Warin : Die Geheimnisse der Gemüsezwiebel

So sehen Friederike Baudischs Projekttafeln aus – hier zum Feldhasen.
So sehen Friederike Baudischs Projekttafeln aus – hier zum Feldhasen.

Die 19-jährige Friederike Baudisch gestaltete im FÖJ-Jahr 15 Schautafeln zu Pflanzen und Tieren des Jahres.

von
18. April 2015, 11:36 Uhr

Wer kennt den Vogel und Schmetterling, das Wildtier und Insekt oder auch die Heilpflanze des Jahres 2015? Im Wariner Zentrum des Naturparks Sternberger Seenland gibt es eine Antwort darauf – bis zum 15. Mai.

Die 19-jährige Friederike Baudisch macht im Naturparkzentrum noch bis Ende August ihr Freiwilliges Ökologisches Jahr, bevor die Warinerin an der Uni Rostock dann Agrar- und Umweltwissenschaft studieren will.

Auf insgesamt 15 Schautafeln bringt sie als ihr eigenständiges Projekt interessierten Besuchern in Bildern und Texten die Tiere und Pflanzen des Jahres des Naturschutzbundes Nabu näher.

Und es lohnt sich. Auch Friederike Baudisch hat bei der Erstellung so einige Aha-Erlebnisse gehabt. Im Eingangsfoyer des Wariner Rathauses hängen zwei Tafeln: für den „Pilz des Jahres“ – die Becherkoralle – sowie die „Blume des Jahres“ – der Gewöhnliche Teufelsabriss. „Letzterer hat seinen Namen daher“, so Friederike, „da der Wurzelstock von unten abstirbt. Das sieht so aus, als ob einer etwas abgebissen hat“.

Die weiteren Tafeln hängen im Versammlungsraum des Naturparkzentrums. Der Favorit der Teenagerin ist die „Heilpflanze des Jahres“ – die Gemüsezwiebel (Allium cepa). Allium steht dabei für die Gattung Lauch. „Die Gemüsezwiebel diente einst auch als Amulett gegen die Pest und war zugleich eine Art Zahlungsmittel für die Arbeiter beim Pyramidenbau. Das habe ich nicht gewusst“, sagt sie über eine Sache, die jeder im Haushalt hat und vielfältig verwendet. Als Amulett oder (in die Jetztzeit übertragen) Euro-Ersatz freilich weniger…

Die junge Warinerin wollte nach ihrem Abi in Neukloster nicht gleich studieren. Von verschiedenen Bekannten erfuhr sie, so ein freiwilliges Jahr sei schon schön, um sich „praktisch weiter zu bilden“.

Dabei war ihr das Freiwillige Ökologische Jahr und dass man es gar auch noch vor der Haustür absolvieren kann, erst gar nicht so geläufig. „Hier ist FÖJ allgemein eher unbekannt“, betont die Warinerin. Aber dies dürfte sich jetzt ändern, auch dank Friederikes Mund-zu-Mund-Propaganda. „Es finden eigentlich alle gut, was ich hier tue. Einige wollen es jetzt auch machen“, sagt sie.

Friederike Baudisch hat sichtlich Spaß am Ganzen. Immer wieder funkeln ihre Augen, wenn sie über ihr Projekt erzählt. „In der Schule war alles theoretisch. Hier lerne ich, Wissen anzuwenden.“ Als Warinerin kannte sie natürlich die Wälder drumrum, „ein bisschen“, wie sie ehrlicherweise einschränkt.

Jetzt ist sie schon viel firmer, was Fauna und Flora betrifft. So war die Warinerin mitgegangen, als die Rangerinnen Francis Breitenreiter und Birgit Erlebach in Sachen Umweltbildung mit einer Schulklasse aus Neukloster unterwegs in der Natur waren. Ihr FÖJ-Betreuer ist der stellvertretende Leiter des Naturparks, Jan Lippke. „Aber ich kann auch die anderen jederzeit fragen.“ Und so habe sie die Baumarten in der Region jetzt intus. Das lerne man in kurzer Zeit. Als nächste Aufgabe wartet auf die 19-Jährige die Erneuerung der Info-Tafeln im 540 Quadratkilometer großen Naturpark.

PS: Die eingangs gestellte Frage bedarf noch einer Auflösung: Der „Vogel des Jahres“ ist der Habicht; das Insekt 2015 „Der Silbergrüne Bläuling“. Beim „Wildtier des Jahres“ handelt es sich um den Feldhasen; 2015er-Schmetterling wurde „Das Rote Ordensband“. 

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen