Serie „Sternberger Kuchen“ – Teil 2 : Die schlanke Schöne

Die fossile Schnecke Scaphella siemssenii aus der Parchimer Sammlung der Dipl.-Geologin Karina Thiede und Ehemann Nils. Fotos: Roland Güttler
Die fossile Schnecke Scaphella siemssenii aus der Parchimer Sammlung der Dipl.-Geologin Karina Thiede und Ehemann Nils. Fotos: Roland Güttler

Raritäten aus dem „Sternberger Kuchen“

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16. Juni 2016, 05:14 Uhr

Fasziniert von der Vielfalt der Formen und Farben kennt sie jeder – die „Muscheln“, die man gern bei einem Strandurlaub am Meer selber sammelt oder auch käuflich in einem maritimen Souvenirladen erwirbt.

Bei den umgangssprachlich so genannten „Muscheln“ handelt es sich um Schneckengehäuse oder Muschelschalen, beide gehören zum Stamm der Weichtiere (Mollusca) und hier zum Unterstamm der Schalentragenden (Conchifera).

Der 28 Millionen Jahre alte „Sternberger Kuchen“ ist bekannt für seine Mollusken, wobei die Schnecken (Gastropoden) eine enorme, die u.a. Artenvielfalt aufweisen. Während diverse Schneckenarten relativ häufig auftreten, sind einige Arten selten bzw. extrem selten zu finden.

Aus der Parchimer Sammlung der Dipl.-Geologin Karina Thiede und Ehemann Nils möchte ich ein Handstück aus Kobrow vorstellen, welches neben einem kleinen Stück Treibholz die fossile Schnecke Scaphella siemssenii aus der Familie der Walzenschnecken (Volutidae, Unterfamilie Scaphellinae) zeigt.

Aufgrund ihres dünnschaligen Gehäuses ist diese Art nur in Ausnahmefällen unbeschädigt überliefert und wird mit 10 cm Größe, wie bei diesem Exemplar, zudem nicht oft gefunden. Hier hat sich somit auch die stundenlange Präparationsarbeit gelohnt!

Das Gehäuse der nach der römischen Göttin Juno benannten, rezenten (d. h. heutiger Verwandter) Scaphella junonia aus meiner Sammlung, die die zweite Abbildung zeigt, lebt als Raubschnecke auf sandigen und schlammigen Böden im tropischen Westatlantik, im Golf von Mexiko, an der West- und Ostküste Floridas in 30 bis 150 m Tiefe. Aufgrund ihres Vorkommens im Tiefwasserbereich werden Gehäuse dieser Schnecke nur sehr selten an die Strände gespült und entsprechend selten gefunden. Für diese, von US-Sammlern geliebte „Junonia“ wurden bis vor Jahren dreistellige Dollarbeträge bezahlt, heute wird sie von Krabbenfischern als Beifang vermarktet, wodurch die Preise eines Gehäuses auf ca. 50 US-Dollar gesunken sind.




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