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Anzeiger für Sternberg, Brüel, Warin

12. Dezember 2017 | 03:47 Uhr

Borkow : Disput um Mildenitz-Wanderweg

vom
Aus der Redaktion des Anzeiger für Sternberg – Brüel – Warin

Familie May wehrt sich gegen den Gemeinde-Plan, mittels Bodenneuordnungsverfahren den Pfad zu legalisieren.

von
erstellt am 06.Okt.2015 | 21:48 Uhr

Im Jahr 2001 erwarben Günter und Regina May, deren Berliner Dialekt unschwer ihre Herkunft verrät, von der Treuhand das ehemalige LPG-Ferienobjekt in Borkow. Insgesamt 2600 Quadratmeter. Nach der Wende in den Hamburger Raum verschlagen, zog das Ehepaar 2009 ganz nach Borkow; kaufte ferner in dem Jahr auch noch das angrenzende Areal von 2200 Quadratmetern hinzu. Beides sind Wassergrundstücke an der Mildenitz, die hier vom Borkower See kommend weiter in Richtung Rothen fließt.

Am Ufer gibt es seit langem einen inoffiziellen Wanderweg. „Mit den paar Leuten aus dem Dorf, die täglich entlang gehen“, konnten die Mays leben – bis zum Vorjahr. „Ich will hier keinen Massenbetrieb wie auf dem Berliner Hauptbahnhof“, sagt Regina May und spielt auf die „40 bis 60 Leute“ am Wochenende in der Hochsaison an, die vom nahen Borkower Kanucamp über ihr Grundstück zum Waschen in der Mildenitz liefen.

Zudem würde die Uferkante als Toilette genutzt. Günter May fuhr zum Amt in Sternberg. „Als Eigentümer könne ich mein Grundstück sichern, hieß es dort.“ Seit April ’15 versperren zwei Maschendrahtzäune den Durchgang. Der unweit der Badestelle ist freilich aktuell weg, „er wurde eingetreten“.

Damit ist die Sache nicht erledigt, denn nun liegen die Mays im Disput mit der Kommune. Diese plant im Rahmen des Bodenneuordnungsverfahrens, aus dem inoffiziellen einen offiziellen Wanderweg zu machen. Samt Neubau einer Brücke würden Wanderer dann von der B 192 am Kanucamp vorbei bis zur Mildenitz-Badestelle kommen.


„Wir werden kämpfen bis zuletzt“


„Bei überwiegend öffentlichem Interesse gibt es die Möglichkeit, dies umzusetzen“, betont Jochen Gülker, im Sternberger Amt für die Stadt- und Gemeindeentwicklung verantwortlich. Am 15. September hatte die Borkower Gemeindevertretung im nichtöffentlichen Teil laut Bürgermeisterin Regina Rosenfeld „einstimmig“ sich für den Wanderwegs-Plan ausgesprochen. Man bemühe sich um Einvernehmen mit den Eigentümern. Fürs Prozedere wurde ein Bodenordnungsvorstand im Interesse der Allgemeinheit gebildet, in dem die Gemeinde (Rosenfeld) als ganz normaler Eigentümer nur ein Part ist. Im Vorstandsauftrag war das Staatliche Amt für Landwirtschaft und Umwelt (Stalu) bereits zum Vermessen vor Ort. Doch Günter May lehnte die Unterschrift unters Protokoll ab. Familie May müsste demnach ca. 300 Quadratmeter hergeben. „Fürs Ufer kann es keine Ausgleichsfläche geben. Unsere Grundstücke verlieren dadurch an Wert“, sagt er. Regina May fügt hinzu: „Wir haben beides als Wassergrundstück gekauft und werden kämpfen bis zuletzt.“

Übrigens: 2001 hatte die Gemeinde beim Treuhand-Verkauf an Familie May auf ihr erstrangiges Vorkaufsrecht an dem Wanderweg verzichtet. Eine einvernehmliche Lösung scheint aktuell nicht in Sicht. Zumal, wenn Bürgermeisterin Rosenfeld zu der Thematik abschließend sagt: „Es gibt noch ein anderes Problem mit dem Grundstück von Familie May in Angrenzung zu kommunalem Besitz. Dazu kann und darf ich nicht in der Öffentlichkeit debattieren.“  

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