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Anzeiger für Sternberg, Brüel, Warin

20. November 2017 | 03:07 Uhr

Bunter Eier aus Zahrensdorf : Der Mann vom Vogelhof

vom
Aus der Redaktion des Anzeiger für Sternberg – Brüel – Warin

Sieghard Dörge aus Zahrensdorf kreuzt Hühner. Gleich 15 Eierschalen-Farbschläge von grün bis rot.

von
erstellt am 17.Feb.2017 | 20:45 Uhr

Es gackert, schnattert und zwitschert nur so auf dem Hof von Sieghard Dörge in Zahrensdorf. Der 66-Jährige hält in der Voliere „um die 200 Vögel: Pfaue, Fasane, Sittiche, Enten, Gänse und Hühner“. Wegen der Vogelgrippe ist alles eingesperrt. „Das dauert noch Wochen“, prophezeit Dörge und fragt: „Warum bricht es in Großanlagen aus, wo keiner reinkommt?“ Für Tiere, bei denen der Freilauf zur Natur gehört, ist die Einstallpflicht eine Qual: „Die Hühner haben Langeweile, kämpfen mehr miteinander. Ich habe extra einen Scharrstall eingerichtet“, so der Zahrensdorfer. Zudem bekommt sein Federvieh jetzt „ein bisschen anderes Futter: Äpfel, Möhren, Mais und Luzerne in Form von Grünpellets. Aber ganz, damit sie was zu picken haben. Solch einen Maiskolben machen sie gleich blank“, berichtet Dörge.

Der Zahrensdorfer hält keine normalen Hühner, sondern zum Beispiel Maran und Araukaner. „Letztere sind eine Naturrasse von chilenischen Indios, kommen aber auch auf den Philippinen vor. Sie sind von Haus aus Grünleger.“

Eier einer Woche von weiß bis braun über diverse Grünfärbungen. Das rote Eier-Huhn legt gerade nicht.
Eier einer Woche von weiß bis braun über diverse Grünfärbungen. Das rote Eier-Huhn legt gerade nicht.

Die Eierfarben haben es Sieghard Dörge angetan. Seit über zehn Jahren kreuzt er Hühner ein: die Grundform Araukaner etwa mit Maran, eine französische Rasse, bei der es Rot- und Braunleger gibt. Dörge hat auch eine Maran-Henne, „die Eier mit fast leuchtendem Rot legt“. Zur Zeit ist aber (Lege-)Pause.

Ansonsten liegen im Korb die unterschiedlichsten Eierfarben – von normal weiß, über oliv, Grünfärbungen bis Brauntöne. „Die Eier von Olivlegern werden übers Internet teuer gehandelt, 1,20 Euro das Stück“, weiß Dörge. Er selbst hat seine Abnehmer vor Ort, die Töchter und Bekannte. Am schwierigsten seien die Türkisleger. „Die Hühner picken das Ei auf. Ich habe erst einmal ein ganzes gefunden.“

Derzeit gibt es auf dem Zahrensdorfer Vogelhof je einen Grün-, Rot- und Braunlegerhahn. Und dazu 35 Hühner, auch Weißleger. Olivleger seien „eine Kreuzung aus Maran und Araukaner. Das geht aber nur über Generationen“, lässt Dörge ein wenig in die Eierlege-Wissenschaft blicken.

Dann präsentiert Dörge seinen neuen Liebling. „Einen Hahn mit solch einer Kammbeschreibung gibt es noch gar nicht. Und was der für einen Sporn hat, so was habe ich noch nie gesehen.“ Er ähnelt einem Appenzeller, habe damit aber nichts zu tun. „Es ist einfach nicht mehr nachzuvollziehen“, so Dörge angesichts seiner Kreuzungen.

Und so fiebert der Zahrensdorfer stets aufs Neue, was bei seinen selbst gezogenen Hühnern so an späteren Legern aus dem Ei schlüpft. Und für neue Hühnergene gibt es in Plauerhagen jeden ersten Sonntag im Monat einen Markt für brutfähige Tiere. „Da fahre ich alle zwei Monate hin“, so Dörge. Nur jetzt nicht – es ist Vogelgrippezeit…  

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