Witzin : Dirigentenstab an Hans Hüller übergeben

Übergabe des Dirigentenstabs von Baldur Beyer (l.) an Hans Hüller. Ferner auf dem Bild: Torsten Grüneberg und Heiner Grabbert (r.).  Fotos: jaby
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Übergabe des Dirigentenstabs von Baldur Beyer (l.) an Hans Hüller. Ferner auf dem Bild: Torsten Grüneberg und Heiner Grabbert (r.). Fotos: jaby

Hergestellt wurde das gute Stück von Baldur Beyer in traditioneller Bauweise in seiner Witziner Alphornwerkstatt.

svz.de von
13. November 2014, 16:04 Uhr

Der Tag des Heiligen Martin wurde auch in Witzin traditionell mit einem üblichen Laternenumzug von Kindern, Eltern, Einwohnern und vielen kleinen und großen Gästen begangen.

In der Kirche gab’s diesmal allerdings eine Überraschung. Die Witziner Dorfmusikanten begleiteten nicht nur den Brauch in der Kirche, in welcher die Blechbläsergruppe übrigens vor zwei Jahren in dieser Besetzung zum ersten Male öffentlich aufgetreten sind. Am Ende dieses Martinssingens wurde dem leitenden Bläser der Witziner Dorfmusikanten, Hans Hüller, nach zweijähriger Einarbeitungszeit in die nicht ganz einfache Bläserkunst und die Leitung der Bläsergruppe der fällige Dirigentenstab übergeben.

Angefertigt wurde der Stab durch Baldur Beyer. „Somit ist Hüller der zweite Inhaber eines Dirigentenstabes in Norddeutschland überhaupt, welcher in der Witziner Alphornwerkstatt nach traditioneller Bauweise hergestellt wurde. Mit einem Unterschied. Der verlängerte Stab vom Handstück darf nicht mehr aus Elfenbein geschnitzt werden, dafür werden jetzt andere Werkstoffe eingesetzt“, so Beyer.

Der Hüllersche Knauf besteht „aus gedrechseltem Eichenholz. Das mache ich alles selbst. Innen drin ist er mit Stahlkugeln ausgefüllt“, erläutert Beyer auf SVZ-Nachfrage.

Den ersten Stab „made by Beyer“ erhielt vor drei Jahren übrigens der Orchesterleiter und Dirigent des Drei-Städte-Orchesters Groß Laasch bei Ludwigslust, Ricardo Danelzik. Und es gibt weitere Anfragen, so der Witziner. Solch ein Dirigentenstab werde ganz speziell für die individuelle Hand angefertigt. Zugleich muss stets sowohl das Gewichts- als auch das Stabilitätsproblem gelöst werden. Wenn man ihn drei Zentimeter hinterm Knauf auf dem Finger balancieren lasse, so muss solch ein Stab in Waage sein, erläutert Baldur Beyer das Geheimnis. Und da greift der Mann, der sich auch dem Bau von Alphörnern verschrieben hat, auf seine große Erfahrung zurück. So hat denn Baldur Beyer eine einfache wie verblüffende Herangehensweise: „Vor den Anfertigung muss der Dirigent mir die Hand geben. Dann weiß ich, wie der Stab zu bauen ist!“

Vor der besonderen Stabübergabe wurde in der mit vielen Besuchern gefüllten Witziner Kirche an die Geschichte des Heiligen Martin gedacht. Dabei erinnerten Kinder in beeindruckender Kirchspielweise an den aus Frankreich stammenden Heiligen (Martin von Tours), der seine bescheidenen Gaben mit anderen teilte. Symbolisch wurden in Witzin dann auch Martinshörnchen an die Besucher verschenkt. In wechselvoller Gestaltung von Instrumenten, spielerischen Vorträgen der Kinder, Gesang und Vortrag wurde den kleinen und großen Zuschauern ein erlebnisreiches Programm geboten.

Und Hans Hüller schwingt jetzt in doppelter Weise den Taktstock: Seit der Kommunalwahl im Mai als Dirigent (Bürgermeister) der Kommune und nun auch in der aktuell sechs bis sieben Mann umfassenden Witziner Bläsertruppe.

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