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Anzeiger für Sternberg, Brüel, Warin

13. Dezember 2017 | 19:52 Uhr

Warin : DRK soll Wariner Kita übernehmen

vom
Aus der Redaktion des Anzeiger für Sternberg – Brüel – Warin

Stadtvertretung entscheidet einstimmig für Trägerwechsel im neuen Jahr / Betreuung der Kinder läuft wie jetzt weiter.

svz.de von
erstellt am 19.Sep.2014 | 17:21 Uhr

Die große Überraschung war es nicht: Die Stadtvertretung in Warin entschied sich auf ihrer Sitzung am Donnerstagabend einstimmig für einen Trägerwechsel in der Kita „Kinderwelt“ am Fritz-Reuter-Platz. Nun soll mit dem DRK-Kreisverband Nordwestmecklenburg eine Übernahme der Einrichtung zum 1. Januar ausgehandelt werden. Die Stadtvertreter folgten einer Empfehlung des Sozialausschusses. Sollten die Verhandlungen mit dem DRK kein Ergebnis bringen, wäre die Felicitas gGmbH Wismar der nächste Ansprechpartner.

Der jetzige Träger, Kreisverband Mecklenburg-Mitte der Volkssolidarität (VS) in Güstrow, ist damit aus dem Rennen. Er hat die Versäumnisse beim Erhalt des Gebäudes, für das ein Erbbaupachtvertrag bestand, zu verantworten. Sie führten dazu, dass das Obergeschoss wegen Schimmelpilzbefalls gesperrt werden musste und die Kindergartengruppen seitdem in der ehemaligen Kita in Klein Labenz, in der dann die Städtische Musikschule untergebracht war, betreut werden. „Es gab Unterlassungen“, hatte Vorstandsvorsitzende Barbara Schäfer eingeräumt. Ein von der Stadt eingefordertes Finanzierungskonzept zur Sanierung der Einrichtung legte die VS trotz mehrmaliger Beteuerungen nicht vor. Noch am 27. August hatte Schäfer in einer öffentlichen Sitzung des Sozialausschusses, in der sich drei neue Träger und auch die VS zahlreich erschienenen Eltern vorstellten, angekündigt, bei einem Banktermin zwei Tage darauf die Finanzierung abzusichern. Doch weder bis zur eigens anberaumten Sondersitzung des Sozialausschusses am 9. September noch bis zu diesem Donnerstag legte die Volkssolidarität Daten vor.

Einem von ihr präsentierten privaten Investor wollte die Stadt die Kindereinrichtung nicht überlassen. Ende Juli kündigte sie den Erbbaupachtvertrag zum 1. Januar 2015, so dass Grundstück samt Gebäude mit dem Tag wieder an die Stadt übergehen. In Abstimmung mit dem Fachdienst des Landkreises begann daher schon die Suche nach einem neuen anerkannten Träger.

In der Informationsveranstaltung am 27. August in der Turnhalle hinterließ der DRK-Kreisverband den überzeugendsten Eindruck. Er betreibt nach eigenen Angaben elf Kindertagesstätten mit 110 Beschäftigten, die über den Landkreis verteilt sind. Vier davon seien neu gebaut. Diese Variante favorisiert das DRK offenbar auch für Warin, 2015 auf Fördermittel hoffend. Ein Neubau auf dem gleichen Grundstück, während die Betreuung der Kinder im Erdgeschoss des jetzigen Gebäudes sowie in Klein Labenz weiterhin gesichert wäre, hat die Stadt mit in Erwägung gezogen. Die beiden anderen Interessenten – Awo Soziale Dienste gGmbH Wismar und Felicitas gGmbH – hatten bei der Frage aus dem Sozialausschuss, welcher Träger die Sanierungskosten tragen würde, gleich erklärt, dass sie sich derzeit nicht dazu in der Lage sehen. Für sie müsste die Stadt dieses schwere Paket stemmen. Allein die VS wollte sanieren, „wir fühlen uns verpflichtet“, so die Vorstandsvorsitzende, doch wie es scheint, hat sie das Geld dafür nicht zusammen bekommen.

Erzieherinnen, die um ihren Arbeitsplatz bangen und zahlreich zur Sitzung der Stadtvertretung gekommen waren, reagierten auf deren Beschluss überwiegend mit Unmut. Offenbar im Vertrauen in die Versprechen der übergeordneten Leitung im letzten halben Jahr, die allerdings eher auf ein Hinhalten hinausliefen. Auch auf Signale aus der Kita vor der Teilsperrung hatte es keine Reaktion gegeben.

Betroffen sind auch die Mitglieder der Volkssolidarität, deren Club sich im Keller des Kita-Gebäudes befindet. Mehr dazu nächste Woche.

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