Alle Wetter : Die Ventschower Wetterfee

Waltraud Gebhardt aus Ventschow an der automatische n Messstation des Deutschen Wetterdienstes (DWD) auf ihrem Grundstück. Fotos: Roland Güttler
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Waltraud Gebhardt aus Ventschow an der automatische n Messstation des Deutschen Wetterdienstes (DWD) auf ihrem Grundstück. Fotos: Roland Güttler

Waltraud Gebhardt ist seit 2011 eine von deutschlandweit rund 1800 ehrenamtlichen Betreuern einer Wetterstation.

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13. Februar 2018, 21:51 Uhr

„Das Wetter hat mich schon immer interessiert“, sagt Waltraud Gebhardt. Wie zum Beweis  holt die Ventschower Wetterfee den 2007er-Jahreskalender heraus: „Der Januar, Februar und März waren sehr nass mit 125, 80 sowie 53 Millimeter Regen pro Quadratmeter. Am 18. Januar gab es das Sturmtief Kyrill, da hatten wir einen halben Tag lang keinen Strom.“

Und  am 5. Oktober 2017 habe man auch keinen Strom gehabt, dank Sturmtief „Herwart“. Die Ventschowerin  hat sich all das notiert, seit September 2011 macht sie es als ehrenamtliche Betreuerin einer  Wetterstation des Deutschen Wetterdienstes (DWD) in Offenbach.

Anfangs musste sie, die  im Dorf und im benachbarten Ortsteil Kleekamp nur Wallie genannt wird,  auch noch die Art des Regens, Tau und Reif weitermelden. „Doch seit 2012 passiert das alles vollautomatisch.“ Das in der Küche stehende DWD-Messgerät speichert jede Minute die Daten. „Nur mit dem Schnee klappt das nicht. Ob Pulver- oder Pappschnee, das muss ich durchgeben. Zudem  wird unterschieden  nach   geschlossener,  durchbrochener Schneedecke oder ob nur noch Flecken bzw. Schneereste liegen. Auch will der Wetterdienst die Schneehöhe wissen. Dafür hat sie  extra einen Messstab.

Von wann bis wann geht beim Deutschen Wetterdienst in Offenbach ein Wettertag?

zum Ergebnis
 
Die Auflösung:

Richtig ist Antwort C:  von 6.50 bis 6.50 Uhr.

Zur Bestimmung der weißen Pracht  dienen bei Gebhardts Wetterstation „zwei alte ebenerdig gelegte Gehwegplatten. Eine ist für Neuschnee, bei der anderen  bleibt alles liegen“, erläutert die Wetter-Ehrenamtlerin. Dabei wird nicht einfach nur die Höhe gemessen, den Neuschnee taut sie in der Küche auf, denn die exakte Angabe ergibt sich aus der Wassermenge. Zwischen 1. Oktober und 30. April fordert der Deutsche Wetterdienst  allmorgendlich den Schneebericht ab.

Auch zum verregneten Jahr 2017, das alle noch in unguter Erinnerung haben, hat die Wetterfee die exakten Daten. Zumindest für Ventschow. „Der Mai war mit 50  Millimeter Regen normal, im Juni fielen 86 und im Juli 194 – gerade zum Erntebeginn.  194 Millimeter auf den Quadratmeter sind absoluter Rekord, seitdem hier die Daten für den DWD ermittelt werden.“

Die zweite Regenperiode setzte im Oktober ein mit 110 mm, auf die so gesättigten Böden kamen in den Folgemonaten nochmals 56 bzw. 40 mm hinzu. „Und über den Januar 2018 habe ich mich selbst erschrocken. Normal sind Pi mal Daumen  um die 70 Millimeter. Diesmal waren es 96,5.“

Wie bei den Gebhardts haben die Offenbacher Experten  deutschlandweit ca. 1800 ehrenamtlichen Betreuer. Bedingung: Die Wetterstation muss auf einem privaten Grundstück stehen und zudem ringsum eine freie Fläche sein. „Alles, Haus oder Bäume etwa müssen zweimal so weit weg wie hoch sein“, erläutert Waltraud Gebhardt.

Umliegende Wetterstationen gibt es in Brüel, Lübstorf, Diedrichshagen bei Grevesmühlen und in Baumgarten. Außer die bei Grevesmühlen sind es allerdings nur so genannte konventionelle Stationen, wo nur  einmal morgens die Tagesmenge gemessen wird.

Wind und Sonne hingegen werden bei der Wetterstation  „Gebhardt, Ventschow, 43 m NN“ nicht erfasst, das erfolgt nur bei den größeren Stationen etwa in Boltenhagen und Goldberg.

Ventschower Jahresregenmengen:
2017: 790 mm;
2016: 525;
2015: 616;
2014: 572;
2013: 608;
2012: 690;
2011: 529.

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