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Anzeiger für Sternberg, Brüel, Warin

18. November 2017 | 09:11 Uhr

Brüel : Die großen Pötte mal ganz klein

vom
Aus der Redaktion des Anzeiger für Sternberg – Brüel – Warin

Zum Internationalen Tag des Schiffsmodellbaus trafen sich die Mitglieder der Marinemodellbauer Mecklenburg am Roten See bei Brüel.

von
erstellt am 11.Mai.2014 | 17:21 Uhr

„Wir müssen die regenfreie Zeit ja nutzen“, schmunzelt Hartmunt Böhnke. Dann lässt er ein 1,79 Meter langes Modell des Großen Kreuzers „Von der Tann“ der kaiserlichen Marine ins Wasser. Er ist Mitglied der Marinemodellbauer Mecklenburg (MMM). Besser bekannt als Interessengemeinschaft Schiffsmodelbauer haben diese anlässlich des Internationalen Tages des Schiffsmodellbaus zu einer Schau eingeladen. Dieser wurde im Vorjahr ins Leben gerufen, um auf das Hobby aufmerksam zu machen.

Vorsichtig lässt Böhnke das graue Modellschiff vom Steg ins Wasser gleiten. Vier Jahre hat er bisher daran gebastelt und noch immer gibt es etwas auszubessern. „Die Reeling fehlt noch, genauso wie der Kleinkram der Torpedofangnetze“, erklärt er. Per Fernsteuerung lässt er den Kreuzer über den Roten See fahren, das Original fuhr damals mit 27 Knoten sehr schnell, auch für heutige Verhältnisse, wie Böhnke erklärt. Er hat sich damit genauestens auseinander gesetzt. „Modellbauer bauen nicht einfach nur, sie setzen sich ebenso mit der Historie und der Technik auseinander“, erläutert der Bützower.

Neben ihm sind eine Reihe weiterer Modellbauer aus Mecklenburg dabei. Einer von ihnen ist Niels Nielsen. Der Güstrower hat die Modelle eines Streckenfrachters, zwei Fang- und Verarbeitungsschiffe sowie als Neubau ein Kranschiff dabei. „Den Kran habe ich mal auf einem Bild in der Zeitung gesehen“, sagt Nielsen, „da kam mir die Überlegung, so ein Schiff zu bauen. Ich hatte keinen Maßstab, aber auf Foto war auch ein Mann zu sehen. Nach diesem habe ich den Maßstab umgerechnet.“

Auch Friedrich Damke ist mit einem Modell dabei. Der Retgendorfer, der von allen nur Fiete genannt wird, hat 40 Jahre lang in Wismar auf der Werft als Schiffbauer gearbeitet. „Irgendwann wollte ich eine Zeichnung machen, zur Selbstüberprüfung, ob ich das noch kann“, schmunzelt er. Anschließend fasste Damke den Entschluss, das Schiff nachzubauen. So kam er zum Modellbau und fertigte einen originalen Nachbau eines Dampfbeiboots der kaiserlichen Marine von 1910 an. Mit Strom betrieben steigt Dampf aus dem Schornstein auf. „Ein anderer Modellbauer hilft mir noch dabei, eine Fernsteuerung einzubauen“, so der 79-Jährige.

Modellbau hält fit, geistig, wie auch in der Feinmotorik, da sind sich die Mitglieder der Interessengemeinschaft sicher.

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