Witzin : Dicht an Bundesausscheid vorbei

Eine besondere Attraktion in Witzin, die es hier in keiner anderen Gemeinde gibt, sind die Mecklenburger Alphörner. Inspirator und Akteur Baldur Beyer verteilt Informationsmaterial an die Mitglieder der Wettbewerbskommission.  Fotos: Rüdiger Rump
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Eine besondere Attraktion in Witzin, die es hier in keiner anderen Gemeinde gibt, sind die Mecklenburger Alphörner. Inspirator und Akteur Baldur Beyer verteilt Informationsmaterial an die Mitglieder der Wettbewerbskommission. Fotos: Rüdiger Rump

Die Gemeinde Witzin belegt den dritten Platz im Landeswettbewerb um die schönsten Dörfer. Sieger wird Pinnow vor Lohmen.

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21. September 2015, 20:45 Uhr

Er würde am liebsten das ganze Dorf umarmen, sagte der Witziner Bürgermeister Hans Hüller ein wenig überschwänglich gestern am Telefon. Die Gemeinde hat im 9. Landeswettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft – Unser Dorf soll schöner werden“ einen ausgezeichneten dritten Platz erreicht und musste lediglich Pinnow bei Schwerin und Lohmen aus dem Landkreis Rostock den Vortritt lassen. Diese vertreten das Land beim Bundesausscheid im kommenden Jahr, den Witzin denkbar knapp verpasst hat. „Sicher hätte ich mich gefreut, wenn wir dabei wären, aber mit unserer Platzierung kann ich sehr gut leben“, so Hüller. Nun wünsche er den beiden Teilnehmern aus MV erst einmal viel Erfolg.

„Nach dem Spiel ist vor dem Spiel. Wir haben noch viel auf dem Zettel. Wenn wir das verwirklichen, steigen die Chancen beim nächsten Mal, davon bin ich überzeugt“, so der Bürgermeister. Besonders glücklich sei er über den Zusammenhalt in der Gemeinde. „Wenn der sich so weiter entwickelt, ist mir nicht bange. In drei Jahren nehmen wir neuen Anlauf.“

Witzin hat mit einem für so ein kleines Dorf erstaunlich breit gefächerten kulturellen Leben gepunktet: Neujahrswanderung, Eisfest, Heimatquiz-Abend, Frühjahrslauf, Osterwanderung, Entenrennen, Dorffest, Familientag, Singen unter der Linde, Wasserfest, Fahrradrallye, Drachenfest, Skater-Hockey, Seifenkistenrennen, Adventssingen, Silvesterlauf. Zur Nachtwanderung mit großem Programm im Wald kommen inzwischen einige hundert Teilnehmer, nicht allein aus der Gemeinde. Und diese Aufzählung ist nur eine Auswahl. Es existiere ein gut abgestimmtes Konzept zwischen Gemeinde, Vereinen und Aktiven, heißt es anerkennend in der gestrigen Auswertung des Wettbewerbs durch das Ministerium für Landwirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz. Und als „bestes Sinnbild für die Zukunft Witzins“ wird die Kindertagesstätte genannt. Im Dezember 2012 vom Arbeiter-Samariter-Bund (ASB), Kreisverband Schwerin-Parchim, als neuer Träger mit einem Kind und zwei Erzieherinnen wiedereröffnet, besuchen heute rund 25 Mädchen und Jungen die Einrichtung, Tendenz weiter steigend. Drei Erweiterungen gab es bereits, eine weitere mit Wintergarten soll folgen. Und was auf der Habenseite steht, haben die Witziner mit perfekter Organisation heute vor einer Woche beim Besuch der Landesjury präsentiert (wir berichteten).

84 Dörfer aus dem ganzen Land hatten sich an dem Wettbewerb beteiligt und neun für die Finalrunde qualifiziert. Witzin hatte sich mit Pinnow und Balow unter 43 Teilnehmern im Landkreis Ludwigslust-Parchim durchgesetzt und damit 30 000 Euro Fördergeld sicher. Für den dritten Platz auf Landesebene gibt es eine kleine Prämie obendrauf.

Pinnow konnte trotz Dauerregens am Eröffnungstag des Landeswettbewerbes die Jury in allen fünf Bewertungskategorien am meisten überzeugen. An dem Tag war Minister Till Backhaus selbst dabei. Ob Bonus oder nicht, erstmals ist die Gemeinde Sieger, bei der die Landesjury zuerst war. Im Umland von Schwerin gelegen, sei Pinnow nicht zum reinen Wohn- und Schlafort geworden. Der dörfliche Charakter sei bewahrt worden. „Das Motto ‚Neues erschaffen und Altes bewahren‘ ist überall spürbar. Alt und Neu wächst zusammen, ob die Neubaugebiete, die räumlich mit den alten Dorfkernen korrespondieren, oder das gemeindliche Leben, das von Alteingesessenen und Neubürgern gemeinsam aktiv gestaltet wird. Hier ist Pinnow vorbildlich“, so der Minister. Darüber hinaus wurde die Fusion mit Godern zum beiderseitigen Vorteil genutzt. Die Jury lobte zudem die hervorragenden Vegetationsstrukturen mit meist standortgerechten Arten. Es wurden die Sensibilität für den Biotopschutz und die fließenden Übergänge in die Landschaft besonders hervorgehoben.

Lohmen punktete mit vielen gesellschaftlichen Aktivitäten seiner über die Region hinaus wirkenden Vereine. Besondere Anerkennung gebührt dem Projekt „Dorf im Dorf“.

Die Auszeichnungsveranstaltung findet voraussichtlich im November in Pinnow statt. Dazu sind alle Gemeinden und ihre Aktiven eingeladen, die am Wettbewerb auf Landesebene teilgenommen haben.

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