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Serie „Sternberger Kuchen“ – Teil 16 : Die Sprinter unter den Fischen

vom
Aus der Redaktion des Anzeiger für Sternberg – Brüel – Warin

Es geht um die fossilen Verwandten unserer heutigen Thunfische.

svz.de von
erstellt am 26.Jan.2017 | 04:55 Uhr

Funde von Knochenfisch-Skelettresten (Osteichthyes) werden im Sternberger Gestein äußerst selten gemacht. Die Abbildung zeigt ein in der Kiesgrube Kobrow gefundenes Handstück aus der Sammlung der Parchimer Dipl.-Geologin Karina Thiede und ihres Ehemannes Nils, auf dem neben Muschelschill ein Rückenwirbel-Fragment eines fossilen Verwandten unserer heutigen Thunfische zu sehen ist.

Die Entwicklung der zur Familie der Makrelen und Thunfische (Scombridae) gehörenden Gattung der Thunfische (Thunnus) erfolgte erst in der jüngeren Erdgeschichte, im Tertiär mit Beginn des Eozäns (55 Mio. Jahre). Funde von vollständigen fossilen Skelettresten dieser Fischart sind nur von wenigen europäischen Tertiär-Fundstellen bekannt und daher äußerst selten.

Als Raubfische sind heutige Thunfische mit acht Arten in allen tropischen, subtropischen und gemäßigten Meeren vertreten. Einige Arten erreichen Längen bis ca. vier Meter, ein Gewicht von über 600 Kilogramm und können bis 30 Jahre alt werden.

Vorwiegend in großen Schwärmen, unternehmen sie weite Wanderungen im offenen Ozean, wobei sie ihren Beutetieren (z.  B. Heringe) hinterher ziehen. Mit ihren stromlinienförmigen Körpern und nur mit der Schwanzflosse als Hauptantrieb, erreichen Thunfische Geschwindigkeiten bis 80 km/h. Damit gehören sie zu den schnellsten Schwimmern unserer Weltmeere.

Thunfischfang wurde im Mittelmeer bereits in der Antike von den Phöniziern betrieben, über Jahrtausende fortgeführt und ernährte somit ganze Fischergenerationen, ohne das die Populationen einbrachen oder ernstlich bedroht waren.

Aufgrund immer leistungsfähigeren Fangtechniken, größeren Fangschiffen und Piratenfischerei, verbunden mit einer starken Nachfrage nach Thunfischprodukten (Sushi!), sind die Bestände der Thunfische in den vergangenen Jahren um bis zu 90 Prozent zurückgegangen, wobei einige Arten gefährdet sind bzw. kurz vor dem Aussterben stehen.

Nach dem Motto: „Je seltener, desto wertvoller“ wurde Anfang Januar 2017 auf dem Tokioter Fischmarkt Tsukiji ein 212 kg schwerer Blauflossen-Thunfisch (Thunnus orientalis) für den Preis von 74,2 Millionen Yen (ca. 600 000 Euro) von einer Sushi-Restaurantkette ersteigert.
 

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