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Anzeiger für Sternberg, Brüel, Warin

16. Dezember 2017 | 21:47 Uhr

Phantechnikum Wismar : Die Socke zählt beim Waschen mit

vom
Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

Das Phantechnikum in Wismar zeigt kritischen und unterhaltsamen Blick auf die Arbeitswelt der Zukunft

svz.de von
erstellt am 25.Okt.2015 | 09:00 Uhr

Eine Socke, die dank digitaler Vernetzung nie ihren Partner verliert? Oder dank Datenchip sogar registriert, wie oft sie schon gewaschen wurde, dann dem Nutzer übers Smartphone mitteilt, dass er langsam neue kaufen müsste? Eine Datenbrille, die einen Bauplan direkt vor das Auge projiziert oder ein Feuerwehranzug, der die Vitaldaten des Feuerwehrmannes direkt an den Einsatzleiter schickt?

„Schöne schlaue Arbeitswelt“ heißt die neue Sonderausstellung im Wismarer Phantechnikum. Oder mit dem englischen Fachbegriff: „Ambient Intelligence“.

Die Übergänge zwischen technischer Spielerei, lebensrettender Innovation und gefährlicher Datenkrake sind fließend, zeigt die Sonderausstellung, die aus der DASA – der Arbeitsweltausstellung in Dortmund – nach Wismar gekommen ist. An fünf Stationen – drei im Erdgeschoss, zwei im Obergeschoss der regulären Ausstellung – wird der Blick in die Zukunft der Arbeitswelt gewagt. Mit vielen Innovationen, die so oder so ähnlich längst Realität sind.

Die Ausstellungsbesucher sollen mitmachen, ausprobieren und sich selbst ein Urteil bilden. „Die Google-Datenbrille kam vor einem Jahr auf den Markt und verschwand recht schnell wieder“, erklärt Uwe Tapper von der DASA eine der Stationen. Die Innovation floppte, vielleicht auch, weil Datenschützer massive Bedenken äußerten. „Wir können mit der Datenbrille Baupläne direkt zeigen“, so Uwe Tapper. Wenn ein Handwerker beide Hände zum Arbeiten braucht, kann der Bauplan oder die Anleitung direkt vor sein Auge auf der „Datenbrille“ erscheinen. Die Ausstellungsbesucher können das ausprobieren und sollen so versuchen, aus Holzklötzen eine bestimmte Figur zu bauen. Nicht einfach.

Noch schwieriger, dafür sehr amüsant für Außenstehende, der Körperscanner. Eigentlich sollen dank seiner genauen Körpervermessung perfekte Büromöbel entstehen. Zu Demonstrationszwecken haben die Ausstellungsentwickler ein Spiel mit dem Körperscanner entwickelt – man muss durch Formen kriechen oder springen.

Einen ernsten Hintergrund hat der gezeigte Feuerwehranzug. Er misst Puls und Blutsauerstoffgehalt des Trägers, registriert den Schweiß. Und sendet die Daten an den Einsatzleiter, der entscheiden kann, ob sein Mann noch fit genug ist. „Das, was da gemessen wird, darf nicht gegen den Menschen genutzt werden“, macht Tapper auf eine Gefahr aufmerksam. Denn was ist, wenn Arbeitgeber oder Krankenversicherung die Daten abruft?  

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