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Anzeiger für Sternberg, Brüel, Warin

13. Dezember 2017 | 12:17 Uhr

Sternberg : Der Kriegstoten zum Gedenken

vom
Aus der Redaktion des Anzeiger für Sternberg – Brüel – Warin

Der Regionalverband des Volksbundes der Kriegsgräberfürsorge führt Anfang November seine Spendensammlung in Sternberg und Dabel durch.

von
erstellt am 20.Okt.2015 | 21:34 Uhr

Von Montag an bis zum 22. November führt der Volksbund der Kriegsgräberfürsorge (VdK) wieder seine jährliche Spendensammlung durch. Mit dem Geld werden Gräber und Gedenkstätten für die Toten aus den beiden Weltkriegen errichtet und gepflegt. Der Volksbund forscht auf Anfrage auch weiterhin nach vermissten Angehörigen, obwohl das Kriegsende mittlerweile sieben Jahrzehnte zurück liegt. „Nach Sternberg kommen wir am 4. November, das ist ein Mittwoch und damit Markttag, von 8 bis 12 Uhr mit einem Informationsstand und Sammelbüchsen“, kündigt Christiane Klemm, Geschäftsführerin des VdK-Regionalverbandes Parchim, an. Unterstützung würden wiederum Angehörige der Bundeswehr leisten.

In Dabel sei eine Sammlung von Haus zu Haus vorgesehen, der Termin stehe allerdings noch nicht fest. Ihr Vorgänger als Geschäftsführer, Joachim Mühlböck, der 2014 nach knapp 20 Jahren in Dabel mit seiner Frau nach Bayern zog, hatte in der Gemeinde immer ein super Spendenresultat erzielt, sagt Klemm. Das solle nun möglichst fortgeführt werden. Im Parchimer Bereich würden Gymnasiasten sammeln. Die Sparkasse Parchim-Lübz unterstütze den VdK-Regionalverband ebenfalls.

Klemm übernahm 2012 den Posten der Geschäftsführerin, als Mühlböck noch hier war. „Ich bin oft mit ihm gemeinsam unterwegs gewesen und von ihm gründlich eingeführt worden“, erklärt die 65-Jährige. Wobei die Materie keineswegs neu für sie gewesen sei. Die Kriegsgräberfürsorge habe mit zu ihren Aufgaben als Sachgebietsleiterin im damaligen Ordnungsamt des Landkreises Parchim gehört. Sie sei bei einer Reihe von Begehungen gewesen. Auf dem kirchlichen Friedhof in Brüel habe es eine kleine Anlage mit Kriegstoten gegeben und davor eine große leere Fläche, auf der keine Gräber angelegt wurden. Hier sollten Kriegstote begraben liegen. Durch das Studium von Kirchenbüchern und weiteren Recherchen sei mehr in Erfahrung gebracht und Geld für eine Gedenkstätte beantragt und bewilligt worden, sagt Klemm. Anfang Dezember 2012 erfolgten die feierliche Einweihung der Kriegsgräberanlage und ihre Übergabe an die Stadt. 328 Kriegstote, die zwischen dem 26. August 1939 und 31. März 1952 bei ihrem militärischen Dienst, in Kriegsgefangenschaft, durch direkte Kriegseinwirkungen oder als Folge an Gesundheitsschädigungen gestorben waren, erhielten eine würdige Ruhestätte. Die Namen von 305 Toten, die identifiziert werden konnten, sind nun auf drei Stelen zu lesen.

Vorrangig würden die Gelder, die der Volksbund zur Verfügung hat, jedoch im Ausland eingesetzt für Gräber von Deutschen, die aus dem 1. und 2. Weltkrieg nicht zurückgekehrt sind. Und bei Exhumierungen von anonym bestatteten Soldaten würden anhand der Marken, die sie trugen, über die zentrale Kartei immer wieder vermisste Familienangehörige ausfindig gemacht. Oder: Die Familie von Ingeborg Schnieders aus Dabel, die über das DRK und die ehemalige deutsche Wehrmachtsdienststelle Jahrzehnte auf der Suche nach dem Grab ihres Onkels Friedrich war, hatte vor einem Jahr, als der VdK in Sternberg war, über Gräbersuche online Erfolg. Ihr konnten der Friedhof und die Grabnummer genannt werden.

Christiane Klemm findet die Kriegsgräberfürsorge hochinteressant. Und weil die zum Abschluss zu ihrem Arbeitsgebiet zählte, daher Kontakte zum Volksbund bestanden, macht sie nun als Rentnerin ehrenamtlich gern weiter.

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