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Anzeiger für Sternberg, Brüel, Warin

21. November 2017 | 05:43 Uhr

Sternberg : Dritter Anlauf beim Bürgerbüro

vom
Aus der Redaktion des Anzeiger für Sternberg – Brüel – Warin

Lange Warteschlange: Ein Kobrower macht an zwei Tagen kehrt, weil es zu voll ist. Die Mitarbeiterinnen sind bemüht, aber überlastet.

von
erstellt am 08.Jan.2015 | 17:19 Uhr

Äußerlich ruhig und gefasst, aber mit einer großen Portion Ärger im Bauch meldete sich gestern Ralf Wilk aus Kobrow bei uns. Er war im Kooperativen Bürgerbüro von Amt und Landkreis in Sternberg. Das sei nun der dritte Anlauf, um seinen Antrag auf Verlängerung des Jagdscheins zu stellen. „Am Dienstag war ich dreimal hier, am Mittwoch noch einmal, bin aber immer gleich umgekehrt, weil es so voll war“, erzählt der Kobrower. „Ich bin selbstständig und kann mir die Zeit einteilen. Aber wie mag es jemandem ergehen, der von der Arbeit
extra freigenommen hat, um sein Auto anzumelden.“

Die Untere Jagdbehörde des Landkreises habe darauf verwiesen, die Verlängerung des Jagdscheines, die in der Regel alle drei Jahre fällig sei, im Bürgerbüro zu beantragen. Sie fordere dann ein erweitertes polizeiliches Führungszeugnis an. Die Bearbeitung könne somit sechs bis acht Wochen dauern. Deshalb sollte der Antrag möglichst im Januar gestellt werden, denn am 1. April beginne die Jagdsaison.

Das wollte Ralf Wilk endlich erledigen und zog die Nummer 20. Da war es 9.56 Uhr und die 9 an der Reihe. „Nach meiner Hochrechnung ist erst Mittag, bevor ich drankomme“, befürchtete Wilk. Doch dann leuchtete gegen halb zwölf die 20 auf.

„Die Frauen im Bürgerbüro können nichts dafür. Sie tun mir leid, was sie sich von manchen anhören müssen“, betont der Kobrower. Er sei ein ruhiger Mensch und möchte nicht die Worte wiederholen, die im Wartebereich gefallen seien.

Auch für Eckardt Meyer, Leiter des Bürgerbüros, ist dieser Zustand völlig unbefriedigend. „Seit über einem Jahr bemühen wir uns beim Landkreis um personelle Verstärkung, kommen aber nicht weiter.“ Immer wieder neue Aufgaben, wie jetzt die Anträge der Jagdscheine, würden dem Kooperativen Bürgerbüro dagegen übertragen. „Ich stehe dazu, Service vor Ort ist eine tolle Sache“, so Meyer. Dafür müsse aber auch „Geld in die Hand genommen werden“. Verärgerte Bürger seien nicht der Sinn der Sache. Ralf Wilk will jedenfalls einen Beschwerdebrief an den Landrat schreiben. SVZ bleibt an der Sache dran.

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