Sternberg : Die Ruhe vor dem Sturm

Doppelt hält besser: David Janke prüft  erneut die Stahlseile und Keile des Baumes.
Doppelt hält besser: David Janke prüft erneut die Stahlseile und Keile des Baumes.

Während die einen erste Sicherheitsmaßnahmen ergreifen, sehen andere dem Orkantief „Xaver“ gelassen entgegen.

svz.de von
04. Dezember 2013, 17:15 Uhr

Bereits Ende Oktober wütete Orkantief „Christian“ über Norddeutschland und traf besonders Schleswig-Holstein hart. Mecklenburg-Vorpommern kam noch glimpflich davon, obwohl auch hier die Rettungskräfte im Dauereinsatz waren. Fazit der Region um Sternberg: Verletzt wurde zum Glück niemand, dennoch sorgten unzählige umgeknickte Bäume für glühende Telefonleitungen bei Feuerwehr und Polizei.

Was die Meteorologen nun jedoch für den bevorstehenden Sturm „Xaver“ in MV voraussagen, kann den herbstlichen Vorläufer Ende Oktober bei weitem schlagen: Windstärken von bis zu 120 Kilometer pro Stunde sollen in der Nacht zu Freitag über das Land rollen.

Zum Glück finden die Weihnachtsmärkte der Region, so wie in Sternberg und Warin, erst am Wochenende statt,
also nach dem Sturm. In Gefahr sind jetzt eher die festlich geschmückten Weihnachtstannen auf dem Sternberger und Brüeler Markt. Deshalb werfen Experten auf sie erneut ein prüfendes Auge. David Janke vom Bauhof Sternberg sicherte gestern Mittag erneut die zwölf Meter hohe Tanne vor dem Rathaus. „Drei Stahlseile mit je acht Millimetern Durchmesser sorgen für die nötige Stabilität“, erklärt er. Diese hat er mithilfe von Spannern nochmal nachgezogen, so dass sie fest um den Stamm des Baumes greifen und mit
Haken im Boden gesichert sind. Außerdem sei die Tanne bis zu einem Meter tief in die Erde eingelassen und mit Keilen fest gemacht. „Sorgen mach ich mir da nicht“, meint der 29-Jährige zuversichtlich.

Die gleiche positive Aussicht gibt ebenso Norbert Krienke, Chef des Bauhofs in Brüel. Beruhigend ist für ihn der Standort des 13 Meter großen Weihnachtsbaumes zwischen Rathaus und Kirche. „Da dürfte nicht so viel Wind hinkommen. Vielleicht ausreichend, um die Lichterkette abzureißen, aber auch das glaube ich nicht“, sagt er. Der gesunde und kräftige Baum halte dem Sturm dank der fachmännischen Verankerung mit Sicherheit stand.

Mit der nötigen Gelassenheit blicken auch die Schulen dem Orkantief entgegen. „Noch sind es nur Voraussagen, die nötigen Maßnahmen ergreifen wir im Ernstfall“, heißt es aus der Grundschule in Dabel. Auf SVZ-Nachfrage erklärten auch andere Schulen und Gymnasien, dass die Sicherheit der Schüler im Falle eines stark wütenden Sturmes höchste Priorität
habe. „Wir sorgen dafür, dass jeder behütet nach Hause kommt“, erfuhr die Redaktion aus der Wariner Grundschule. Hartmut Weise, Geschäftsführer der Bus Betriebe Wismar (BBW), kann dem nur beipflichten: „Sollte die Lage sich zuspitzen, bringen wir nach Absprache mit den Schulen jeden Schüler, der auf unseren Linienverkehr angewiesen ist, auch rechtzeitig nach Hause.“ Aufgrund der Wettervorhersagen oder „eines Verdachts, kann der
Linienverkehr aber nicht eingestellt werden“, erläutert Hartmut Weise.

Allen anderen sei aber nochmals ausdrücklich ans Herz gelegt: Wer Vorsichtsmaßnahmen ergreifen kann, sollte dies auch tun. Dazu zählt, im Freien stehende Gegenstände sicher zu verstauen und
Autos nicht in Baumnähe zu parken.
Sicherzugehen kann in diesem Falle nicht schaden.

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