Holzendorf : Die Göwe hat ihr Bett zurück

Das Flüsschen, das in Höhe Weberins dem Glambecksee entspringt und nach acht Kilometern in die Warnow mündet, musste sich während des Brückenbaus durch Rohre zwängen.
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Das Flüsschen, das in Höhe Weberins dem Glambecksee entspringt und nach acht Kilometern in die Warnow mündet, musste sich während des Brückenbaus durch Rohre zwängen.

Nach der Verkehrsfreigabe der neuen Brücke zwischen Holzendorf und Wendorf wurde die Umfahrung zurückgebaut. Jetzt erfolgen die letzten Arbeiten im Umfeld.

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02. Dezember 2014, 17:36 Uhr

Vom Feld weht eisiger Wind über die Baustelle oder das, was von der geblieben ist. Am Montag sei das noch schlimmer gewesen, meinen die beiden Männer von Universalbau Perleberg, die die Restarbeiten an der neuen Brücke, die zwischen Holzendorf und Wendorf über die Göwe führt, erledigen. Wahrlich kein Vergnügen, doch die so genannte VOB-Abnahme, bei der die Baufirma die Brücke offiziell an den Auftraggeber übergibt, steht bevor. Mitte Dezember ist die vorgesehen, so Thorsten Uhlig, für Brückenbau zuständiger Dezernent im Straßenbauamt Schwerin.


Pfähle und Kokosmatten geben mehr Halt


Der Verkehr auf der Landesstraße 09 von Brüel nach Crivitz rollt seit dem 10. November über das neue Bauwerk. Damit lagen die Brückenbauer im Plan. Dann begann der Rückbau der Ausweichstrecke vor Ort, die Autofahrern eine weiträumige Umleitung ersparte. Das ist inzwischen erledigt, die Fläche auch hier wieder hergerichtet. Seitdem hat die Göwe, die in Höhe Weberins dem Glambecksee entspringt und nach acht Kilometern in die Warnow mündet, ihr Bett zurück. Weil die Umfahrung aufgeschüttet war, musste sich der schmale Fluss vorübergehend durch Rohre zwängen.

Gestern Vormittag waren die Brückenbauer mit der Aussaat von Rasen beschäftigt. Dass die obere Bodenschicht derzeit gefroren ist, mache dem Samen nichts aus. Der halte das aus, er bleibe liegen und keime aus wenn, die Zeit heran sei.

Die Brückenbauer legen noch Kokosmatten auf die Böschung, um ihr zusätzlich Halt zu geben. Das Ufer des Flüsschens wurde bereits mit Holzpfählen befestigt, die inzwischen von einem Streifen aus Steinen verdeckt sind. Bei der an dieser Stelle relativ geringen Fließgeschwindigkeit des Wassers seien zwar kaum Uferschäden zu befürchten, doch damit dürfte hier nun gar nichts passieren. Zum Abschluss sollen Bäume gepflanzt werden. Das erledige dann eine Fachfirma.

Mit den Bauarbeiten war im Oktober 2013 begonnen worden. Zunächst wurden rund 500 Tonnen Füllboden herangefahren. Bis zum Frühjahr ruhten die Arbeiten, damit sich der Boden setzen und die Ausweichstraße auf relativ sicherem Untergrund entstehen konnte. Es wurde sogar tonnenweise Kies an der Stelle, die besonders schlecht trägt, aufgebracht, damit der Boden darunter richtig sackt.


Autofahrer ärgert, dass weiter Tempo 50 gilt


Die oberste Schicht wurde im Frühjahr wieder abgetragen und zum Auffüllen der für die Baustelle benötigten Lagerfläche verwendet. Untersuchungen hatten ergeben, dass „der Baugrund nicht der Beste ist“, wie es Thorsten Uhlig vom Straßenbauamt Schwerin nannte. Selbst die Behelfsstraße musste enorme Belastungen aushalten.

Der Ersatzbau der Brücke war notwendig geworden, weil sich durch die starke Verkehrsbelastung, vor allem durch schwere Laster, zunehmend Risse gebildet hatten. Die vorherige Querung der Göwe stammte noch von 1960. Für den Ersatzneubau waren 559 000 Euro veranschlagt.

Autofahrer ärgert jetzt nur noch, dass in dem Bereich weiterhin eine Geschwindigkeitsbegrenzung von 50 km/h besteht.

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