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Anzeiger für Sternberg, Brüel, Warin

16. August 2017 | 21:36 Uhr

Brüel : „Die Milchviehanlage ist artgerecht“

vom
Aus der Redaktion des Anzeiger für Sternberg – Brüel – Warin

SVZ im Gespräch mit Dagmar Laugwitz, Bevollmächtigte mit Prokura des Agrarhofs Brüel.

Seit Bekanntwerden der Pläne des Agrarhofes Brüel, eine Milchviehanlage nahe Keez und Gärrestelager in Neu Necheln und Thurow zu bauen, mehren sich Gegenstimmen in der Region. Die „Bürgerinitiative für nachhaltige Landwirtschaft in der Gemeinde Brüel“ (BI) hat sich gegründet, nun nimmt sich auch die „Bürgerschaft der Gemeinde Brüel“ der Thematik an. SVZ-Redakteurin Roswitha Spöhr sprach mit Dagmar Laugwitz, Bevollmächtigte mit Prokura des Agrarhofs Brüel.

Können Sie die Ängste von Bürgern angesichts dieser industriellen landwirtschaftlichen Projekte verstehen?
Dagmar Laugwitz: Wir setzen uns sehr intensiv mit den Bürgern und deren Vertretungen auseinander. Es vergeht nahezu kein Tag, an dem wir nicht Fragen zu dem Projekt beantworten. Dabei stellt sich heraus, dass im Grunde genommen das Vorhaben als ein Teil der Existenzsicherung des ländlichen Raumes befürwortet wird – nur möchten die Bürger hier einen Mehrwert für sich und die Region erkennen. Das können wir erklären und im Fall einer persönlichen Betroffenheit gehen wir auf die Bürger auch zu und suchen gemeinsame Lösungen – soweit das möglich ist. Die Milchviehanlage ist artgerecht und das werden wir auch nach Fertigstellung durch eine für alle zugängliche Besucherplattform täglich zeigen. Sie ist Teil des Bauantrages.
Sie hatten Anfang Februar in einem SVZ-Beitrag erklärt, dass ein alternativer Standort für den Gärrestebehälter in der Nähe der B 104 zwischen Brüel und Thurow geprüft wird. Zudem gebe es einen weiteren Alternativstandort. Wo wird nun letztendlich gebaut und in welcher Form?
Das Ergebnis der extern fachlichen Untersuchung wird am 8. April der Dialogrunde unter Leitung von Prof. Arlt vorgestellt. Das möchte ich jetzt mit Rücksicht auf diese Plattform, die aus Vertretern der Stadt und der Bürgerinitiative besteht, nicht vorwegnehmen.
Wie sind die nächsten Schritte innerhalb des Verfahrens, die drei Vorhaben zu realisieren?
Wir arbeiten mit der Stadt an einer schriftlich fixierten Vereinbarung zu dem Bauvorhaben. Das heißt, hier werden Ausgleichsmaßnahmen im Zusammenhang mit dem Vorhaben des Investors festgehalten. Bis Mitte April werden wir beim StALU (Staatliches Amt für Landwirtschaft und Umwelt/d. R.) den Antrag einreichen. Das von Bürgermeister Goldberg organisierte und von Prof. Arlt moderierte Dialogforum behandelt etwa im Vier-Wochen-Rhythmus Themen, die durch die Teilnehmer eingebracht werden. Dazu werden auch mit externe Experten eingeladen.
Was wird aus dem Agrarhof am Standort Brüel?
Es ist vorgesehen, mit Errichtung der Milchviehanlage Keez die Milchviehhaltung in Brüel einzustellen. Der Betriebshof wird als Firmensitz und Standort für den Bereich Ackerbau indes erhalten bleiben.
Auf verschiedenen Veranstaltungen, aber auch in Leserbriefen wurde kritisiert, dass lediglich der Agrarhofals Bauherr des landwirtschaftlichen Großvorhabens auftritt, nicht aber Familie Pon, die 2012 die Agrarhof Brüel e.G. mit Service- und Marktfrucht GmbH gekauft hat. Warum diese Zurückhaltung, wo Pons doch beispielsweise im vergangenen Herbst zum Kaarzer Apfelfest eingeladen haben?
Das Kaarzer Apfelfest war ein Tag der offenen Tür auf Einladung der Familie. Das ist ihr eigenes Grundstück. Mit dem Investitionsvorhaben ist sie im Tagesgeschäft nicht verbunden, sondern tritt hier als Geldgeber, also als eine Art Bank, für den Agrarhof auf. Wenn z.B. ein Stahlbauunternehmen im Hafen Wismar investiert, sprechen auch alle von dem Unternehmen und nicht von dem finanzierenden Geldinstitut.

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erstellt am 04.Apr.2014 | 23:51 Uhr

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