Sternberg: Neun schlachtreife Tiere über Nacht weg : Diebe räumen Kaninchenbucht aus

Ein Dutzend Kaninchen sind Bodo Vierke geblieben. Diese Zippe hat  er mit der Hand aufgezogen. Deshalb sei sie am zutraulichsten. rüdiger rump
Ein Dutzend Kaninchen sind Bodo Vierke geblieben. Diese Zippe hat er mit der Hand aufgezogen. Deshalb sei sie am zutraulichsten. rüdiger rump

Schreck in der Morgenstunde: Diebe stehlen neun Kaninchen, schwarz- und grau-weiß gescheckte Deutsche Riesen sowie braune Widder mit ihren lang herunter hängenden Ohren.

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12. Oktober 2011, 07:34 Uhr

Sternberg | Das war ein Schreck in der Morgenstunde. Bodo Vierke ging am Dienstag wegen eines Arzttermins noch früher als sonst zum Garten runter, um seine Kaninchen und Hühner zu versorgen; kurz vor sechs Uhr war es dunkel. Nichts ahnend durchquerte er den Garten, und dann erblickte er das Malheur. Die große Bucht am Rand war aufgebrochen. Neun Kaninchen waren weg, schwarz- und grau-weiß gescheckte Deutsche Riesen sowie braune Widder mit ihren lang herunter hängenden Ohren. Nur ein Tier befand sich noch, warum auch immer, in der Behausung.

Der oder die Täter hatten die Öse für das Vorhängeschloss durchtrennt, um an ihre Beute zu gelangen. Es müssen mindestens zwei gewesen sein, mutmaßt der Sternberger. "Einer allein hätte keine neun Kaninchen wegschleppen können. Ich wollte sie nächste Woche schlachten. Einige wogen schon über vier, andere um die drei Kilogramm."

Die Langfinger werden vom Mecklenburgring aus gekommen sein, über die kleine Böschung herunter und am Zaun des Nachbargrundstücks entlang, meint Bodo Vierke. Zuletzt hätten sie den Stacheldraht über dem Maschenzaun durch geschnitten, um diesen überwinden zu können. Dabei stehe für das Opfer des nächt lichen Beutezuges fest: Die Spitzbuben kannten sich aus. Fremde hätten gar nicht gewusst, dass hier Kaninchen zu holen seien. In der Bucht waren vorher Enten. Die habe er vorige Woche schlachten lassen und in der Tiefkühltruhe verwahrt, so Vierke. Um die Zippen von den inzwischen geschlechtsreifen Böcken zu trennen, kamen die weiblichen Tiere in den leeren Verschlag.

Die Tatzeit lag wahrscheinlich zwischen Mitternacht und zwei Uhr, fand Vierke inzwischen heraus. Jemand aus dem Nachbarblock, der näher zu der Kleingartenanlage steht, wollte wissen, warum der Hund in der Nacht so heftig
gebellt hat. Er habe nicht auf die Uhr geschaut, doch es müsse zwischen ein und zwei Uhr gewesen sein. Vierke hält in seinem Garten einen Schäferhund. Weil der erst ein Jahr alt ist, sei er noch im Zwinger untergebracht. Der Vorgänger, ein ungemütlicher Kaukasier, lief auf dem eingezäunten Gartengrundstück frei und hätte den Langfingern das Fürchten gelehrt, ist der Sternberger überzeugt. "Übrigens müssen die Diebe noch heute Stink füße haben, denn sie sind bei der Dunkelheit wohl über den Misthaufen gegangen, wie an den tiefen Spuren zu erkennen ist", erzählt der Kaninchenhalter ohne jedes Mitleid.

Diebe haben ihn das erste Mal heim gesucht. Glück im Unglück: Eine Woche zuvor hatte der Schwiegervater die Tiere versorgt. "Wenn meinem Vater das mit dem Einbruch passiert wäre, hätte er sich unendlich Gedanken gemacht", meint Michaela Vierke. Dabei hätte er auch nichts anderes machen können, als den Vorfall bei der Polizei zu melden.

Bodo Vierke, der aus einem Dorf im Osten des Landes stammt, ist mit Kleinvieh aufgewachsen. Seine Eltern seien Kleinbauern gewesen. Vor knapp acht Jahren habe er den Garten in der Sternberger Anlage "Am Widdingsbach" übernommen und die Tierhaltung aufgebaut. Die angrenzende kleine Wiese konnte Vierke von der Stadt für seine Hühner pachten. "Dadurch produziere ich einiges für den Mittagstisch selbst. Denn alles wird teurer, und mit Hartz IV kommt man nicht weit." Aber noch mehr zähle für ihn, eine Beschäftigung, eine Aufgabe zu haben. "Ich weiß, wohin ich gehen kann, füttere die Tiere mehrmals am Tag", erzählt der Sternberger, der mit kleinen Jobs wie Zeitungen austragen etwas dazu verdient. Umso mehr ärgert ihn der Verlust der Kaninchen. Der Schaden wird auf mehrere hundert Euro geschätzt. Die Polizei ermittelt jetzt wegen Diebstahls im besonders schweren Fall. In der gleichen Nacht wurde aus einem Kleingarten in Brüel in der Sternberger Straße eine größere Anzahl schlacht reifer Enten und Gänse gestohlen. Auch hier laufen die polizeilichen Ermittlungen.

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