Mustin/Witzin : Die unbekannte kleine Schwester

Im Mildenitztal in den Mustiner Tannen: Verwalter Hans-Joachim Erb von der Forstverwaltung Bodderkamp. Fotos: Roland Güttler
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Im Mildenitztal in den Mustiner Tannen: Verwalter Hans-Joachim Erb von der Forstverwaltung Bodderkamp. Fotos: Roland Güttler

Im Gegensatz zum Warnow-Durchbruchstal bei Groß Görnow verirren sich ins Mildenitztal bei Mustin höchstens ein paar Pilzsammler.

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16. November 2015, 21:24 Uhr

Fast Mittelgebirgsflair begegnet einem in im Waldgebiet Bodderkamp, auch Mustiner Tannen genannt. Rechts und links ragen die Hänge bis gut 15 Metern hoch; unten mäandert die  Mildenitz entlang.

Von Zülow kommend, fließt sie  durch das zu den Gemeinden Mustin bzw. Witzin gehörende Naturidyll, um später bei  Sternberger Burg schließlich in die Warnow zu münden. Die Mildenitz  ist deren kleine Schwester sozusagen.

Doch anders als  etwa das bei Wanderern und Paddlern äußerst beliebte Warnow-Durchbruchstal bei Groß Görnow ist das Mildenitztal zwischen  Rothener Mühle und Mustin  nahezu unbekannt.  Dabei ist die Gegend wie geschaffen zum Wandern. „Lediglich ein paar Pilzsammler verirren sich hierher“, betont Hans-Joachim Erb. Der Kieler ist  hier  seit acht Jahren als Verwalter der Forstverwaltung Bodderkamp im Auftrag von Christian von Burgsdorff mit Sitz auf Gut Dobersdorf bei Kiel tätig. Christian von Burgsdorff besitzt im Sternberger Seenland seit über einem Jahrzehnt vier Privatwald-Gebiete: Neben Bodderkamp sind das die Rothener Tannen sowie Wälder bei Zülow und Ruchow/Lenzen. „Insgesamt sind es 300 Hektar“, so Erb.

13 Hektar, entlang des Mildenitztals, wurden als Naturwaldzelle „für 100 Jahre aus der Nutzung herausgenommen. Dafür bekommen wir Ökopunkte“, so Erb. Das diene für Kompensationsmaßnahmen u.a. bei Stromtrassen oder Windrädern. In einer Naturwaldzelle  regiert die Natur, umgefallene Bäume bleiben liegen. Davon sieht man in der Mildenitz-Schlucht eine Vielzahl. Erb verweist in dem Zusammenhang aufs Esche-Sterben, hervorgerufen von einem unter der Rinde sitzenden Bakterium/Pilz. Laut Erb ist die Sache  nicht aufhaltbar.

Für Paddler war die alte Mildenitz  in dem Bereich freilich noch nie ein Revier. Doch Wanderer laden die einer Achterbahn ähnelnden Wege  entlang von  Mildenitz und  Kröger Bek, einem kleinen Zufluss, wie gesagt, geradezu ein. Freilich gibt es hier keinen  Pkw-Parkplatz. Erreichbar ist das Mildenitztal von Witzin aus über den Neukruger Weg. Die Verbindungsstraße führt weiter bis nach Mustin.

Bis zur Mildenitz-Schlucht sind es von Witzin aus gut und gerne  zwei bis drei Kilometer.  Allein das dürfte auch weiterhin nur für den gewollten sanften Tourismus sorgen. Doch wer den Anmarsch auf sich nimmt, der wird reichlich entschädigt..

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