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Anzeiger für Sternberg, Brüel, Warin

19. November 2017 | 17:19 Uhr

Witzin : Dieser Keksteig braucht nur drei Zutaten

vom
Aus der Redaktion des Anzeiger für Sternberg – Brüel – Warin

Serie „Familienrezepte“: Heute backt Waltraut Thomä traditionell mecklenburgische Sahnekringel, so wie sie es schon von ihrer Großmutter kennt.

svz.de von
erstellt am 19.Dez.2014 | 16:13 Uhr

Wer in Witzin oder der näheren Umgebung lebt, der kennt auch das Ehepaar Thomä. Denn überall, wo etwas los ist, sind der 67-jährige Willfried und seine ein Jahr jüngere Frau Waltraut Thomä zu finden. Sehr gerne halten sich beide aber auch in der heimischen Küche auf. „Allerdings nicht gleichzeitig, sondern entweder ich oder mein Mann“, erklärt die Witzinerin und ergänzt, „denn in der Küche hat jeder so seine eigenen Vorstellungen“.


Schon seit der Kindheit gebacken


Die 66-Jährige ist auf einer Bauernstelle groß geworden „mit Kühen, Schweinen, Schafen und Hühnern“ und musste schon früh mit anpacken. Mit dem Kochen und Backen ist sie groß geworden, denn „in einer Großfamilie - noch dazu mit dieser Menge an Tieren - musste einiges verarbeitet werden“. Außerdem hat die Familie Thomä schon damals vieles selbst gemacht. „Da musste ich dann immer mithelfen“, erinnert sich die Witzinerin. Dazu gehörte in der Vorweihnachtszeit auch das Plätzchen backen. „Heute weiß ich gar nicht mehr, wie wir all diese Plätzchen und Kekse aufessen konnten“, staunt sie, als sie das Rezept wieder hervorholt. Damals hätte man einfach ganz andere Mengen gekocht und gebacken. „Da reichten die Plätzchen locker bis Ostern“, ergänzt ihr Mann Willfried. So wundert es nicht, dass für eine Charge ein ganzes Kilogramm Mehl und drei Stücken Butter verarbeitet werden sollen. Dazu kommen noch 20 Esslöffel saure Sahne und damit war es das auch schon an Zutaten für den Keksteig.


Am Teig kein einziges Körnchen Zucker


Ich muss gestehen, ein Rezept mit so wenigen Zutaten kannte ich vorher nicht. Aber wie sollen die Plätzchen denn dann schmecken?, frage ich verwundert. Denn am Teig ist noch kein einziges Körnchen Zucker. Waltraut Thomä schaut mich beschwichtigend an und erklärt, dass die ausgestochenen Plätzchen vor dem Backen noch weiter bearbeitet werden. Sie taucht die Rohlinge in Ei und wälzt sie dann in Zucker, bevor sie auf das Backblech kommen. „Früher haben wir ganz kleine Kreuz-, Herz-, Karo- und Pik-Förmchen
benutzt. Das war damals eine ziemliche Geduldsprobe bei den Mengen, vor allem da wir noch Kinder und recht unorganisiert waren“ erinnert sich die 66-Jährige. Aber warum Kringel? Warum das Gebäck nun aber Sahnekringel heißt, konnte sich Waltraut Thomä bis heute nicht erklären. In der Familie wurden die Plätzchen immer einfach gestochen. Scherzhaft stellte sie die These auf, dass mit den Kringeln der Teigrest gemeint ist, den man am Ende nicht mehr ausstechen kann. „Daraus kann man höchstens noch eine Art Kringel legen.“ Tatsächlich sollten die Teiglinge zweifach ausgestochen werden, sodass ein Ring entsteht, ergab eine zweite Recherche.

Am Ende sind die flachen kleinen Teiglinge stark aufgegangen und sehen einem Blätterteig sehr ähnlich. Fluffig sind die Sahnekringel und „am besten schmecken sie noch lauwarm“ schwärmt Waltraut Thomä. Mir ist es um ehrlich zu sein egal, ob warm oder kalt, so lange ich davon noch mehr verdrücken darf...

 

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