Sternberg : Direktes Duell ohne Punktsieger

Die Bürgermeisterkandidaten Thomas Dolejš aus Sternberger Burg (parteilos/l.) und Armin Taubenheim aus Sternberg (CDU) zu Beginn mit der Moderatorin des Abends, Manuela Kuhlmann aus Dabel.
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Die Bürgermeisterkandidaten Thomas Dolejš aus Sternberger Burg (parteilos/l.) und Armin Taubenheim aus Sternberg (CDU) zu Beginn mit der Moderatorin des Abends, Manuela Kuhlmann aus Dabel.

Die beiden Sternberger Bürgermeisterkandidaten stellten sich gemeinsam der Öffentlichkeit – im voll besetzten Rathaussaal.

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28. Januar 2016, 21:44 Uhr

Das hat es hier bislang nicht gegeben – ein Rededuell zwischen zwei Bürgermeisterkandidaten. Thomas Dolejš aus Sternberger Burg (parteilos) und Armin Taubenheim aus Sternberg (CDU) traten Mittwochabend im voll besetzten Rathaussaal öffentlich gegeneinander an.

Bei den Wahlen zuvor hatte es mit Ausnahme von 1990 immer nur einen Bewerber für das Amt gegeben. Jochen Quandt war 1990 und 1994 als Spitzenkandidat der CDU, die die meisten Stimmen erhielt, von der Stadtvertretung und danach direkt gewählt worden, im Januar 2012 für weitere neun Jahre bis zum 31. Mai 2021. Doch wie seinerzeit angekündigt, gibt er als 65-Jähriger Ende April sein Amt vorzeitig ab. Am 21. Februar wird sein Nachfolger gewählt.


Vier Themenblöcke zusammengestellt


Die SPD-Fraktion der Stadtvertretung, die zu dem Wahlforum eingeladen hat, und die Moderatorin des Abends, die Journalistin Manuela Kuhlmann aus Dabel, haben vier Themenblöcke zusammengestellt. Los geht es mit der Wirtschaft. Die Drei vorn wirken angespannt. Dolejš nennt als für ihn wichtige Zweige Altenpflege, Landwirtschaft im Umfeld der Stadt, Tourismus und Handwerk. Letzteres sei leider „eine fast aussterbende Kunst“. Für Taubenheim sind alle Wirtschaftszweige „wichtig und wertvoll“. Ein Gesamtkonzept müsse her, Investoren bei der Grundstückssuche geholfen und Leerstand in Gewerbegebieten angepackt werden, wie die Bäckerei im Rachower Moor oder nach dem Umzug des Edeka-Marktes dessen jetziger Standort im Finkenkamp. Auf dem Gelände des ehemaligen Holzbaus stünden 13 000 Quadratmeter zur Verfügung und könnten sofort angeboten werden, um Arbeitsplätze zu schaffen, so Taubenheim bei der zweiten Frage, auf die er zuerst antworten darf. Dolejš will eine neue Sicht einbringen, wie er sagt, plädiert dafür, nicht zu hochtrabend zu denken, sondern mehr im Kleinen um den Kirchturm, Handwerksbetriebe zu fördern, die bereit seien, Mindestlohn zu zahlen und auszubilden. Hier hakt Taubenheim ein: Mindestlohn sei gesetzliche Pflicht.


Es geht lockerer zu – dann wird der Ton rauer


Er würde, so Dolejš weiter, Gewerbeflächen günstiger oder gar kostenlos zur Verfügung stellen, mehr Geschäfte für die Innenstadt gewinnen und die Parkmöglichkeiten verbessern. Die Zentralisierung des Einzelhandels gefalle ihm überhaupt nicht. Zumindest müsste es dort, wo Edeka auszieht, etwa einen Tante-Emma-Laden geben, damit der Weg zum Einkauf gerade für ältere Bürger nicht zu weit werde. Und er trete für erneuerbare Energien ein, warum nicht ein Windpark wie in Hohen Pritz. Weitere Projekte, nächster Punkt in dem Themenblock, habe er einige auf dem Zettel, wie Wasserwanderrast- bzw. Containerstellplätze, Sagsdorfer Brücke oder die Asphaltierung des Weges von Groß Raden zumindest bis zum See. Taubenheim sagt, er habe ähnliche Punkte, Kirchturmdenken greife seiner Meinung nach aber zu kurz. Er wolle sich für mehr und bessere Radwege einsetzen, wie an der B 104 von Witzin bis Weitendorf, obwohl das schwierig sei. Beim Seehotel, aktuelles Reizwort in Sternberg, sind sich beide einig, dass es einen neuen Investor brauche. Kandidaten und Moderatorin sind inzwischen merklich lockerer geworden. Es geht jetzt um Ordnung und Sicherheit, das kulturelle Leben, die ärztliche Versorgung oder wie die Ortsteile belebt werden können. Hier scheiden sich die Geister deutlicher, teils auch mit dem Publikum. Der Ton wird zuweilen rauer. Dolejš zieht sich mit vagen Anschuldigungen gegenüber Wahlausschuss und Stadtvertretung („Parteienzwänge“) den Unmut eines Teils der Besucher zu.

Soziales als dritter Schwerpunkt wird bereits zeitlich eingeschränkt, Verwaltung zum Abschluss ganz weggelassen, als zweieinhalb Stunden vergangen sind.

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