Sternberg : Discounter hat neues Ladenkonzept

Bauleiter Michael Hüge (l.) hat alles im Griff. Hier mit dem ersten Aldi-Betriebshandwerker Karsten Modl aus Wittstock.  Fotos: Katja Frick
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Bauleiter Michael Hüge (l.) hat alles im Griff. Hier mit dem ersten Aldi-Betriebshandwerker Karsten Modl aus Wittstock. Fotos: Katja Frick

Am 4. Dezember öffnet Aldi nach gut neun Monaten Bauzeit seine neue Filiale in Sternberg. Verzögerung durch morastigen Baugrund

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28. November 2017, 05:00 Uhr

Eigentlich sollte die Eröffnung für die beiden neuen Märkte von Aldi und Edeka Ende Oktober sein. Nun eröffnet die neue Aldi-Filiale am 4. Dezember und der Edeka-Markt erst im Januar. Schuld für die Verzögerung ist der schwierige Baugrund auf dem Gelände an der Sternberger Goethestraße, das die beiden Lebensmittelhändler in Zukunft gemeinsam nutzen. „Unser Ziel war es eigentlich, gemeinsam zu eröffnen“, sagt Frank Linke von der Aldi-Immobilienverwaltung Wittstock bei einem Vor-Ort-Treffen mit der SVZ. 58 Filialen des Lebensmitteldiscounters werden von Wittstock aus betreut. Vor allem auf dem Gelände des Edeka-Marktes habe es bauliche Probleme gegeben. „Wir haben den Baugrund dann doch nicht so vorgefunden, wie wir ihn nach den Beprobungen vor drei Jahren erwartetet haben“, erklärt Bauleiter Michael Hüge von der IGB Construct GmbH & Co. KG. aus Wismar. Der Betrieb für Industrie- und Gewerbebau ist Generalauftragnehmer für das gesamte Bauvorhaben. So musste die Pfahlgründung für das Fundament bis zu 20 Meter in die Erde gearbeitet werden, die Torfschichten im Untergrund sind zum Teil sechs bis acht Meter tief. Hinzu kam der Starkregen Ende Juli, bei dem sogar das Technische Hilfswerk gerufen werden musste (SVZ berichtete). Das städtische Entwässerungssystem war damals den Niederschlagsmengen nicht mehr gewachsen, so dass benachbarte Grundstücke in dem tief gelegenen Areal überschwemmt wurden und das  Wasser auch in Fundamentgräben des Bauprojektes lief. Bei der Pfahlgründung des  Aldi-Marktes  gab es ebenfalls Schwierigkeiten. „Zwei Monate Verzögerung sind eine Menge Zeit für uns“, meint Michael Hüge. „Das ist ja jeden Tag  viel Geld, was da den Märkten an Umsatz verloren geht.“

„Michael Hüge und die IGB waren sehr hilfreich und haben mit wahnsinnig großem Einsatz das Projekt verwirklicht. Die haben sehr, sehr gute Arbeit geleistet, trotz aller Widrigkeiten“, lobt Frank Linke. Es sei die erste Zusammenarbeit mit der Firma gewesen, wird aber voraussichtlich nicht die letzte sein.

„Im Moment arbeiten noch 70 Mitarbeiter auf dem Gelände“, erklärt Hüge. Viele davon übrigens nichtdeutscher Herkunft. Für den Aldi -Markt arbeiten die Bauleute  noch am Dach, dem Eingangsbereich und an den Außenanlagen wie Parkplätzen, die mit Edeka gemeinsam genutzt werden sollen. „Wir haben viele Standorte zusammen“, berichtet Frank Linke. „Da Edeka ein Vollsortimenter ist und wir ein Discounter, ergänzen wir uns sehr gut. Die Kunden wollen Beides.“

Mit der neuen Filiale in Sternberg verwirklicht Aldi Wittstock erst zum fünften Mal ein neues und modernes Ladenkonzept. „Wir sind seit vier Jahren dabei, das zu entwickeln. Wir wollen unsere Standorte optimieren und zeitgemäß aufstellen“, so Linke. Denn die Zeit der Expansion sei vorbei. So werden die neuen Märkte wie der in Sternberg mehr Verkaufsfläche bieten, die Decken werden höher hängen und  der Frischebereich wird größer sein. „Vor allem ist es unser Ziel, viel Tageslicht in den Markt zu bekommen. Außerdem gibt es nun ein Farbkonzept, damit sich die Kunden orientieren können, wo was ist.“ Die neue Filiale wird auf 1000 Quadratmetern Verkaufsfläche 1000 Produkte anbieten. Der erste, 1992 in der Brüeler Chaussee eröffnete Markt verkaufte 700 Produkte auf 560 Quadratmetern, nach dem Umzug 1996 in die Goethestraße waren es zunächst 600 und am Ende 700 Quadratmeter.  „Wir brauchen vor allem deshalb mehr Platz, weil sich das Kaufverhalten in den  letzten Jahren stark  gewandelt hat. Die Kunden wollen mehr frisches Obst und Gemüse, mehr Tiefkühl- und mehr Bioprodukte.“

Die eigentliche Neuerung ist jedoch das Energiekonzept. Der Markt wird nun so gut wie ausschließlich nur noch mit der Wärme geheizt, die durch die Kühlregale und -truhen im Markt selbst anfällt. „Wir nutzen keine fossilen Brennstoffe mehr“, erläutert Frank Linke. Außerdem wird fast der gesamte Markt mit energiesparenden LED-Lampen beleuchtet. Und wenn es im nun größeren Lagerbereich drei Minuten keine Bewegung mehr gibt, geht dort automatisch das Licht aus.

Am 4. Dezember gehen jedoch erst einmal alle Lichter an. Dann kann ab 8 Uhr wieder nach Herzenslust eingekauft werden.

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