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Serie „Sternberger Kuchen“ – Teil 4 : Die mit Giftpfeilen schießt

vom
Aus der Redaktion des Anzeiger für Sternberg – Brüel – Warin

Bei Raritäten aus dem „Sternberger Kuchen“ geht es in Teil 4 um eine im Gestein sehr selten zu findende Schneckenart – die Kegelschnecke.

von
erstellt am 14.Jul.2016 | 05:00 Uhr

Heute möchte ich eine im Sternberger Gestein sehr selten zu findende Schnecke aus der Parchimer Sammlung der Dipl.-Geologin Karina Thiede und Ehemann Nils vorstellen, die vor einigen Jahren in Kobrow gefunden wurde.

Das etwa faustgroße, mehrstündig präparierte Stück zeigt eine ca. drei Zentimeter große, fossile Kegelschnecke „Conus (Leptoconus) semperi“, die zu der erdgeschichtlich jungen Familie der Kegelschnecken (Conidae) gehört und als einzige Art dieser Familie im Sternberger Gestein vertreten ist.

Am Ende der Kreidezeit begann vor 65 Millionen Jahren mit dem Tertiär die Erdneuzeit, die neben dem Aussterben der großen Saurier auch eine weit verbreitete und wesentliche Veränderung in der Zusammensetzung des marinen Tierreichs brachte. Zu einer reichen Entfaltung kam es bei den räuberisch lebenden, fleisch- und aasfressenden Neogastropoda (Neuschnecken), zu der auch die Familie der Kegelschnecken gezählt wird.  Heutzutage sind in den warmen bzw. tropischen Meeren 98 Gattungen mit 760 Arten bekannt.

Diese Schnecken, die auch als Giftzüngler bezeichnet werden, haben im Verlauf der Evolution ihre Reibezunge (Radula) – die Schnecken normalerweise besitzen – in einen hoch spezialisierten Vergiftungsapparat umgewandelt, mit dem ein harpunenartiger, hohlschaftiger und mit einer Giftdrüse verbundener Zahn in potentielle Opfer geschossen wird. Das über die „Harpune“ injizierte Gift (Conotoxine, ähnlich dem Gift der Kobra) lähmt auch schnell schwimmende Beutetiere in Sekundenschnelle, die so von der langsamen Schnecke überwältigt werden können. Der Stich einiger Conus-Arten kann auch für den Menschen tödliche Folgen haben.

Die dickschaligen, kegelförmigen Gehäuse heutiger Kegelschnecken mit ihren herrlichen Farben und Mustern sind begehrte Sammlerobjekte. Auch in meiner Sammlung sind zwischenzeitlich ca. 100 Arten vertreten.

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