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Dorf mecklenburg : „Der Pribislaw war ein Pfiffiger“

vom
Aus der Redaktion des Anzeiger für Sternberg – Brüel – Warin

Unsere 20 Fragen zum Wochenende beantwortet heute Falko Hohensee, Leiter des Kreisagrarmuseums Dorf Mecklenburg.

svz.de von
erstellt am 31.Jan.2014 | 18:06 Uhr

Geboren wurde Falko Hohensee, der Leiter des Kreisagrarmuseums Dorf Mecklenburg, 1952 in Warin. „Dort, wo heute der Tresen im Café Lubitz steht. Es war eine Hausgeburt. Die Großeltern hatten hier eine Bäckerei.“

Seit 1. 1. 1985 bereits arbeitet der heute in Bad Kleinen Wohnende in der Einrichtung, die zu DDR-Zeiten den Titel „Traditionsstätte der sozialistischen Landwirtschaft“ trug. Am 1. April 1985 wurde
Hohensee zum Direktor berufen. „Es gab sogar eine Berufungsurkunde, die habe ich zu Hause im Aktenordner.“ Von
Anfang an war das heutige Kreisagrarmuseum für Falko Hohensee „zum Glück in kommunaler Hand, einst beim damaligen Kreis Wismar-Land, jetzt Nordwestmecklenburg.“ Heute beantwortetet er SVZ-Redakteur Roland Güttler unsere
20 Fragen zum Wochenende.

Wo ist Ihr Lieblingsplatz?
Im Bett! (schmunzelt). Nein, nein. Ich habe viele Plätze, wo ich gerne bin; zu Hause in Bad Kleinen oder hier im Museum etwa.
Was würden Sie als Bürgermeister in Ihrem Wohnort sofort ändern?
Ich würde in Bad Kleinen versuchen, ein bisschen Kultur reinzubringen. Das ist nur noch, na ja, ein „Schlafort“. Eine Perle wieder draus machen, wie es früher mal war, und dem Beinamen Bad gerecht zu werden, geht natürlich nicht von heute auf morgen. Wenn auch der Titel „Bad“ nur ein gekaufter ist. Der Namenszusatz sowie der Bau des heute noch vorhandenen Eiertunnels waren die Bedingungen von Dr. Steyerdahl, der 1895 die Wasserheilanstalt gegründet hatte, damit er 1911 dem Bau der Eisenbahnstrecke zustimmte. So heißt der Ort seit über 100 Jahren Bad Kleinen.
Wo kann man Sie am ehesten treffen?
Im Kreisagrarmuseum…
Womit haben Sie Ihr erstes Geld verdient?
Das war bei der Schülerarbeit in der siebten oder achten Klasse in der Ziegelei
Warin, die es seit Jahrzehnten nicht mehr gibt.
Und wofür haben Sie es ausgegeben?
Das weiß ich wirklich nicht mehr. Mein erstes richtiges Geld habe ich dann 1974 nach dem Landwirtschaftsstudium in Rostock als Arbeitsgruppenleiter in der LPG Pflanzenproduktion Dorf Mecklenburg verdient.
Was würden Sie gerne können?
Abschalten können…
Was stört Sie an anderen?
Egoismus. Ist typisch menschlich, kommt heute aber eher zum Tragen.
Worüber haben Sie zuletzt herzlich
gelacht?
Über meine Enkelin, die ist drei. Ich habe insgesamt drei Enkel, noch zwei Jungs. Als der Älteste, er hatte gerade Jugendweihe, noch ein Dreikäsehoch war, durfte er auch mit Opas Werkzeugen hantieren. Er nahm sich eine Zange und als er gerufen wurde, sagte der Butscher: Er müsse erst noch
abzangen! Toll. Für die Säge gibt es ein
Tätigkeitswort, warum eigentlich nicht bei der Zange?
Was Unvernünftiges haben Sie zuletzt getan?
Ich achte nicht auf meine Gesundheit, das ist doch auch was Unvernünftiges?

