Drama in der Dorfkirche

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17. August 2020, 10:26 Uhr

In der heutigen schwierigen Zeit, in der Corona vieles einschränkt, startete der Bibower Kirchenbauverein gemeinsam mit der Kirchengemeinde Warin-Bibow-Jesendorf seine Kinoreihe „Starke Stücke“. Trotz oder gerade wegen der sommerlichen Hitze hatten doch etliche Besucher den Weg in die kühle Bibower Dorfkirche gefunden. Nach den Eintragungen in die Teilnehmerliste wurden die Besucher in die Thematik des Films „Sorry we missed you“ eingeführt. Der Film spielt im Milieu der Paketdienste, die durch ihre Arbeitsbedingungen nicht nur in England in Verruf gekommen sind. Hier in Newcastle möchte Ricky, Familienvater und bisher als Gelegenheitsarbeiter in verschiedenen Berufen recht erfolglos tätig, den Weg in die Selbstständigkeit als Kurierfahrer wagen. Dafür muss aber die Ehefrau Abby ihr für ihren Beruf als Altenpflegerin erforderliches Auto opfern, damit ein Lieferwagen gekauft werden kann. Selbstständig ist er nur bedingt, schließlich hat der Paketdienst das Sagen, überwacht und sorgt für die Aufträge, spielt aber die Fahrer gegeneinander aus. Ab jetzt haben Leistungsdruck und Ausbeutung freie Bahn. Regisseur Ken Loach gibt den Zuschauern auch einen Einblick in den Pflegenotstand. Dann wird Ricky im Dienst überfallen, zusammengeschlagen und ausgeraubt. Nun eskaliert alles. Durch Verdienstausfälle, durch unvorhersehbare Vorfälle in der Familie, sieht er selbst keinen Ausweg mehr. Auch die Bitten seiner Lieben, er möge doch wieder der alte Ricky sein, fruchten nicht mehr. Ein tragisches Ende. Die Zuschauer waren sichtlich beeindruckt, weil das auch ein Thema in unseren Regionen ist. Auf Nachfragen, welchen Eindruck der Film bei allen hinterlassen hat, war den Zuschauern die Betroffenheit anzumerken. Der Titel des Films rührt übrigens von den Benachrichtigungen, die die Kurierfahrer den Adressaten hinterlassen, wenn sie nicht zu Hause sind, um ihr Paket in Empfang zu nehmen. Ein Film, der bewegte und immer wieder aktuell ist.

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