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Anzeiger für Sternberg, Brüel, Warin

22. Oktober 2017 | 23:16 Uhr

Suchaktion : Dreist: Unfallflucht mit Folgen in Below

vom
Aus der Redaktion des Anzeiger für Sternberg – Brüel – Warin

Zunächst an falschen Ort beordert – Feuerwehr, Rettungsdienst, Notarzt und Polizei mussten auf Suche gehen

Einen besonderen Einsatz absolvierten am Freitag gegen 17.30 Uhr die Einsatzkräfte von Feuerwehr, Polizei, Notarzt und DRK-Rettungsdienst. Die Integrierte Leitstelle Westmecklenburg in Schwerin löste einen Alarm aus, nach dem es in Sehlsdorf bei Goldberg einen Unfall gegeben habe. Ein Pkw sei in
einen Gartenzaun gefahren, zwei Personen seien eingeklemmt, hieß es weiter.

Doch die Einsatzkräfte suchten im angegebenen Techentiner Weg in Sehlsdorf vergeblich. Weit und breit war nichts von einem Unfall zu sehen. Dann hieß es, der Unfall sei nicht in Sehlsdorf passiert, sondern im Techentiner Damm in Below. Umgehend rückte alles ab und fuhr dorthin. Zwar wurde nun in Höhe des Grundstückes Nummer 63 die Unfallstelle entdeckt, doch von vermeintlich eingeklemmten Personen und dem Unfallfahrzeug war auch hier nichts zu sehen. Lediglich ein samt Pfeiler mit Fundament umgestürzter Zaun kündete von einem Unfall. An Hand der Spurenlage war der VW Polo vermutlich auf dem Rollsplitt ins Schleudern geraten und dann auf dem Grundstück gelandet. Dank der schnellen Reaktion von Anwohnern, die mit dem Handy Aufnahmen gemacht hatten, war der weitere Ablauf schnell klar: Ein blauer VW Polo mit Kennzeichen aus dem Müritz-Landkreis war zu erkennen, der von einem weißen Transporter mit NOH-Kennzeichen an der Unfallstelle herausgezogen wurde. Die Aufnahmen zeigten auch, wie beide Fahrzeuge wegfuhren.

Dank einer kurzen Verfolgungsfahrt durch einen weiteren Anwohner war die Fluchtrichtung klar: Die beiden Autos waren in Richtung Dinnies gefahren, hieß es.Während Notarztwagen und DRK-Rettungsteam wieder abrückten, die Kameraden der freiwilligen Feuerwehren Goldberg und Diestelow eine Ölspur beseitigten, suchten Polizisten nach dem Unfallfahrzeug. Dabei wurde auch das Polizeirevier Sternberg einbezogen, zumal die gesuchten Fahrzeuge im dem Bereich Dabel-Borkow-Hohen Pritz vermutet wurden. In Klein Pritz wurde der weiße Transporter schließlich nahe dem Campingplatz auf einem privaten Grundstück gesichtet, auch der blaue Unfallwagen befand sich dort. Bei den anschließenden Ermittlungen gab es zwei Anzeigen, gegen den 18-jährigen Polo-Fahrer wegen Unfallflucht sowie gegen den Fahrer (46) des Transporters wegen Verdachts der Trunkenheit im Straßenverkehr.

Warum die Einsatzfahrzeuge fälschlicherweise erst nach Sehlsdorf anstatt nach Below beordert wurden, war bislang nicht zu erfahren. So verging wertvolle Zeit, die bei einer schweren Verletzung des Unfallfahrers gravierende Folgen hätte haben können. Der Anrufer aus Below meinte gegenüber unserer Redaktion, dass er als Unfallort Below angegeben habe. Nach nochmaligem Funkkontakt mit der Leitstelle wurde Below als Einsatzort genannt.


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