Warin : Die Seele in Fotografien erkennen

Musikalische Eröffnung: Volker Brandt und Martin Maercker  (r.) gaben schottische Klänge mit Dudelsack und Gitarre zum Besten.
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Musikalische Eröffnung: Volker Brandt und Martin Maercker (r.) gaben schottische Klänge mit Dudelsack und Gitarre zum Besten.

Ausstellung im Naturparkzentrum Sternberger Seenland eröffnet / Olaf Dapschies aus Friedrichswalde stellt Werke aus

svz.de von
18. Juli 2014, 16:45 Uhr

Äste und Blätter, die sich zu einem unbekannten Wesen formen, umrandet von Wasser und anderem Waldschmuck – solche Bilder schmücken derzeit das Zentrum des Naturparks Sternberger Seenland. Ist auf darauf eine Fee oder eine Elfe zu erkennen oder ist es doch eher ein gruseliges Monster? „Diese Frage kann nur jeder Beobachter für sich beantworten – deswegen auch der Titel ,Spiegelungen‘“, sagt der Künstler Olaf Dapschies aus Friedrichswalde.


Ruhendes Wasser erschuf neue Formen


Die Fotografien sind ungewöhnlich, da sie Spiegelungen von Wald-Szenen sind. Ein abgeschlagener Baumstamm verwandelt sich durch diese Technik in ein düster schauendes braunes Monster oder einen Geborgenheit versprechenden Stuhl. „Das liegt eben im Auge des Betrachters“, sagt Dapschies. Die Idee zu solchen Werken kam dem geborenen Wismarer durch Zufall: „Als ich auf einem See war und ein Foto von der Landschaft gemacht habe, ist mir die Spiegelung im Wasser aufgefallen und auf einmal entstanden völlig neue Formen.“

Anschließend begab er sich gezielt auf die Suche nach ruhenden Gewässern, in denen Spiegelungen möglich sind. „Das war mir dann aber nicht mehr genug und ich wollte etwas Neues erschaffen und habe die Reflexionen am Computer erstellt.“ Durch eine mehrfache Verdopplung der Bilder entstanden neue Werke. „Nun ist unten oben und oben ist rechts und links.“

Er wolle mit seinen Bildern erreichen, dass die Besucher sich auf die Wirkung einlassen und sich im Umkehrschluss mit ihren eigenen inneren Wünschen und Sehnsüchten befassen. „Neue Sichtweisen öffnen dich für neue Erfahrungen. Neue Räume entstehen, mit viel Platz für eigene Bilder – Kopfkino.“ Aus diesem Grund appelliert er an jeden Besucher seiner Ausstellung: „Setzen Sie sich eine Weile vor das Bild und sehen es einfach an. Was auch immer Sie darin erkennen, kann das Spiegelbild Ihrer Seele sein.“ Man solle nicht rational an die Werke herangehen und erwarten, dass man das Bild entschlüsselt oder gar versteht – der Horizont müsse nicht immer oben sein. „Das Auge findet seinen Weg – wie immer“, verspricht Dapschies.

Der Großteil der Bilder ist in der Region rund um die Sternberger Seenlandschaft entstanden. „Der direkte Kontakt zum Wasser und der Natur hat mich seit frühester Kindheit geprägt. Dieser Einfluss findet bis heute Ausdruck in meiner Arbeit.“


Vom Elektromonteur zum Grafik-Designer


Seine Künstlerkarriere begann Olaf Dapschies allerdings auf unkonventionelle Weise: Erst nach einer Ausbildung zum Elektromonteur studierte er an der Kunstschule Alsterdamm in Hamburg. Inzwischen hat er mit seiner anfänglichen Berufswahl nicht mehr viel zu schaffen – nun ist er selbstständiger Grafik-Designer, Künstler und Mitglied einer 15-köpfigen Samba-Trommelgruppe – Kunst bestimmt sein Leben. „Es macht großen Spaß und ist vielseitig.“

Die Vernissage „Spiegelungen“ im Naturparkzentrum in Warin ist bereits die dritte Ausstellung dieses Jahr. „Wir wollen Künstlern der Region die Möglichkeit geben, sich an einem Ort zu entfalten und vorzustellen“, sagt Volker Brandt, Leiter des Naturparkes. Nur mit solchen Veranstaltungen könne das Haus wieder zu einem Zentrum werden und die Kunstinteressierten zusammenbringen. Noch bis zum 29. August kann die Schau täglich in der Zeit von 10 bis 18 Uhr besucht werden. Außerdem können die Werke des Künstlers käuflich erworben werden.

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