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Anzeiger für Sternberg, Brüel, Warin

15. Dezember 2017 | 09:30 Uhr

Dabel : Die Weiterbildung ist das A und O

vom
Aus der Redaktion des Anzeiger für Sternberg – Brüel – Warin

Unternehmer Hans Georg Becker nutzt das Förderprogramm der Agentur für Arbeit.

von
erstellt am 10.Aug.2017 | 20:45 Uhr

Der Name des bundesweiten Arbeitsagentur-Programms ist ein Bandwurmbegriff: WeGebAU steht für „Weiterbildung Geringqualifizierter und beschäftigter älterer Arbeitnehmer in Unternehmen“.

Dieses Programm  gibt es bereits seit 2006. „Seit dem 1. Januar  ’17 wurde es ausgeweitet auf Betriebe unter zehn Mitarbeitern. Und das mit 100 Prozent Förderung“, betont der Chef der Schweriner Arbeitsagentur, Guntram Sydow. Zusammen mit Elke Grube, WeGebAU-Beraterin  beim Arbeitgeber-Service Westmecklenburg, weilte er  zu einem Vor-Ort-Termin  – bei „Landschaftsbau Dabel - Hans-Georg Becker“.  Ein Betrieb mit neun Mitarbeitern  „und die Frau als geringfügig Beschäftigte“.

Der gleichnamige Firmeninhaber findet es „eine ganz tolle Maßnahme“ zur Unterstützung gerade kleinerer Firmen, von denen es in Mecklenburg viele gebe.

Für den Dabeler Unternehmer, der bis zu seinem Ausscheiden aus der Bundeswehr im Jahr 1992 der Kommandeur des Panzerartilleriebataillons 405 in der Dabeler  Moltke-Kaserne  war,  ist die Weiterbildung von Beschäftigten das A und O. „Steinsetzer kriegen sie heutzutage ganz schwer, dabei ist der Beruf lukrativ. Mosaikpflaster verlegen, wer kann das heute noch? Es wird heute nicht mehr gelernt“, kritisiert Becker. In der Praxis brauche man aber solche Kenntnisse, also „heißt es learning by doing“, so  der Dabeler.

Seine Landschafts-Tiefbau-Firma  mache all das, was mit „normalem Straßentiefbau zu tun hat: Wegebau, Instandsetzung, Zäune, Pflasterarbeiten, Rohrleitungen“. Allerdings arbeite man nur im Westen;  im norddeutschen Raum –  in Hamburg, Hannover, Osnabrück. Da gebe es weitaus bessere Arbeit als in Mecklenburg, betont der Dabeler gegenüber SVZ. Früher war die Firma auch in der Region tätig, aber die Bedingungen seien zur Zeit nicht so. „Hier gibt es keine Arbeit“, verkündet Becker, der die Dumpingausschreibungen nicht mitmacht. Zugleich bekennt er: „Hier ist mein Leben, hier ist mein Land. Ich gebe Arbeit!“

Diese Botschaft erfreute dann auch wieder Guntram Syring: „Dafür sind wir ja da, genau darauf ist das   Förderprogramm ausgelegt.“

Mit der WeGebAU-Änderung zum Jahresbeginn entfielen auch  die bisherigen Regelungen der Agentur für Arbeit bei diesem Programm, wonach unter 45-Jährige mit 50 Prozent  und über 45-Jährige mit 75 Prozent gefördert wurden. „Jetzt gibt es keine Altersgrenzen mehr. Für Beschäftigte aus Betrieben mit unter zehn Mitarbeitern profitieren alle zu 100 Prozent von der Maßnahme; plus Fahrtkosten“, erläutert Elke Grube.

Der Dabeler Unternehmer findet das nicht nur ausgezeichnet, weil sehr gut auf Firmen wie die seinige zugeschnitten, er  nutzte es sogleich für seinen Mitarbeiter Thomas Meyer aus Dabel.  Über die Fördermaßnahme der Arbeitsagentur  absolvierte der Polier eine dreimonatige Qualifizierung als Vorarbeiter beim ABC-Bau in Rostock.

„Ein kurzer Anruf bei Frau Grube genügte“, so Becker, der hinzufügte, dass Thomas Meyer im kommenden Jahr über das Förderprogramm dann den Abschluss als staatlich geprüfter Polier machen soll. Und dessen Bruder Toni Meyer soll 2018 als Nächster solch einen geförderten Vorarbeiter-Lehrgang machen. „Die Jungs wissen dann, wenn sie mal weggehen, dass sie einen guten Start bei anderen Firmen haben – weil sie qualifiziert sind. Das  ist die beste Arbeitsplatzgarantie!“, ist sich Hans-Georg Becker sicher.

Aktuell werden  46 Teilnehmer aus Betrieben unter zehn Beschäftigten über  WeGebAU in Westmecklenburg gefördert.

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