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Anzeiger für Sternberg, Brüel, Warin

21. September 2017 | 16:21 Uhr

Erholung in Plau : Der Traum vom Pedalritt um den See

vom

Viele Touristen wünschen sich schon lange, einmal komplett um den ganzen Plauer See zu radeln. Doch das Wegenetz ist lückenhaft - noch. Die Nordroute, und damit knapp die Hälfte der Gesamtstrecke, ist bereits fertig.

svz.de von
erstellt am 12.Jun.2013 | 05:27 Uhr

Plau Am See | Einmal rund um den Plauer See sind es rund 56 Kilometer. Diesen Kanten touristisch mit einem lückenlosen, "normgerechten" Radweg zu erschließen, darum bemühen sich seit Jahren Anrainer wie die Stadt Plau am See. Es ist kein leichtes Unterfangen, schon allein der Kosten wegen. Naturschutzrelevante Aspekte machen das ehrgeizige Vorhaben überdies nicht einfacher.

Die Nordroute, und damit knapp die Hälfte der Gesamtstrecke, steht. "Wenngleich auch hier stellenweise noch kein normgerechter Ausbau gegeben ist", sagt Plaus Bürgermeister Norbert Reier. Um den geht es, und er bedeutet, die Trasse außerorts auf zwei, innerorts auf 2,50 Meter auszubauen. Auf ganzer Länge. Doch Baumbewuchs, schwieriger Untergrund, loser Sand, abschüssige Böschungen und unterschiedliche Höhen - schon rein technisch sind etliche Hürden gesetzt. Dennoch, die Stadt Plau fühlt sich für die Radtouristen zwischen Karow im Norden und Ganzlin im Süden verantwortlich. "Uns geht es nicht darum, alles neu zu bauen. Wir wollen auch bestehende und gut frequentierte Abschnitte erhalten", so Reier. Das Problem: Für versierte Mountainbiker sollten die zwar kein Pro blem darstellen; für den normalen Radtouristen böten sie jedoch nicht ausreichend Sicherheit. Die aber will Plau haben, wie künftig auch eine Beschilderung, die den Radfahrern sagt, worauf sie sich einlassen, wenn sie eine dieser naturbelassenen Passagen unter die Räder nehmen.

Zu den "Baustellen" zählt der Abschnitt zwischen KMG Klinik und Appelburg. Die Beteiligten sind sich einig, dass für den ein neuer Bauantrag beim Landesförderinstitut und dem Wirtschaftsministerium gestellt werden muss. "Ein modifizierter und in zwei Bauabschnitte geteilter", sagt Norbert Reier. Denn als äußerst schwierig hat sich die Strecke zwischen der Klinik und dem Seedorf Vila Vita entpuppt. Hier würde die direkte Passage durch den Wald führen. Deren Ausbau aber ist durch Hängigkeit, Waldbewuchs und starke Verböschung nahezu unmöglich. "In diesem Bereich bekommen wir den Radweg statt auf die geforderten zwei Meter auf maximal 1,60 Meter ausgebaut. Zudem", so der Verwaltungschef, "würde es einen enormen Eingriff in die Natur bedeuten."

Letzterer wäre tatsächlich so gravierend, dass weder die zuständige Forst- noch die Untere Naturschutzbehörde einem solchen Vorhaben ihre Zustimmung erteilt haben. "Wenn wir das Stück Radweg haben wollen - und das wollen wir - , dann geht das nur über eine neue, Bundesstraßen begleitende Trasse", sagt Plaus Bürgermeister. "Parallel zum Millionenweg entlang der B 103." Die sich unmittelbar anschließende Passage bis hin zur B 198 ist bereits normgerecht ausgebaut; könnte demzufolge genutzt werden. Um den Radweg jedoch weiterzuführen, müsste bis zum Ganzliner Feriendorf Vila Vita erneut parallel zur Bundesstraße gebaut werden. Soweit, bis die Route schließlich zurück in den Wald führt. Für den B-Straßen begleitenden Radweg wäre das Schweriner Verkehrsministerium Baulastträger, weshalb ohne dessen Zustimmung nicht daran zu denken ist. Momentan, so die Informationen in der Plauer Verwaltung, laufen Gespräche zwischen den Verantwortlichen von Verkehrs- und Wirtschaftsministerium. Neben technischen Details und der Finanzierung sollen sie klären, ob eine Umsetzung innerhalb der nächsten drei Jahre realistisch ist, "oder ob andernfalls wir uns als Stadt um Fördergelder bemühen", sagt Reier. "In dem Fall hätten wir dann aber auch die Baulast…"

Geklärt ist inzwischen die Vorgehensweise innerorts. Hier klafft im "normgerechten Radweg" noch die Lücke über den Wiesenweg hin zum Kalkofen. Diese Verbindung ist ein Muss aus Sicht der Plauer, die den Radtouristen weder Mole, noch Metow oder Strandstraße vorenthalten wollen. Schließlich sind die es, die dem Luftkurort den Namen "Kleines Warnemünde" einbrachten. Und so steht inzwischen fest, dass der Seeradrundweg im Wiesenweg mit Betonsteinen gepflastert und am Kalkofen barrierefrei in die Metow IV eingebunden wird. Im Zuge ihrer weiteren Erschließung mit Neubau des Hafengebäudes und Errichtung einer Ferienhaussiedlung hinter der Mole. "Diesen Abschnitt des Radrundweges werden wir als Stadt gemeinsam mit den Investoren realisieren", kündigt Norbert Reier an.

Damit der Pedalritt um den See nicht auf ewig ein Traum bleibt, soll noch in diesem Jahr Baubeginn sein. "Wir müssen endlich anfangen, sonst läuft uns die Zeit davon", sagt Reier, wohlwissend, dass auch andere Urlaubsparadiese investieren, um letztlich eines zu erreichen: Touristen anzulocken, die immer höhere Ansprüche stellen.

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