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Anzeiger für Sternberg, Brüel, Warin

19. November 2017 | 02:30 Uhr

Witzin : Drei Eichen für den Neustart

vom
Aus der Redaktion des Anzeiger für Sternberg – Brüel – Warin

Mecklenburg-Vorpommern hat einen neuen Heimatverband. Als Symbol der Gründung und des hoffentlich langjährigen Bestehens wurden in Witzin drei zehnjährige Eichen gepflanzt.

von
erstellt am 27.Mai.2015 | 20:40 Uhr

Der Heimatverband als Dachorganisation unternimmt einen neuen Anlauf – nach dem Willen des neunköpfigen Gründungskomitees einen hoffentlich langlebigen. Als Symbol dafür wurden gestern in Witzin bei Sternberg nach den Unterschriften unter die Gründungsurkunde des „Heimatverbandes Mecklenburg-Vorpommern“ (HMV) im Dorfgemeinschaftshaus unweit davon auf dem Spielplatz der Kita „Weltentdecker“ drei zehnjährige Eichen gepflanzt. Dies nahmen die neue HMV-Vorsitzende Dr. Cornelia Nenz aus Stavenhagen sowie Ex-Ministerpräsident Dr. Harald Ringstorff (Weiße Krug) und der Rostocker Prof. Dr. Horst Klinkmann vor.

Die beiden Letzteren haben großen Anteil daran, dass nochmals ein Anlauf zu einer landesweiten Dachorganisation unternommen wurde, „um so wieder eine zentrale Anlaufstelle für die regionalen Heimatvereine, Chöre und Tanzgruppen etc. zu haben“, wie Horst Klinkmann in Witzin betonte. Ringstorff, von Klinkmann gestern in Witzin „als Gottvater der plattdeutschen Sprache“ betitelt, piekte diesen immer wieder an, es doch noch mal zu versuchen. Denn das Fehlen eines Dachverbandes führte unter anderem dazu, dass im zuständigen Schweriner Bildungsministerium bereit liegende Finanzmittel nicht vor Ort ankamen und diese dann laut Klinkmann „nach Brüssel zurücküberwiesen wurden.“

Der 1990 gegründete Landesheimatverband hatte 2012 nach finanziellen Unregelmäßigkeiten und der daraufhin erfolgten Streichung aller Fördermittel durch das Land Insolvenz angemeldet. Prof. Klinkmann kleidete es gestern in die Worte: „Wir hatten leider etwas mehr von der plattdeutschen Sprache verstanden als von den Richtlinien für Fördergenehmigungen durch die EU.“

Eine Heimatverbands-Neugründung wenig später wurde nach nur zwei Monaten des Bestehens vom Gericht wegen zu ähnlicher Namensgebung kassiert. Und jetzt gibt’s einen neuen Anlauf – mit hoffentlich langem Bestand. Dafür sollen – wie gesagt – die drei gepflanzten Eichen stehen.

Damit die Finanzmittel sofort fließen können, geht der neue Heimatverband M-V unters Dach der „Stiftung Mecklenburg“ mit Sitz in Schwerin. Laut Prof. Klinkmann werde „jetzt ein Geschäftsbesorgungsvertrag mit der Stiftung geschlossen.“ Zudem erhalte der HMV bei der Stiftung zwei Sitze im Vorstand sowie einen Büroraum. „Wir sind aber keine nachgeordnete Institution der Stiftung, sondern ein komplett eigenständiger Heimatverband“, so Klinkmann.

Zugleich bedankte sich der Chef des Vorbereitungskomitees im Namen aller bei Witzin. Die Witziner Dörpschaft mit ihren 80 Mitgliedern – bei 470 Einwohnern in der Gemeinde – ist in MV ein fester Punkt in Sachen Heimatpflege. Bürgermeister Hans Hüller betonte: „Wir sind bewusst in ein Dorf gegangen. Mecklenburg-Vorpommern ist ein Flächenland. Es gibt hunderte kleine Dörfer wie Witzin mit gelebter Heimatpflege.“ Dazu äußerte Dr. Ringstorff gegenüber SVZ einen Wunsch: „Es ist wichtig, Angebote für junge Leute zu haben.“ Hierzu gehörten auch Kinderfeste.

Der Gründungsvorstand arbeitet bis zur 1. Mitgliederversammlung des HMV am 12. September, voraussichtlich in Güstrow. 

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