Brüel : Dreister Einbruch in Nachtquartier

In der Sporthalle auf dem Brüeler Vogelstangenberg, in der die Teilnehmer des internationalen Jugendworkcamps übernachten, wurde eingebrochen.  Fotos: Rüdiger Rump
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In der Sporthalle auf dem Brüeler Vogelstangenberg, in der die Teilnehmer des internationalen Jugendworkcamps übernachten, wurde eingebrochen.

Den Teilnehmern des vierten internationalen Jugendworkcamps in Brüel wurden Verpflegungsgeld, Laptops und I-Phones gestohlen.

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17. August 2015, 21:00 Uhr

Es war ein schöner Tag, fanden die Teilnehmer des vierten internationalen Jugendworkcamps in Brüel. Sie hatten am Sonnabend nicht nach Berlin oder Hamburg gewollt, sondern Schwerin besucht und waren begeistert. „Gegen 23 Uhr sind wir zurück gewesen“, erzählt Teamerin Laura Hübner. „Wir haben uns noch einen Film angesehen dann schlafen gelegt.“ Das sei nach halb zwei gewesen. Zwischen zwölf und ein Uhr hätten offenbar von den Jungs, die öfter dort gewesen seien, welche an die Fenster zu den Duschräumen der Mädchen geklopft. „Das hat uns nicht beunruhigt. Wir haben nur noch mal gecheckt, ob nach draußen alles verschlossen ist“, so die junge Teamerin. Die Studenten übernachten auf Matten in der Sporthalle auf dem Vogelstangenberg.

Sie sei am Sonntag als Erste aufgestanden, denn um halb zehn war eine Kanutour auf der Warnow geplant. Irgendwas stimmte nicht, das sei ihr gleich aufgefallen, bevor sie das Unheil entdeckte: Die Schränke oben im Vereinsraum, in dem die jungen Leute kochen, essen und die Sachen aufbewahren, die sie tagsüber nicht brauchen, waren durchwühlt worden, als unten in der Halle alle fest schliefen. Ausgerechnet in der Nacht war Teamerin Sunny Thies nicht in der Sporthalle. Sie schläft sonst mit ihrem Hund nahe dem Vereinsraum auf der Tribüne.

Die Verpflegungskasse mit über 700 Euro für die zweite Woche des Camps, Laptops, I-Phones, Lauras Gitarre, ein Rucksack fehlten. Pässe und ihr Bargeld hatten die Studenten zum Glück bei sich.

Rita Klammer, die sich um die Organisation des Jugendcamps kümmert, ist entsetzt. „Welches Licht wirft so eine Tat auf Brüel, auf die Region! Besonders traurig finde ich, dass jemand so was macht, ohne die Folgen zu bedenken. Vielleicht bekommen wir nie wieder so ein Camp hierher.“ Für die Vereinigung junger Freiwilliger (VJF), die diesen Jugendaustausch in Deutschland vermittelt, sei es der erste Fall, habe sie erfahren.

Neun Studenten aus Russland, Tschechien, Frankreich, Italien, Spanien, Mexiko und Japan arbeiten hier für zwei Wochen unentgeltlich. Nach Bienenprojekten in den drei Vorjahren geht es diesmal um das Außengelände vom Haus Biber & Co. in Alt Necheln und den ca. sieben Kilometer langen Wanderweg bis Schloss Kaarz. Die Teilnehmer wollen sich mit anderen jungen Leuten aus aller Welt austauschen; dafür opfern sie einen Teil ihrer Ferien, kommen für den Flug und die Vermittlung durch die VJF selbst auf, nur Logis und Verpflegung sind frei, erklärt Sunny Thies, die schon das zweite Mal als Teamerin und Dolmetscherin
zugleich in Brüel agiert. Sie kommt aus der Nähe von Krakow am See und freut sich, dass im Workcamp etwas geschaffen wird, das sonst zu diesem Zeitpunkt kaum machbar gewesen wäre. Das sieht Mario Krüger, Ranger im Naturpark Sternberger Seenland, genauso. Das beginne schon beim Fördergeld für das Material. Ein Workcamp könne schneller darüber verfügen. Träger des Projektes sei diesmal der Nabu-Kreisverband Parchim.

Es habe in der Sporthalle schon mal einen Einbruch gegeben, aber der sei lange her, sagt Joachim Nevermann, Hausmeister der Schule. Profis dürften das diesmal wohl nicht gewesen sein, vermutet er, „aber die Täter müssen sich ausgekannt haben“. Sie könnten einen großen Schraubenzieher verwendet haben, um das linke Fenster vorn an der Giebelseite aufzuhebeln. Spuren gibt es auch an dem rechts daneben.

„Wir haben darüber gesprochen, und keiner verließ das Camp“, sagt Sunny Thies. Die Kanutour, die wie geplant, nur etwas improvisiert, stattfand, habe abgelenkt. Zum Glück sei es bei materiellen Schäden
geblieben. „Wer weiß, was passiert wäre, wenn jemand was gehört und nachgesehen hätte“, fragt sich die Teamerin.

Was die Verpflegung betrifft, gab es sofort große Unterstützung, sagt Rita Klammer, am ersten Abend vom Haus der Zukunft in Warin. Ihre Nachbarin Hannelore Hebestreit habe einen Korb voll mit frisch geerntetem Obst und Gemüse gebracht. An einem Abend
laden die Eigentümer des Thurower Gutshauses ein, dann der Imkerverein Sternberg und Umgebung. Vom Haus Biber & Co. sei eine kleine Finanzspritze gekommen.

Sehr ärgerlich sei, dass mit den Laptops und dem Stick in Carlos’ Rucksack auch Speicherdaten wegkamen, die keinem anderen was nützen, so Klammer. Wenn die Einbrecher wenigstens die zurückgeben würden, vielleicht anonym. Im Polizeirevier Sternberg wurde Anzeige erstattet, die Kriminalpolizei ermittelt.

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