, so Lorenz. Die Frage nach einer Geschwindigkeitsregelung wurde ans Sternberger Ordnungsamt übergeben.

SVZ sah sich nach der Sitzung vor Ort um, sprach mit Anke und Bodo Zehlius, die seit zehn Jahren im ersten Seestraßen-Haus nahe der B 192 wohnen. „Ich habe den Mercedes zerschrottet“, sagt Anke Zehlius, als sie über ihren Unfall am 30. März dieses Jahres spricht. „Das erste Auto ist noch durchgefahren, das zweite habe ich nicht gesehen“, erklärt die Mutter eines vierjährigen Sohnes, der beim Unfall zum Glück selbst nichts passierte.

Sie wollte nach links in Richtung Dabel auf die B 192 fahren. Erst kommt das Stoppschild, dann die weiße Haltelinie an der Bundesstraße. Ob auf der B 192 alles frei ist, sei laut Anke Zehlius beim Linksabbiegen nur schwer zu erkennen. „Du blickst wie auf eine Wand und siehst bei einem Pkw nichts. Das ist wie ein toter Winkel“, so Zehlius, aufs gebogene Brückengeländer zeigend. Die neue Mildenitz-Brücke steht seit vier Jahren.

Hinzu kommt, dass es auf der B 192 – aus Dabel kommend – kurz vor der Brücke eine kleine Senke gibt. „Ich war hier nicht die erste und bin bestimmt nicht die letzte, die an der Stelle einen Unfall hatte“, betont die Borkowerin und verweist auf gleich vier Unfälle von Bewohnern der Seestraße mit ihren 25 Häusern in den vergangenen zwei Jahren. „Muss hier erst ein Kreuz stehen!?“, fügt Zehlius hinzu.

Dass sich so gut wie kein Kraftfahrer auf der B 192 kurz vorm Borkower Ortsausgang in Richtung Dobbertin an die 50 km/h hält, wie auch beim Vor-Ort-Termin abends gegen 20 Uhr auffiel, kommt hinzu. „Die kommen angebreddert wie die Wilden“, ist Bodo Zehlius’ Erfahrung. Familie Zehlius und andere Seestraßen-Bewohner wollen hier eine Lösung – sei es eine Geschwindigkeitsbegrenzung oder, dass das Ortseingangsschild in Richtung Dobbertin wieder etliche Meter weiter zurück gesetzt wird; dorthin, wo es früher stand. Jetzt steht es unweit der Seestraßen-Einmündung. Und bergab lassen es die Kraftfahrer eben gern „ausrollen“.

Im Straßenbauamt Schwerin war die Problematik bisher nicht bekannt. Eines stellte Hilmar Peters, Sachgebietsleiter Brückenbau, auf Nachfrage klar: „Die Brücke ist auf keinen Fall schmaler geworden. Wenn wir Brücken aus DDR-Zeiten ersetzen, werden die etwas breiter“, so Peters. Was die Geländer-Krümmung betrifft, so sei das „ein Sonderfall“. Bei geradem Geländer hätte man das benachbarte Gelände mit nutzen müssen, doch der Grundstückseigentümer gab laut Peters „dazu keine Zustimmung“. Wenn Peters wieder mal in der Region sei, wolle er sich die ganze Sache ansehen.

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