Wer ist Ihr persönlicher Held?
Ich habe viele. Alle, die es ehrlich meinen!
Welches Buch lesen Sie gerade?
Aktuell keines.
Welche Fernsehsendung verpassen Sie nie?
Fernsehen geht mir ein bisschen am Gesäß vorbei. Wenn doch, gucke ich „Länder - Menschen - Abenteuer“. Und ich bekenne: „Sachsenklinik“ sowie „Neues aus Büttenwarder“. Sport indes interessiert mich überhaupt nicht. Keiner braucht mir die Frage zu stellen: Wer hat denn den letzten Grand-Prix gewonnen?
Da erübrigt sich die nächste Frage ja fast: Wo trifft man Sie eher: bei der Karnevalsfeier oder beim Fußballspiel?
Eher beim Karneval, aber jetzt auch nicht mehr. Dabei verkleide ich mich auch heute noch gern. Zur museumspädagogischen Vermittlung schlüpfe ich zum Beispiel in ein dem Original nachempfundenes Kostüm von Pribislaw. Diese Rolle spiele ich sehr gerne, hatte der doch hier in Dorf Mecklenburg seine „bescheidene Hütte“. Pribislaw war einer von drei Söhnen des Niklot, bekanntlich der Stammvater der Herzöge und Großherzöge von Mecklenburg. Niklot wurde im Auftrag von Heinrich des Löwen geköpft. Eigentlich wäre der Potentat damit für die Kinder der Letzte … gewesen. Doch Pribislaw war ein Pfiffiger und dachte sich: Einmal Heinrich in den A… kriechen und dafür kriege ich die Ländereien zurück.
Wen würden Sie gerne mal treffen?
Rolling-Stones-Frontmann Mick Jagger, das T-Shirt haben ich heute leider nicht drunter (grient). Die Rockband habe ich einmal live gesehen, nach der Wende mit 95 000 anderen Fans im Hamburger Volksparkstadion. Unvergessen: Die Eintrittskarte kostete damals 98 D-Mark. Das Ticket bekam ich von meiner Frau
geschenkt, sie ist Beatles-Fan.
Wenn Sie nicht selbst kochen: Was kommt dann bei Ihnen auf den Tisch, griechische, italienische, chinesische oder deutsche Gerichte?
Deutsche…
Mit welchem Lied verbinden Sie Ihre schönste Erinnerung?
„Eloise“ von Barry Ryan. Es ist zwar absolut nicht mein Lieblingslied, aber es war seinerzeit das meiner heutigen Frau…


Mit der Schwalbe fährt man allen „Nonnenhockern“ weg


An welches Geschenk erinnern Sie sich noch gerne und von wem haben Sie es bekommen?
An mein Jugendweihe-Geschenk der Eltern, ein Jawa-Moped. Ich wollte eigentlich eine Schwalbe haben, so eine hat der Vater aber nicht bekommen, die gab es
seinerzeit in Warin nur für die ländliche Bevölkerung.

Für meinen Schwiegersohn habe ich vor Jahren übrigens eine Schwalbe aufgearbeitet und eigenhändig nach Hamburg
gefahren. Heute sind die DDR-Mopeds längst wieder Kult, weil sie mit unter
50 Kubikzentimeter Hubraum mehr als 60 km/h schaffen. Damit fährt man in der Elbmetropole an allen „Nonnenhockern“ vorbei!

Welchen Traum möchten Sie sich noch erfüllen?
Eine schöne Reise mal wieder machen. Entweder nach Australien oder Nordamerika. Mich interessiert aber der Moloch New-York-City überhaupt nicht, eher der Grand Canyon.
Was werden Sie als Rentner machen?
So lange ich die Hände bewegen kann, werde ich ehrenamtlich was Handwerkliches tun. Sicherlich hier im Museum dann auch noch ein bisschen werkeln oder in Bad Kleinen auf 450-Euro-Basis was tun, ich habe mir da schon eine kleine Firma ausgeguckt. Vielleicht werde ich aber auch in der Weltgeschichte rumreisen.
Wem sollten wir diese Fragen ebenfalls stellen?
Ich bin mal so frei: Der neuen Landrätin oder dem neuen Landrat von NWM.







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